Samstag, 2. Juli 2011

Natrix Basteltag

Nachdem sich alle beim Treffpunkt versammelt hatten, gingen wir zum Schulhaus, in dem uns freundlicherweise ein Werkraum zu Verfügung gestellt wurde.

Schon ging es los: Einige schraubten die von Simon vorgesägten Teile (mangels Akkuleistung einiger Bohrmaschinen auch genagelt) zusammen. Zur gleichen Zeit machte Dennis mit einem Stechbeitel die Oberfläche der Böden rau (Mauersegler mögen es, wenn die Böden der Nisthilfen nicht glatt sind). Etwas später wurde uns klar, dass zu wenige Vorderwände vorhanden waren; darum musste Simon notfallmässig aus Restenstücken noch einige zusägen, so dass David auch diese noch mit Einflugslöcher bebohren konnte.

Die Nistkastentürme wurden immer grösser und die Beige der vorgesägten, einzelnen Teilen immer kleiner. Das liess uns erahnen, dass wir das Ziel von 100 Nistkästen (etwa die Hälfte davon wurde schon bei den ersten Basteltagen gemacht) wohl erreichen würden.

Als alle Nistkästen zusammengebaut waren, wurden diese nach und nach zum Mauerchen vor dem Schulhaus getragen. Die grosse Zahl der Nistkästen kam erst jetzt richtig zur Geltung. Die Arbeit war aber noch nicht ganz fertig, denn auf die Nistkästen musste schliesslich noch das Natrixlogo. Dafür hatte David gesorgt. Mit Hilfe einer Folie, aus der er mühevoll das Logo ausgeschnitten hatte, sprayte er es in schwarz auf die Unterseite der Nistkästen.

Nach einem Gruppenfoto mit (fast) allen Nistkästen wurden sie in das Auto geladen.

Nach einigen Gesprächen über tolle Vogelbeobachtungen trudelten die Teilnehmer nach Hause.

Ein Dank geht an die Schulleitung, die uns den Werkraum zu Verfügung gestellt haben.

Für den Bericht: Merlin Hochreutener


Montag, 13. Juni 2011

Pfingstlager in Ramosch, 11.-13. Juni 2011

Am frühen Morgen des 11. Juni versammelte sich die „westliche“ Sektion der Jugendgruppe Natrix mit David, Oli, Dominic, Dennis, Simon, Fabian und Eric um 8:20 Uhr am HB, um kurz darauf die Zugfahrt zum diesjährigen Pfingstlager im Unterengadin anzutreten. Auf dem Zwischenhalt in Chur gesellte sich dann auch noch die inoffizielle „östliche“ Sektion der Natrix mit Jakob, Merlin, Kasimir und Nikolai dazu. Nach einer langen, jedoch eindrucksvollen Zugfahrt durch die Landschaft des Engadins kam die vollständige Jugendgruppe zur Mittagszeit in Scuol an. Auf dem Bahnhofareal begegneten wir jedoch noch weiteren Ornis: Darunter Peter Jäggi, welcher im Auftrag des SVS nach den weltweit gefährdeten Wachtelkönigen sucht – leider hatte er aber bisher noch keine vernommen. Die Hälfte der Gruppe blieb in Scuol, um die Einkäufe zu erledigen, währenddem die übrigen Teilnehmer alle Rucksäcke mit dem Postauto zu unserem Capmingplatz „Sur En“ am Inn fuhren. Die Zelte waren mit Unterstützung von singenden Berglaubsängern und Weidenmeisen schnell aufgestellt und die Gruppe konnte sich mit der angekommenen „Shopping-Gruppe“ auf die erste Exkursion wagen. Da neben Berglaubsängern und einem Wespenbussard nicht gerade die Hölle los war, widmete sich die Natrix ihrem neuen Hobby, dem „Heuschreckele“ ;) Auch bisher nicht entomologisch interessierte Personen konnten schnell für die Heuschreckenbestimmung begeistert werden, denn neben den eher gewöhnlichen Gebirgsgrashüpfern Stauroderus scalaris konnten einige Grosse Höckerschrecken Arcyptera fusca gefunden werden!

Eine Grosse Höckerschrecke Arcyptera fusca

Weiter oben im östlichen Hang von Sent konnten dann trotz des schlechten Wetters (sporadische Niederschläge und stark bewölkt) doch einige typische Vertreter des Unterengadins ausfindig gemacht werden; Dorngrasmücke, Klappergrasmücke, Braunkehlchen, Baumpieper, Neuntöter und Zippammer verkörperten die typische Vogelfauna der kleinparzelligen Landwirtschaft. Davon zeigte sich nicht nur ein Baumpieper von seiner schönsten Seite (singend auf Baumpitze in 10 Metern Entfernung) sondern auch eine Langfühler-Dornschrecke Tetrix tenuicornis, eine Blauflüglige Ödlandschrecke Oedipoda caerulescens und Warzenbeisser Decticus verrucivorus wurden gefunden.

Zurück am Campingplatz hatten wir Wetterglück, denn die Niederschläge zogen nach Info von Davids iPhone nördlich an uns vorbei. Da viele von uns einen „Bärenhunger“ hatten (im Engadin hielt sich zur selben Zeit ein Bär auf), stand nun das Kochen auf dem Programm. Fabians Benzinkocher war ein Retter in der Not, denn mit diesem wurde das Wasser in Windeseile erwärmt. Das Abendessen war eines der kulinarischen Höhenflüge: Feine Ravioli mit Tomatensauce ;) Auch Jonas traf im Verlaufe des späten Abends in unserem Zeltlager ein.

Absolut hygienekonformes Abendmahl.

Nächsten Morgen machte sich die Natrix frohen Mutes nach auf den Weg nach Ramosch. Erneut hatten wir Wetterglück, denn die kräftigen Niederschläge waren hauptsächlich in der Nacht gefallen.

Kompanie Natrix während Gewaltmarsch ;)

Die Ruine Tschüff mit ihren an das Mittelmeergebiet erinnernden Buschhabitaten beherbergten immer wieder Raritäten wie Samtkopfgrasmücke oder Sperbergrasmücken. Für eine möglichst effiziente Suche durchkämmte die Hälfte der Gruppe die Gebiete um die Ruine ab, währenddem die andere Hälfte ihr Glück weiter unten am Inn versuchte. Am Inn konnten Arten wie Braunkehlchen, Gartengrasmücke, Alpensegler, Neuntöter oder eine äusserst zutrauliche, reviermarkierende Zippammer beobachtet werden, währenddem die andere die Hälfte ergänzend einen Wendehals vernehmen konnte. Weiter ging‘s nun mit einem kleinen Postauto hinauf nach Vnà, ornithologisch schweizweit bekannt für seinen Nachweis eines Weisskehlsängers. In der kleinen Bündner Bergsiedlung konnten an Gebäude brütende Felsenschwalben ausgemacht werden. In den Wiesen von Vnà fühlen sich bedrohte Bodenbrüter wie Braunkehlchen oder Baumpieper noch wohl – sogar mehrere Steinadler kreisten an den Berghängen um Vnà. Auch ein Segelfalter Iphiclides podalirius, Grosse Höckerschrecken Arcyptera fuscaoder und Roessels Beissschrecken Metriopterea roeselii konnten ausgemacht werden.

Bläuling spec.

In den östlichen Gebieten von Vnà ist die Waldbedeckung wieder deutlich höher, was uns ausgiebige Beobachtungen von Zitronengirlitzen, aber auch von singenden Klappergrasmücken erlaubte. Auf dem Abstieg nach Ramosch dominierte wieder die typisch terrassierte Landwirtschaft – diese Wiesen sind die letzen Rückzugsgebiete für die Wachtelkönige der Schweiz... Trotz intensivster Suche nach Sperbergrasmücken war uns kein Erfolg beschieden.

Hungrige Spinne

Am Abend gab es auf dem Campingplatz ein natrixinternes Fussballspiel. Während dem Spiel zeigte sich, dass sich die Strategie „Wendigkeit“ der Strategie „Dampflokomotive“ klar überlegen war – allen voran Kasimir konnte die erstgenannte Strategie wirkungsvoll umsetzen ;) Unsere Nachbarn auf dem Campingplatz zeigten sich zum Glück äusserst verständnisvoll, als der Abschusswinkel von einigen Spielern etwas falsch eingeschätzt wurde. Des Weiteren widmeten sich die „Heuschreckeler“ der leider erfolglosen Suche nach dem landesweit gefährdeten Kiesbank-Grashüpfer Chorthippus pullus, welcher einer seiner letzen Rückzugsgebieten auf den Kiesbänken am Inn hat.

Der Campingplatz - unser Fussballfeld.

Am Abend gab es eine regelrechte Grillparty: Es gab Würste und einen vegetarischen „Käsegrill“. Am nächsten Morgen wurden von den schlechteren Seiten der Meteorologie überrascht. Zwar sind Schlechtwetterlagen für Zugvögel interessant, jedoch waren wir mehr an den wärmeliebenden Brutvögeln interessiert. Darum blieb die Exkursion nach Ramosch eher ereignisarm – dafür konnte eine singende Zippammer ausgiebig beobachtet werden. Als der Niederschlag seinen Höhepunkt erreicht hatte, wechselte die Natrix zu einem „Schere-Stein-Papier“-Turnier, wo überraschenderweise Kasimir siegte.

Die Natrix auf dem Weg nach Ramosch

Da die Niederschläge noch weiter anhielten, entschied sich die Natrix etwas früher die Heimreise in die westlichere Schweiz anzutreten. Nach ein paar entspannenden Stunden Zugfahrt kamen schlussendlich alle Lagerteilnehmer wohlbehalten zu Hause an.

Für den Bericht: Nikolai Orgland, Fotos: Kasimir & Jakob Hochuli

Samstag, 28. Mai 2011

Fünfte Natrix-Grundkursexkursion: Neeracherried

Die Abschlussexkursion des Grundkurses 2011 führte uns ins Neeracherried, wo wir von einer strahlenden Sonne begrüsst wurden. Auf dem Dach des SVS-Naturschutzzentrums wurden den Teilnehmern die Bewohner des Rieds genauestens beschrieben und die Ausführungen anhand ausgestopfter Exemplare veranschaulicht, während tief über unseren Köpfen Rotmilane ihre Kreise drehten.

Dominic erklärt, wie die Bekassine ihren multifunktionalen Schnabel zur Nahrungsaufnahme verwendet: Dieser durchstösst die Erde und öffnet danach eine Seitenklappe, die die Beute greift.

Doch die vorgestellten Vögel wollten wir auch in natura sehen und so begaben wir uns ins Ried. Vor den Hides, den versteckten Beobachtungshütten, zeigten sich die Lachmöwen mit den Jungen, von denen eines sogar schon schwimmen konnte. Daneben konnten wir einen grossen Teil der vorhin vorgestellten Riedvögel wunderschön beobachten. Ein Rohrammer-Männchen beispielsweise trug seinen Gesang nur wenige Meter vor unseren Feldstehern und Fernrohren vor, was eine optimale Gelegenheit darstellte, den Rohrammer-Gesang zu verinnerlichen. Kiebitze boten uns elegante Flugshows, während im Hintergrund Nachtigallen sangen. –Und zu unserer Überraschung hielt sich eine Art im Gebiet auf, die als seltener Gast im Neeracherried gilt. Ein Stelzenläufer nämlich hatte das Naturschutzgebiet als Rastgebiet aufgesucht und liess sich ebenfalls gut von uns beobachten.

Das Neeracherried bot heute tolle Beobachtungen:
Stelzenläufer (o.), Lachmöwen-Junge (u.l.) und Rohrammer (u.r.).

Nach den interessanten Beobachtungen im Ried stand ein Quiz über das Gelernte aller Exkursionen an, das zufriedenstellende Resultate ergab.

Eine Herausforderung auf der Abschlussexkursion: das Vogelquiz.

Allmählich machte sich jedoch der Hunger zu spüren, weshalb wir uns auf den Weg zum nahe gelegenen Höriberg machten, um dort zu bräteln. Als wir die Würste verzehrt hatten, war es an der Zeit, das Gruppenfoto zu schiessen. Das Foto einer Gruppe, das hoffentlich das eine oder andere zukünftige Natrix-Mitglied hervorbringen würde.

Die Grundkursteilnehmer 2011 waren zwar weniger an der Zahl als jene 2010, jedoch nicht von minderem Interessen.

Schon bald galt es sich zu verabschieden und die Teilnehmer des Natrix-Grundkurses 2011 – um ein breites Wissen über die einheimische Vogelwelt reicher – traten den Heimweg an.

Für den Bericht und die Fotos: Jakob Hochuli

Sonntag, 22. Mai 2011

Vierte Natrix-Grundkursexkursion: Katzensee

Als sich die Gruppe morgens um 8.00 Uhr in Holzerhurd besammelte, sorgte die strahlende Sonne für optimale Bedingungen. Im Wald zwischen der Bushaltestelle und dem Unteren Katzensee konnten die Teilnehmer, bevor die Vögel des Kulturlandes in Angriff genommen wurden, ihr Wissen über die Waldarten an den singenden Buchfinken und Zaunkönigen sowie dem anwesenden Kuckuck bestens repetieren. Daneben hatten wir das Glück, einen Schwarzspecht im Fernrohr einzustellen, der zugleich lautstark von den Baumkronen herabrief.


Auch wenn der Schwarspecht kein typischer Kulturlandvogel ist; eine tolle Beobachtung war es allemal!

Hierauf erreichten wir den Unteren Katzensee, wo sich auf dem Rasen zahlreiche Wacholderdrosseln tummelten. Nachdem Jakob einen echten Schwanz und Flügel dieser Art gezeigt und die Art genauer vorgestellt hatte, kreiste wenige Meter über uns ein Schwarzmilan. An diesem erklärte Dennis den Unterschied zum Rotmilan und stellte weitere typische Bewohner des Kulturlandes wie Rabenkrähe, Feldsperling und Goldammer vor. Nachdem wir später am Oberen Katzensee angelangt waren, vernahmen wir verschiedene singende Riedvogelarten, doch zu diesen mehr am nächsten Samstag im Neeracher Ried!


Nicht oft sieht man einen Mäusebussard-Kopf aus so geringer Distanz.

Auf einem kleinen Abstecher nördlich des Sees konnten wir Nentöter und einen Weissstorch beobachten, der hoch in der Luft Richtung Norden flog. Aufsehen erregten auch die vielen Turmfalken, die auf den Feldern nach Mäusen jagten und arttypisch rüttelten. Und nachdem den Kindern zum Schluss auch der bekannte Mäusebussard präsentiert worden war, neigte die Exkursion dem Ende zu und der Rückweg in der heissen Mittagssonne stand an.

Für den Bericht und die Fotos: Jakob Hochuli

Montag, 25. April 2011

Osterlager Fanel, 22.-25.4.2011

Karfreitag

Nach einer entspannenden Zugfahrt und einer kurzen Fahrradfahrt kamen wir im Fanelhaus an. Das Haus, mitten im Naturschutzgebiet gelegen, wurde schnell bezogen, damit schnell das Chablais erkundet werden konnte. Zunächst stand ein Besuch im SVS-Naturschutzzentrum „La Sauge“ auf dem Programm. Durch die Beobachtungshütten konnten wir verschiedene Watvögel auf kleine Distanz bestimmen. Einige angeberische Fotografen machten sich daran den anwesenden Rallenreiher zu fotografieren, eine sehr seltene Art auf Schweizer Boden.


Nach einem Teigwarengericht, welches jenem in einem Spitzenrestaurant in keiner Weise nachsteht, machten wir uns wieder auf. Bei der Broyemündung befinden sich Sandbänke, welche, dank des tiefen Wasserstandes, eine beachtliche grösse hatten. Die Anzahl an Limikolen war überwältigend: Mehr als fünfzig Kampfläufer, zirka 40 Grünschenkel, mindestens 10 Bruchwasserläufer sowie einige Flussuferläufer, Rotschenkel, Dunkle Wasserläufer und ein grosser Trupp Brachvögel rundeten das seltene Ereignis ab. Als noch ein Nachtreiher über uns hinweg flog war der Abend perfekt.

Die rufende Waldohreule, die probierte eine Zwergohreule zu sein, stellte sich, zur Enttäuschung aller, als Homo Sapiens heraus. (Meine Wenigkeit war eingetroffen. Aufgrund meiner Abwesenheit am ersten Tag sind alle bisher genannten Zahlen, Beobachtungen und Sachverhalte nur auf vagen Erzählungen beruhend und deshalb nicht für bare Münze zu halten. Aber, vain!)


Ostersamstag

Frühmorgens machten wir uns bereits auf, um im ersten Licht den Damm wieder zu besiedeln. Die Anzahl an Limikolen war immer noch bemerkenswert, jedoch nicht mit jener vom Vorabend zu vergleichen. Dafür wurden wir mit einem herrlichen Sonnenaufgang belohnt.


Nach einem ausgiebigem Frühstück (inkl. Porridge), stürzten sich einige Natrixler in den Inser Ostersamstagsverkaufshorror, um die Versorgung der Gruppe mit Nährstoffen zu gewehrleisten. Nach dem Heimtranport der Einkäufe spazierten wir zum Berner Turm. Dort konnten wir nicht weniger als 4 Reiherarten beobachten (Rallenreiher, Zwergdommel, Purpurreiher und gleich eine ganze Horde Graureiher). Ausserdem zeigte sich eine fotogene Blaumeise und auch von der Rohrweihe wurden wir beehrt.


Die Reiskörner des Risottos noch im Magen (und übrigens auch im Abflussrohr des Fanelhausküchenlavabos), machten wir uns wieder auf den Weg Richtung Damm, wo uns verschiedene Arten erwarteten. Kampfläufer, Grünschenkel und Flussregenpfeifer waren wieder mit von der Partie.

Schon bald machten wir uns auf Richtung Fanelhaus, denn dort wartete eine feine Schokoladencrème auf die hungrigen Birder.

Ostersonntag
Nachdem die Unentwegten (Psii und Glöggli) nach einer frühmorgentlichen Egotour (inkl. Weissflügelseeschwalbentruppbeobachtungserlebnis) wieder zurück im Fanelhaus waren und auch die Bernerturmfrühaufstehertruppe bei Tisch sassen, genossen wir ein ausgiebiges Frühstück.


Gestärkt durch Brot (Bröter!), Butter (Anke!), Ovi (Ooovi!) und Müesli (Birchermüesli!) sowie nach einer Dusche (Duuuschi!) machten wir uns wieder auf den Weg bzw. auf die Felder. Dort erwartete uns nicht nur ein weiteres Rudel rauchender Rallenreiher (gähn…) sondern auch ein Rotkehlpieper. Eine weitere seltene Beobachtung im Schweizer Lande!



Ausserdem zeigte sich eine Dorngrasmücke von ihrer schönsten Seite. Auch Steinschmätzer, Braunkehlchen, Feldlerchen und Grauammer konnten beobachtet werden.


Ausserdem machte sich auf dem Damm des Zielkanals ein besonders attraktiver weiblicher Vogel breit, welcher von den ausschliesslich männlichen Beobachtern ausgiebig betrachtet werden konnte. Der Vogel konnte aber leider nicht im „Kosmos Vogelführer“ gefunden werden und blieb deshalb unbestimmt.

Nach einer tollen Eisvogelbeobachtung direkt hinter dem Fanelhaus genossen wir unser wohlverdientes Abendessen, welches aus „Gschwellti“, Butter, Käse und Salat bestand. Für den Abend stand ein weiterer Dammbesuch auf dem Programm, welcher wieder verschiedene Limikolen hervorbrachte, inkl. Sandregenpfeifer.

Zusammen mit dem sehr schmackhaften Dessert präsentierte Dennis das ultimative Birdingquiz, welches in zwei Schwierigkeitsstufen zu lösen war. Einige Knacknüsse galt es zu meistern und alle lernten viel Neues zur Bestimmung von Möwenflügeln, halben Enten und grau erscheinenden unbekannten Flugobjekten (GUFO’s). Nach diesen schweren Aufgaben und dem obligatorischen Kopfanschlagen für die grösseren Natrixler, fielen wir alle erschöpft ins Bett.


Ostermontag

Nachdem die Unentwegten (Psii und Glöggli) nach einer frühmorgentlichen Egotour (inkl. Weissflügelseeschwalbentruppbeobachtungserlebnis) wieder zurück im Fanelhaus waren, (dies war keine versehentliche Wiederholung, sondern entspricht den Tatsachen) ging es nach einem ausgiebigen Frühstück ans Aufräumen und Putzen. Dieser eher unbeliebte Teil des Lagers ging aber speditiv vorüber und schon bald konnten die Essensreste auf die Teilnehmenden verteilt werde, was nicht ganz ohne Zwang funktionierte. Kurz nach dieser Übung radelten wir zurück Richtung Ins (im französischen auch Anet), um die Heimreise Anzutreten. Erschöpft liessen wir uns im Zug nieder. Nach einiger Zeit kamen wir in Zürich/Winterthur/Gais an.

Für den Bericht: Dominic Martin

Sonntag, 17. April 2011

Dritte Grundkursexkursion: Zürcher Innenstadt

Auf dieser Exkursion widmeten wir uns den Siedlungsvögeln. Schon bei der Besammlung am Bellevue verkündete Dominic, wir hätten einen Auftrag der Stadtpolizei Zürich erhalten; wir müssten ihr nämlich beim Suchen einer braun-weissen Bande, die aus dem Gefängnis entflohen sei, Hilfe leisten. Die Kinder erhielten ein Papier mit dem Fahndungsfoto und einem Signalement der Gesuchten. Wir schätzten unsere Chancen am höchsten beim Grossmünster ein. Also marschierten wir motiviert los. Noch auf dem Weg konnten die Teilnehmer das auf der ersten Exkursion Gelernte an den am Bellevue anwesenden Wasservögeln repetieren. Je näher wir darauf dem Grossmünster kamen, desto lauter konnte man jene Vogelart hören, der danach unsere Aufmerksamkeit gehörte. Als wir die stattliche Kirche erreicht hatten, hatten wir alle die gesuchte Bande entdeckt: Es sind Alpensegler. Die braunen Vögel mit weissem Bauch und weisser Kehle, die immerhin eine Flügelspannweite von ca. 55cm besitzen, zischten in enormem Tempo flink um die Türme des Grossmünsters, sodass unsere Augen fast nicht folgen konnten. Die Kinder erfuhren unter anderem, dass Alpensegler in kleinen Löchern an hohen Gebäuden der Stadt nisten, in Kolonien leben und in der Luft nach Insekten jagen. Am Grossmünster teilt der Alpensegler seinen Lebensraum – wie Dominic anfügte - mit der Dohle, einem schwarzen Vogel, den wir ebenfalls zahlreich beobachten konnten und nicht mit Krähen oder Raben verwechselt werden darf.


"Haammm!"; Auch Amseln können hungrig sein...

Nachdem Dennis den dem Alpensegler nahe verwandten Mauersegler vorgestellt hatte, liefen wir zu einem kleinen Park bei der Hohen Promenade. Hier in den Bäumen sang lautstark eine Mönchsgrasmücke, eine kleiner, unscheinbarer Vogel mit einer schwarzen (Männchen) oder braunen (Weibchen) Kappe. Nachdem Dennis diese Art ausführlich vorgestellt hatte, erzählte er, dass die Vögel, die in Städten leben, aufgrund des Verkehrlärms früher am Morgen zu singen beginnen als jene auf dem Land. Im Hintergrund vernahmen wir einen Gartenbaumläufer, der in seinen gewohnt hohen Tönen am Singen war. Der Gartenbaumläufer – wie der Name verrät – ist eine Art, die den Baumstamm rauf und runter laufen kann. An einem nächsten Standort stellte Jakob die Strassentaube, ein wahrer Kulturfolger, vor. Dazu erklärte er, dass die Zunahme der Strassentaube eine Zuwanderung von Greifvögeln in die Städte mit sich zieht. Als Beispiel gilt der Wanderfalke, den Dominic vorstellte. Unter anderem lernten die Teilnehmer, dass jener als das schnellste Tier der Welt gilt: 350 km/h erreicht der Wanderfalke im Sturzflug. Nachdem die Kinder diese Informationen verinnerlicht hatten, stand zur Abwechslung ein Spiel zum Thema „Wanderfalke und Strassentaube“ auf dem Programm.


Dennis und Dominic erläutern den Kindern die Bestimmung der Kohlmeise.

Hierauf stellten wir fest, dass wir an diesem Morgen einen wichtigen Siedlungsbewohner noch nicht beobachten hatten können: Den Hausrotschwanz. So suchten wir eifrig die Hausdächer ab – bis wir endlich einen gefunden hatten. Aus wenigen Metern Entfernung präsentierte sich uns ein Männchen und trug seinen kratzigen Gesang vor, der den Kindern hoffentlich noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Eine kurze Repetition über die heute kennengelernten Vogelarten rundete die Exkursion ab.

Für den Bericht und die Fotos: Jakob Hochuli

Sonntag, 3. April 2011

Zweite Grundkursexkursion: Hönggerberg

Weil wir die heutige Exkursion den Vögeln des Waldes widmeten, mussten wir für einmal früh aus den Federn. Wie wir mit den ersten Sonnenstrahlen den Wald nahe der ETH betraten, begrüsste uns ein lautes Vogelkonzert. Und das Ziel von heute war, dass die Kinder die „Musiker“ dieses Konzertes kennenlernen. Als erstes präsentierte sich uns eine Kolmeise, deren Stimme es sich einzuprägen galt. Nachdem Dennis darauf den sogenannten Zilpzalp vorgestellt hatte, konnten wir auch schon den ersten Vertreter dieser Art aus kürzester Distanz singen hören – ein unverwechselbarer Gesang, den man sich leicht merken kann: „zilp zalp zilp zalp ...“. Doch daneben sang ein Vogel, der alles übertönte: der Zaunkönig. Eifrig suchten wir den winzig kleinen, braunen Vogel in den Bäumen – mit Erfolg. Nachdem Dennis diese Art genauer vorgestellt hatte, hatten wir das Glück, aus kurzer Distanz Ringeltauben und Kernbeisser zu beobachten. Hierauf machten wir eine kurze Pause. Diese wurde jedoch von einem weiteren schönen Gesang untermalt, nämlich von jenem einer Amsel. Der schwarze Vogel, den wohl jeder schon vorher gekannt hatte, zog unsere Aufmerksamkeit auf sich. Dies war eine gute Gelegenheit, um den Teilnehmern zu erklären, wieso die Vögel singen. Nach vielen amüsanten Ideen wurde der wahre Grunde doch noch genannt. Vögel singen nämlich, um ihr Revier zu verteidigen. Sogleich vernahmen wir einen Buntspecht – und entdeckten ihn in der Baumkrone über uns, wie er mit seinem kräftigen Schnabel nach Nahrung hackte. Wir marschierten weiter durch den morgendlichen Wald - und stoppten, als wenige Meter von uns entfernt ein Rotkehlchen seinen melancholischen Gesang vortrug. Schön präsentierte es sich, während Dennis über dessen Lebensweise referierte. Zudem sang ein Sommergoldhähnchen – eine Art, die so hoch singt, dass alte Menschen es oft nicht mehr hören können.

Beim Postenlauf waren Konzentration und ein gutes Erinnerungsvermögen gefragt.

Als nun die Kinder viele diverse Informationen zu den Waldvögeln aufgenommen hatten, stand zum Schluss der heutigen Exkursion ein Quiz auf dem Programm: Drei Teams mussten bei verschiedenen Posten Repetitionsaufgaben zum heute Gelernten lösen. Überzeugende Resultate schauten heraus! Anschliessend traten wir den Rückweg an, wobei wir nochmals dem wunderschönen Vogelkonzert lauschen konnten – diesmal jedoch wussten die Teilnehmer die Namen der „Musiker“.

Für den Bericht und die Fotos: Jakob Hochuli