Sonntag, 16. Juni 2013

Exkursion ins Küsnachter Tobel

Um 08:45 Uhr versammelten sich am Bellevue sieben motivierte Kinder, zwei Leiter und ein nicht minder motivierter Vater (von Marco und Katja). Das Ziel der heutigen Exkursion war das Küsnachter Tobel, wo unsere Zielart, die Wasseramsel, in Massen vorkommt. Gleich beim Waldeingang hörten wir schon unsere erste Bergstelze, eine Art, die wie die Wasseramsel in der Nähe von Bächen und Flüssen brütet. Viele konnten den schön gelb gefärbten Vogel auch im Feldstecher beobachten, da er aber kaum still sitzen wollte, reichte es nicht, um ihn im Fernrohr zu bewundern. Die erste Wasseramsel flitzte auch schon in ihrem typisch schwirrenden Flug durch, es war zum Glück bei weitem nicht die letzte. Im Wald angekommen, schrien junge Kohlmeisen um die Wette. Sie sind durch ihr matter gefärbtes Gefieder gut von den Altvögeln zu unterscheiden. Kurz darauf traf der Weg wieder auf den Bach und wir machten an einer flachen Stelle einen Halt. Fabian verteilte Köcher und Becher, damit wir im Bach in Wasseramselmanier Nahrung, vor allem Wasserinsekten, aufspüren konnten. Die Suche war ein voller Erfolg: Schon nach kurzer Zeit tummelten sich etliche Krebschen, Köcherfliegenlarven und sogar einige Blutegel in den Gläsern.

Die Kinder und Fabian beim Fangen von Wasserinsekten.

Die Köcherfliegen erhalten ihren Namen von einem besonderen Schutzmechanismus in der Larvenzeit: Mit Steinchen und Sand bauen sie sich einen Köcher, um sich vor den gierigen Wasseramselmäulern zu retten.

Ein Köcher einer Köcherfliegenlarve.

Nachdem alle ihre Füsse gewaschen und wieder gewärmt hatten, ging es weiter. Immer wieder zeigten sich Wasseramseln, viele liessen sich auch gut beobachten, da sie durch den regen Freizeitbetrieb im Wald kaum mehr scheu sind. Bei einem Wasserfall, einem geschätzten Brutort von Wasseramseln, erzählte uns Fabian viel Spannendes über ihre Ökologie.

Fabian referiert über die Wasseramsel.

Beim Alexanderstein, einem Findling aus der Eiszeit, nahmen wir unser Mittagessen ein und tobten uns aus. Da wir noch genügend Zeit hatten, entschlossen sich Fabian und Eric, noch einen Abstecher zum Schübelweiher zu machen. Dort konnten wir viele Libellen, junge Blässhühner und Teichrohrsänger beobachten. Auch die Botaniker kamen nicht zu kurz: Sibirische Schwertlilien und Witwenblumen konnten aus nächster Nähe bewundert werden.
Danach war es schon Zeit, nach Hause zu gehen. Die fünf Stunden vergingen wie im Flug mit den vielen tollen Beobachtungen, die wir machen konnten.

Bericht und Fotos: Eric Christen.

Sonntag, 26. Mai 2013

Fünfte und letzte Grundkursexkursion: Abschluss im Neeracher Ried

Traditionell führte uns die letzte Grundkursexkusion ins Neeracherried, eines der besten und letzten Naturschutzgebiete im Kanton Zürich. Heute waren auch alle Eltern herzlich eingeladen, um miterleben zu können, was zu Hause immer voller Freude erzählt wurde. ;-)

Schon aus dem Bus konnten wir einen Weissstorchenhorst mit drei Jungen sehen. Der Weissstorch – einst verfolgt und ausgerottet - ist heutzutage wieder relativ häufig in der Schweiz zu beobachten. Auf der Aussichtsplattform des Naturschutzzentrums erklärte Dominic Wissenswertes vom Neeracherried. Es ist nur ein kleiner Rest eines riesigen Sumpfgebietes, das sich früher über die ganze Ebene erstreckt hatte. Ein kleines Juwel inmitten von eintönigen Raps- und anderen Feldern. Kein Wunder tummeln sich hier diverse verschiedene Vögel. Ein grosses Problem ist, dass das Schutzgebiet von zwei stark befahrenen Hauptstrassen in drei Teile zerschnitten ist. Vor allem für Amphibien wie Frösche und Kröten stellen diese ein beinahe unüberwindbares Hindernis dar. Aber wenn der Kanton Zürich sein Versprechen hält, dann wird in ein bis zwei Jahrzehnten eine Umfahrungsstrasse gebaut und die beiden Hauptstrassen aufgelöst. Dies liegt jedoch noch in weiter Ferne, leider… 

Nach dieser Einführung wurden noch einige in diesem Gebiet beobachtbare Vogelarten vorgestellt. So zum Beispiel der Kiebitz. Wegen ihm sind überall auf den Sumpfwiesen Schottische Hochlandrinder anzutreffen. Der Kiebitz baut sein Nest am Boden und benötigt kurzes Gras, damit er einen guten Überblick hat und Gefahren möglichst schnell erkennen kann. Wenn aber zum Beispiel ein Fuchs das Nest erspäht hat, stellen sich die Altvögel lahm,um den Prädatoren vom Nest abzulenken. Die Lachmöwen, so häufig sie auch überall zu sehen sind, haben ein Problem: Sie finden zu wenig Nistplätze um ihre Jungen gross zu ziehen. Im Neeracherried brüten etwa dreissig Paare. Wegen des buchstäblich ins Wasser gefallenen Frühlings sind die Jungen noch nicht geschlüpft. Dafür konnten wir aber die Eier bebrütenden Altvögel sehen.

Lachmöwe.
Die Bekassine mit ihrem etwa 7cm langen Schnabel hat sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen, um an die tief im Schlick versteckten Würmer zu gelangen. Ganz vorne am Schnabel hat sie ein kleines Gelenk. Wenn dann ihr Schnabel in der Erde steckt, kann sie dieses Glied nutzen und nur den vordersten Teil öffnen.

Bekassinenschnabel aus Holz.
Beim Flachteich konnten wir zudem noch einen Grünschenkel und ein Kiebitzpaar beobachten. Letztere hielten sich meist gut versteckt in der Wiese auf.

Sontje auf Kiebitzsuche.
Auch dem Wildbienenhotel statteten wir einen Besuch ab und konnten uns so die verschiedenen Stadien der Metamorphose vom Ei zur ausgewachsenen Biene am Original einprägen. Beim Rückweg zeigte uns Dominic noch ein Bachstelzennest.
 
Bachstelzennest...
... und die Hälfte eines stolzen Elternpaares.
Nur wenige Zentimeter unter dem Holzsteg, der durch das Riet führt, zog ein Paar seine fünf Jungen auf. Der entzückende Anblick der aneinander gekuschelten, jungen Bachstelzen liess manche noch so harte Herzen erweichen ;-)… 

Im Vortragssaal stand dann noch der Abschluss des Grundkurses mit einem Vogelquiz auf dem Programm. Ganz konzentriert – man sah schon Rauch über einigen Köpfen aufsteigen – wurde Vogel um Vogel bestimmt. Doch die Anstrengung hat sich gelohnt, denn alle haben eine sehr gute Punktzahl erreicht. Als Belohnung bekam jeder Grundkursabsolvent das Natrix T-Shirt mit einem Kiebitz drauf – aus Bio-Baumwolle natürlich…

Quiz.
Wer wollte, konnte sich nach offiziellem Schluss der Exkursion beim einen oder anderen Posten des Frühlingsfestes vergnügen. Manch einer versuchte noch sein Glück beim Dart oder beim Tastspiel. Gegen Nachmittag trotteten wir dann langsam wieder zur Bushaltestelle und fuhren zurück in die Stadt.

Wir gratulieren allen Teilnehmern zum bestandenen Grundkurs 2013. Wir hatten viel Freude und Spass mit euch während den Exkursionen und hoffen, dass das eine oder andere Gesicht wieder mal mitkommt.

Bericht und Fotos: Merlin Hochreutener.

Sonntag, 12. Mai 2013

Auffahrtslager im Fanel

Erster Tag: 9. Mai

Schon als alle Teilnehmer beim Treffpunkt in Zürich versammelt standen, war klar, dass dieses Natrixlager in die Geschichte eingehen würde. Nicht nur die Teilnehmerzahl, sondern auch der tiefe Altersdurchschnitt stellten zwei neue Rekorde dar. Langsam machten wir uns mit vier Fahrrädern auf zum Perron, wo sich unsere Befürchtungen bezüglich Platzverhältnisse bewahrheiteten: Weil schon mehrere Kinderwagen und Velos im Velowagen gestapelt waren, mussten wir auf Nachbarwaggons ausweichen. Trotz dieser kleinen Prozedur konnte bis Bern gesessen werden. Die wenigen bösen Blicke, die Meo auf sich zog, weil er für alle Platz reservierte, waren es wert ;-).
In Ins angekommen wurde die Gruppe in zwei kleinere aufgeteilt: Diejenigen, welche die Polarmöwe noch nicht gesehen hatten, radelten zu ihr und konnte sie mit einigen Dutzend Mittelmeermöwen auf einem Feld
super beobachten. Die zweite Gruppe machte sich direkt auf den Weg in Richtung Fanelhaus. Auf dem Weg liess sich ein Drosselrohrsänger beim Birkenhofweiher akustisch feststellen. Bei der Fruchtschür war zwar keine Schleiereule anwesend, dafür aber mehrere Neuntöter, eine Grauammer und eine Dorngrasmücke.

Graue Ammer in grüner Umgebung.
Foto: Meo Sauter.
Beim Fanelhaus deponierten wir unser Gepäck, bezogen die Zimmer und assen schliesslich unseren Lunch, mit dem ein offensichtlich sehr grosser Hunger gestillt werden musste:

Hammmm! Flurin beisst beherzt in einen Chavrouxkäse. Manche glaubten in
dieser unkonventionellen Art des Käsekonsums den Einfluss eines älteren Natrixlers zu erkennen...
Foto: Patrick Mächler.
Danach ging es direkt weiter zum Berner Turm, wo wir zwar mit 60 Arten viele verschiedene, aber trotzdem nichts sehr Seltenes sahen. So entschieden wir uns, den Beobachtungsturm zu verlassen und stattdessen dem Chablais-Damm einen Besuch abzustatten. Hier ging dann die Post ab: Von Steppenmöwe, Trauerbachstelze und einem überfliegenden Rotfussfalken wurden wir gleich bei Ankunft begrüsst. Auf der kleinen Sandbank fast zuvorderst tummelten sich Sandregenpfeifer, Flussuferläufer, Temminckstrandläufer und ein Steinwälzer im Prachtkleid.

Dieser hübsche Temminckstrandläufer liess sich auf
wenige Meter ausgezeichnet beobachten.
Foto: Meo Sauter.
Während des Eindunkelns überflogen uns zudem 13 Zwergmöwen sowie zwei Schwarzkopfmöwen. Weil aber unsere Magen immer stärker zu knurren begannen, machten wir uns gemütlich auf den Rückweg. Bei der kleinen Beobachtungsplattform, von welcher aus man die Grêves überblicken kann, sass nur etwa 15 Meter entfernt auf einem abgestorbenen Baum ein männlicher Rotfussfalke. Dieses ornithologische Highlight rundete den gelungenen ersten Tag ab.

Ein grimmiger Rotfussfalkenherr beäugte uns kritisch von seinem Aussichtsposten.
Im Fanelhaus angekommen stand schon das Essen bereit. Im Gegensatz zum letzten Jahr mussten die Spaghetti nicht in Scheiben geschnitten gegessen werden, sondern konnten ganz normal mit der Gabel aufgewickelt werden (vergleiche Blogbericht des Fanellagers 2012 ;-D). Als alle wohl gespeist waren und abgewaschen worden war, warteten auch schon die warmen Betten auf uns.

Jakob beim Abwasch - die Haare haben's wohl bitter nötig ;-)
Foto: Jonas Landolt.

Zweiter Tag: 10. Mai

Um 05:00 klingelte der Wecker das erste Mal. Aber weil es aus allen Kübeln schüttete, machten sich nicht alle die Mühe, aufzustehen, sondern schliefen getrost weiter. Sie sollten es nicht bereuen, denn auf dem Damm konnte neben den vielen Regentropfen nichts beobachtet werden. Das einzige Erwähnenswerte war vielleicht, dass fast allen Teilnehmern beinahe die Finger erfroren, so eine Saukälte herrschte draussen... Jemand fror zudem auch an den Füssen, aber man sollte seine Schuhe über Nacht ja auch nicht vor der Haustüre im Regen stehen lassen... ;-) Die Schuhe waren mit Wasser vollgesogen wie ein Schwamm :-/. Zurück im Fanelhaus konnten wir dann unser erstes Frühstück einnehmen: Brot mit Butter, Gonfi und Nutella, Müesli und Ovomaltine. Nach diesem einfachen, aber nährhaften Frühstück ging die grössere Gruppe ins Giritzimoos und die restlichen drei nach La Sauge. Die Abfahrt verzögerte sich allerdings um einige Stunden, weil es sich eine Weinbergschnecke in Jakobs Schuh gemütlich gemacht hatte (auch dieses Paar Wanderschuhe hatte die Nacht im Freien verbracht). Man hörte nur noch ein Knacken - die arme Schnecke - und seitdem wurden jene Schuhe zur Belustigung aller nur noch mit einigem Zögern und mindestens vier Paar Socken getragen ;-P...

Eine kleine Schnecke sorgte für so viel Aufruhr...
Foto: Patrick Mächler.
Irgendwann konnten wir dann aber trotzdem noch starten :-). In La Sauge liess sich das Eisvogelbrutpaar auf wenige Meter schön beobachten. Die Giritzimoos-Gruppe konnte ausser einigen verspäteten Steinschmätzern, zwei Regenbrachvögeln, einigen herumtollenden Feldhasen und einem gschpässigem Singvogel, der nicht auf Artniveau bestimmt werden konnte, auch nichts Aufsehenerregendes feststellen. Pech hatten allerdings alle, die am Vortag nicht zur Polarmöwe gefahren waren, denn zum Verhängnis aller, die sie noch nie gesehen hatten, konnte sie während des ganzen restlichen Lagers und so auch an diesem Tag nicht mehr beobachtet werden. Aber jänu, in einigen Jahrzehnten wird sich sicherlich wieder ein Individuum in die Schweiz verirren... Beim Rückweg stiess dann auch noch Jonas zu uns. Damit wir am nächsten Morgen wieder in der Früh den Damm besuchen konnten, gab es bereits um 18:00 Uhr Abendessen. Diesmal standen zwei verschiedene Risotti auf der Speisekarte. Wer wollte, konnte nach dem Dessert ins Bett gehen oder in der Hoffnung, ein seltenes Sumpfhuhn erlauschen zu können, noch in der Dämmerung auf den Berner Turm. Nun, die Hoffnungen wurden nicht erfüllt und schon bald kehrten alle, wobei aber immerhin zwei singende Waldkäuze und ein mit „kiuwit“ antwortendes Weibchen gehört wurden, wieder zurück, um nach Auswendiglernen des Svenssons unter die warmen Decken zu schlüpfen.

Interessierte Lagerteilnehmer beim Betrachten
der Farbtafeln im Svensson
.
Foto: Meo Sauter.

Dritter Tag: 11. Mai

Wieder ertönte der Wecker um 05:00. Heute allerdings waren es nicht die Handys, welche uns aus den Federn holten, sondern Jonas mit seinem legendären Lied: "Hansli staahnd uuf" :-)
Auf dem Damm konnten wir leider nichts Spezielles sehen, dafür aber auf der Rückfahrt bei der Strafanstalt Witzwil. Dort entdeckte Jonas eine Sumpfohreule. Auch jene, die ausgeschlafen hatten, radelten mit vollem Karacho zu den anderen und schlussendlich konnten alle Natrixler die Sumpfohreule beobachten. Diese Art stellte den Höhepunkt der vier Tage dar. Fit und munter von dieser tollen Beobachtung beglückt frühstückten wir im Anschluss. Es gab dasselbe wie gestern, wobei allerdings zusätzlich zum normalen Brot zwei frische und noch warme Aufbackzöpfe zum Verspeisen bereit standen. Mjamm :-). Danach bildeten sich vier Gruppen. Zur Auswahl stand Folgendes:

1. Gemshoger und danach Damm
2. Gemshoger und danach Krümmi
3. Giritzimoos
4. Krümmi

Auf dem Gemshoger verpassten wir leider um fünf Minuten fünf Stelzenläufer, dafür aber konnten wir sehr viele Libellenlarven im Schilf sehen. Einige waren noch richtige Larven, andere schon am Schlüpfen und auch viele schon flugfähig. Vom Gemshoger aus konnten wir neu für unsere Lagerliste eine Zwergdommel beobachten. Über dem Schilf gaukelte eine Rohrweihe, am Himmel kreiste ein Wespenbussard und auf der Insel tummelten sich unter den vielen Kormoranen und Mittelmeermöwen auch fünf Rotschenkel. Beim Rückweg zeigte sich wie schon am ersten Abend ein Rotfussfalkemännchen von seiner besten Seite – ohne Linus wären wir glatt an ihm vorbeigelaufen… In der Krümmi konnte die zweite Gruppe noch eine männliche Wiesenweihe beobachten. Ausserdem sass mitten in einem Acker eine spezielle Schafstelze der Mischform "superciliaris“. 


Unterartstatus hat sie nicht, aber hübsch anzusehen ist sie allemal: Belegfoto der "superciliaris"-Schafstelze in der Nähe der Krümmi.
Foto: Eric Christen.
Die Giritzimoos-Gruppe konnte ausserdem eine singende Wachtel ausmachen. Auch diese Art war neu für die Lagerliste. Am Abend gab es wieder früh Essen, damit wir die restliche Zeit bis zum Dunkelwerden vor dem Fanelhaus „Fussball“ – besser gesagt Dreckball – spielen konnten. Doch plötzlich wurden wir gestört… Ein junges Wildschweinchen überquerte unser Spielfeld. Es schien erblindet zu sein und hatte seine Mutter verloren...

Konzentriertes Fotografieren trifft auf belustigtes Telefonieren :-)
Die Natrix auf Wildschweinepirsch
Nach diesem Unterbruch wurde das Fussballspiel wieder aufgenommen und als alle müde waren, ging es diesmal etwas später ins Bett.

Voller Einsatz beim Fussballspielen
Die strahlenden Sieger

Vierter Tag: 12. Mai

Heute durften alle ausschlafen. Nur die topmotivierten Meo, Patrick und Eric gingen noch einmal auf den Damm. Erwähnenswert war allerdings nur ein ziemlich fotogener Sanderling. Nach dem Morgenessen stand Putzen auf dem Programm. Von unten bis oben musste alles gründlich gereinigt werden. Zum Glück beteiligten sich alle und so war schnell alles „piccobello“ und abgabebereit.

"Müssen wir jetzt wirklich schon nach Hause gehen?"
Für die Heimreise bildeten sich eine frühe und späte Gruppe. Die spätere hatte noch genügend Zeit, um auf dem Berner Turm nochmals die letzten Vögel zu beobachten. Dabei entdeckte Dominic eine Riesenrarität: einen Zwergschnäpper. Allerdings konnte er diesen nur für wenige Sekunden beobachten und war sich nicht zu 100% sicher. Mit der Hoffnung, den Vogel nochmals erblicken zu können, standen wir alle mit Kamera, Fernrohr und Feldstecher bewaffnet vor dem Heckenstreifen. Aber leider, leider wollte sich diese Rarität nicht nochmals zeigen und somit ging auch die zweite Gruppe via Strafanstalt, wo der Fanelhausschlüssel abgegeben werden musste, in Richtung Bahnhof Ins. Wieder zu Hause wird dieses Lager wohl allen Teilnehmern noch einige Zeit in Erinnerung bleiben.

Die glückliche Gruppe beim Abschlussfoto.
 Bericht und Fotos ohne Vermerk des Fotografen: Merlin Hochreutener.

Samstag, 4. Mai 2013

Vierte Grundkursexkursion: Katzensee

Nicht sehr motiviert standen um 08:00 Uhr sechs Teilnehmer des Grundkurses bei der Busendhaltestelle Holzerhurd – schon wieder Regen… Mit Regenhosen und  Regenjacken bekleidet marschierten wir dennoch los in Richtung Katzensee. Noch auf dem Weg konnten wir mit Rabenkrähe, Star, Buchfink und Amsel die ersten Arten repetieren.

Überblick Katzensee - Ein kleines Juwel inmitten intensiver Landwirtschaft. In näherer Umgebung war vor einem Jahr ein Halsbandschnäppermännchen anwesend.
Kaum beim See angekommen machte sich auch schon ein Vogel lautstark aus dem Schilf bemerkbar –  ein rhythmisch kratzender Gesang. Bei genauerem Hinhören stellten wir fest,  dass es sich um einen Schilfrohrsänger handelte! Mit dieser Art hatten selbst die Leiter nicht gerechnet… Der Schilfrohrsänger brütet bei uns nur sehr selten in der Westschweiz, als Durchzügler tritt er aber fast überall im Mittelland auf. Nach diesem ersten Highlight ging es weiter dem See entlang – es hatte inzwischen zu regnen aufgehört  – wo wir noch einen zweiten singenden Schilfrohrsänger vernehmen konnten. Aber wo blieb die der eigentlich zu erwartende Rohrsänger? Erst etwas später konnten wir den häufigeren Teichrohrsänger, welcher am Katzensee auch brütet, hören. Für das ungeübte Ohr sind Schilf- und Teichrohrsänger am Gesang eher schwierig zu unterscheiden. Der Schilfrohrsänger singt schneller und klingt ähnlich wie Schleifpapier auf Holz. Der Teichrohrsänger singt etwas langsamer und weniger monoton – in der Insidersprache wird er auch Schilf-DJ genannt ;-).
Schon wollten wir wieder zurückgehen, als uns Simon noch eine Dorngrasmücke aus einem Busch hervorzauberte. Sie liess sich sehr schön im gleichen Bild mit einigen Braunkehlchen betrachten. Auch diese beiden Arten waren nur Durchzügler.
In einer Birke konnten wir auf dem Weg zur Badi noch zwei Feldsperlinge beim Nestbau beobachten und uns gleich die Merkmale einprägen. Der Feldsperling hat im Gegensatz zum Haussperling eine rein braune Kopfplatte und auf beiden Wangen je einen schwarzen Punkt.

 
Der Feldsperling - ein typischer Kulturlandvogel. Zu erkennen an der vollständig braunen Kopfplatte und dem schwarzen Wangenfleck.
Aber wo blieben unsere Greifvögel? Auch nach einigen Minuten Himmel absuchen konnten wir nur zwei Kolkraben (diese Art brütet inzwischen schon am Katzensee!) entdecken, bis auf einmal Gian Luis rief, dass über der Hochspannungsleitung ein rüttelnder Turmfalke zu beobachten sei. Rütteln ist ein typisches Verhalten für Turmfalken. Sie bleiben manchmal über eine Minute flatternd in der Luft stehen und suchen mit ihren guten Augen eine Beute, auf welche sie dann plötzlich im Sturzflug hinabstürzen.
Endlich bei der Badi angekommen standen die ersten Spiele für heute auf dem Programm. Zwei Runden „Turmfalkenfangis“ und dann noch eine Runde „Habichtjunge füttern“, bei dem das Ziel war, möglichst viele Gummibärli ins eigene Nest zu bringen.

Die Natrix beim Fangis Spielen...
... und beim anschliessenden Gummibärli geniessen - aber Achtung, im Hintergrund ist ein Habicht im Anmarsch ;-)
Am Schluss trugen Fabian und Merlin noch etwas über Greifvögel vor (dank Jonas‘ Präparierkünsten konnten wir Mäusebussard und Turmfalke haut-/federnah betrachten), bis wir dann müde, aber mit vielen neuen Erkenntnissen, zurück zur Bushaltestelle trotteten. Glücklicherweise hatte sich das Wetter doch noch zum Guten entwickelt, so dass die Exkursion im Gegensatz zum letzten Jahr nicht vollständig ins Wasser fiel…

Bericht und Fotos: Merlin Hochreutener.

Samstag, 20. April 2013

Dritte Grundkursexkursion: Zürcher Innenstadt

Dem Grundkurs 2013 ist das Wetterglück einfach nicht hold: Hätte die Grundkursexkursion zum Lebensraum Siedlung an diesem 20. April zwei Stunden früher begonnen, hätten sich die fünf Teilnehmer und die drei Leiter Jakob, Merlin und Patrick im Schneegestöber auf die Suche nach Wanderfalke & Co. machen müssen. Da es aber zu Tagesbeginn etwas wärmer geworden war, begleitete uns auf der Exkursion glücklicherweise "nur" Nieselregen und keine Schneeflocken...

Nach der Begrüssung beim Kiosk Bürkliplatz erfuhren die Teilnehmer, dass sie der Stadtpolizei Zürich bei der Suche nach schwarz-grauen Räubern helfen müssen. Ein Phantombild und ein noch unvollständiges Signalement wurde den Teilnehmern ausgehändigt, damit sie mehr Informationen über den Namen, das Aussehen und den Aufenthaltsort der Räuber in Erfahrung bringen und schriftlich festhalten können. Mit diesem Auftrag machten wir uns auf, die Zürcher Innenstadt etwas näher auf ihre befiederten Bewohner zu untersuchen. Als wir uns dem Grossmünster näherten, hörten wir plötzlich seltsam metallische Rufe und zwischen den Giebeln der Altstadt sahen wir schwarze Gestalten vorbeifliegen... Wer das wohl sein könnte? Einige Meter näher beim Münster und nach einem Blick durch Merlins und Jakobs Fernrohre herrschte Gewissheit: Die gesuchten Räuber sind schon aufgestöbert! Wie uns Merlin verriet, heissen die klugen Kerle, die gerne mal beim McDonalds ein paar Pommes frites und andere Essensabfälle stibitzen, Dohlen. Er erzählte uns nicht nur, wie wir sie erkennen und bestimmen können, sondern auch, wie ihre Kinderstube aussieht. Dohlen sind Gebäudebrüter, die unter anderem unter dem Dach des Grossmünsters und anderer Gebäude ihre Jungen grossziehen. Wie andere Arten profitieren sie also direkt und indirekt vom Menschen und seinen Siedlungen. Allerdings finden die Zürcher Dohlen in der ausgeräumten Stadt oft zu wenig Futter für ihre Kleinen.

Merlin und Gian-Luis referieren über die Bestimmung der Dohle.
Nach dieser erfolgreichen Räubersuche konnten wir das Signalement auf dem Blatt vervollständigen. Weiter ging es auf dem Platz vor dem Grossmünster, wo Jakob über die Stadttaube berichtete, die einst ein Bewohner von Felsschluchten war und dann irgendwann bemerkte, dass Menschen jede Menge künstlicher Felsschluchten erschaffen, worauf sie  unsere Städte zu besiedeln begann. Hier vermischte sie sich mit freifliegenden Brieftauben, weshalb die Stadttaube heute in unendlichen Farbvariationen auftritt. An Anschauungsexemplaren mangelte es nicht, vor einer Tür mit schwarzen Silhouetten etwa lief ein bunter Haufen Strassentauben laut gurrend durcheinander.

Die Silhouetten an der Tür interessierten uns natürlich und wir wollten sie etwas näher unter die Lupe nehmen. Schnell fanden die Teilnehmer heraus, dass es sich um die Silhouette einer Schwalbe, eines Falken und eines Seglers handeln musste. Gemeinsam beschrieben wir, wie sich die Flugbilder dieser drei Luftakrobaten unterscheiden, damit wir die Arten auch bestimmen können, wenn die Lichtverhältnisse mal nicht so gut sind und wir einen Vogel im Gegenlicht bestimmen wollen.

Rauchschwalbe, Turmfalke und Mauersegler -
die Grundkürsler wissen, wer hier wer ist!


Bei dieser Trockenübung musste es aber nicht bleiben: Nachdem Patrick und Jakob einiges über Alpen- und Mauersegler erzählt hatten, wie etwa, dass sie die ersten zwei Jahre ihres Lebens nach dem Ausfliegen nur in der Luft verbringen, und zum Schlafen in höhere Luftschichten fliegen und dabei eine Hirnhälfte schlafen und die andere den Vogel im Autopilotenmodus weiterfliegen lassen, entdeckten wir am Himmel pfeilschnelle Vögel, die die Teilnehmer sofort als Mauer- und Alpensegler bestimmten. Besonders die Alpensegler flogen auch ihre Brutplätze am Münster an und zeigten beim An- und Abflug nicht nur ihre schneeweissen Bäuche und Kehlen, die sie vom Mauersegler unterscheiden, sondern liessen auch ihren typischen Triller hören. 

Langsam wurde uns kalt - zwar war es wie eingangs erwähnt etwas milder geworden, aber frühlingshaft waren die Temperaturen deswegen noch lange nicht. Um wieder etwas wärmer zu bekommen, spielten wir ein "Falkenfangis", bei dem sich sowohl Jäger wie auch Gejagte ordentlich ins Zeug mussten, wie das Foto unten zeigt:

Ein Doppelfalke macht im spätwinterlichen Zürich Jagd auf Beute.
Trotz mehrerer Durchgänge froren wir immer noch ein wenig - es war aber auch schweinekalt! Gut, hatten wir Aerobictrainer Merlin Hochreutener dabei, der kurzerhand eine ornithologisch inspirierte Aufwärmübung aus dem Ärmel schüttelte. 

Wenigstens ein klein bisschen aufgewärmt begaben wir uns nun zum Gymnasium Hohe Promenade ob dem Bahnhof Stadelhofen. Hier arbeitete ein Vogel für einmal sehr schön mit uns zusammen: Während Jakob die Bestimmung der Mönchsgrasmücke erläuterte, begann ein Männchen dieser Art gleich neben ihm aus voller Kehle singen. An dieser Zusammenarbeit hätten sich Hausrotschwanz, Wanderfalke und Gartenbaumläufer gerne ein Beispiel nehmen können, denn weder vor noch nach der Präsentation dieser Vögel durch Merlin und Patrick wollten sich uns diese Kulturfolger zeigen... 
Während dem Hausrotschwanz wie schon der Stadttaube die Schluchten der Stadt wie die Felsen seines ursprünglichen Verbreitungsgebietes vorkamen, und er deshalb sein Vorkommen so weit ausdehnen konnte, dass er heute der am weitesten verbreitete (nicht aber der häufigste!) Brutvogel der Schweiz ist, lockten den Wanderfalken nicht nur die Aussicht auf Brutplätze an Kehrichtverbrennungsanlagen oder auf Türmen, sondern auch ein reich gedeckter Tisch in die Städte: Die hier häufigen Strassentauben sind für den Wanderfalken ein gefundenes Fressen, das er in einer Kombination von List und Schnelligkeit erbeutet. Wanderfalken kreisen nämlich gerne in grosser Höhe und stürzen sich in grosser Geschwindigkeit hinunter, wenn sie unter sich einen Schwarm leckerer Strassentauben entdecken. Sein nichtsahnendes Opfer tötet er meist schon durch die blosse Wucht des Aufpralls. 
Als unauffälligen Bewohner von Gärten und Parks lernten wir den weiss-braunen Gartenbaumläufer kennen, der zwar wie der Kleiber gerne senkrecht die Bäume emporklettert, anders als dieser aber nicht wieder kopfüber hinuntermarschiert.

Nach diesen Ausführungen galt es im Spiel "wahr oder falsch", das auf der Exkursion erlernte Wissen unter Beweis zu stellen. Die Teilnehmer sowie Merlin standen sich drei und drei gegenüber und mussten in Sekundenschnelle entscheiden, ob die Aussagen, die Patrick vorlas, wahr oder falsch waren. Waren sie richtig, also real, jagten die Wanderfalken auf der einen Seite ihre Gegenüber, die Strassentauben. Waren sie hingegen falsch, stand die Welt Kopf, und so mussten die Strassentauben wie in einer verkehrten Welt die Wanderfalken jagen. Die Teilnehmer wussten die schwierigen Fragen (fast) immer richtig zu beantworten, und so kam es nie vor, dass der Gejagte dem Jäger direkt in die Fänge flog.

Nach dieser actionreichen Schluss"prüfung" mussten wir schon wieder den Rückmarsch zum Bürkliplatz antreten, wo die Teilnehmer von ihren Eltern in Empfang genommen wurden. Trotz schlechten Wetters machte uns Leitern die Exkursion Spass, wir hoffen aber dennoch inständig, dass das Wetter auf der nächsten Exkursion, auf welcher wir die Vogelwelt am und um den Katzensee erkunden, etwas besser sein wird...

Bilder: Jakob Hochuli
Bericht: Patrick Mächler.

Freitag, 29. März 2013

Anstatt eines Schneewochenendes: Exkursion nach Jona und ins Kaltbrunner Ried

Weil es Petrus nicht gut gemeint hat mit uns, musste das Schneeschuhlager in Amden abgesagt werden. Schneefall, starker Wind und stockdichter Nebel lautete die Prognose – katastrophale Bedingungen, um Eulen hören und Raufusshühner erspähen zu können. Aber für Ersatz war gesorgt: Kurzfristig organisierte Dennis eine Exkursion ins Kaltbrunnerriet mit einem Abstecher nach Jona.
In Jona konnten wir gleich zu Beginn ein wunderschönes Blaukehlchenmännchen beobachten, welches auf der Kiesbank nach Nahrung suchte. Kurz darauf liess sich auch das Weibchen beobachten, allerdings ist dessen Kehle nicht so schön blau wie beim Männchen.

Trotzten der Kälte: die aparten Blaukehlchen, hier ein farbenprächtiges Männchen. Der aufmerksame Blogleser wird gemerkt haben, dass dieses Bild nicht von der heutigen Exkursion stammt - von solchem Licht konnten wir nur träumen...
Weitere seltenere Arten waren sechzehn Bergenten, drei Knäkenten, zwei Waldwasserläufer und ein Flussregenpfeifer. Als wir aufbrechen wollten, wurden wir von insgesamt fast hundert Grossen Brachvögeln, die über uns hinwegflogen, aufgehalten. Es waren vermutlich jene Individuen, welche normalerweise im Nuolener Ried logieren.

Blaukehlchen, Flussregenpfeifer, Grosse Brachvögel - viel zu sehen gibt es für die Natrixler am Obersee bei Jona. Foto: Eric Christen.







Nach der kurzen Zugfahrt von Blumenau nach Uznach konnten wir im Kaltbrunnerriet auch schon wieder die ersten Arten erspähen: Ein Weissstorch, der genüsslich einen Regenwurm verspeiste und ein Schwarzkehlchen. Das Kaltbrunnerriet ist eines der letzten übrig gebliebenen Flachmoore in der Linthebene - kein Wunder, dass hier viele Zugvögel rasten, die momentan auf der Rückreise in den Norden sind. 

Überblick über das Kaltbrunner Ried. Foto: Meo Sauter.
Vom Beobachtungsturm aus erhofften wir weitere Vögel entdecken zu können – ein Irrtum, wie sich herausstellte: Der Turm bot bereits mindestens zehn Personen Schutz vor dem garstigen Wetter… Nur wer Glück hatte, konnte mit freier Sicht das Ried überblicken. So hatten Patrick, Eric und Jakob gar keinen Platz mehr auf dem Turm und mussten ihren Zmittag am Boden verspeisen.
 
Patrick und Eric aus der Vogelperspektive. Foto: Meo Sauter.
Nach und nach, als es zu regnen begann, leerte sich der Turm allerdings wieder und er konnte von den Natrixlern in Beschlag genommen werden. Hundert Kiebitze, neunzehn Kraniche, zehn Silberreiher, fünf Blaukehlchen und viele weitere Arten konnten wir schön beobachten. Auf dem zweiten Turm im Ried, dem kleineren beim Entensee, konnten wir noch drei Löffelenten und eine Pfeifente betrachten.

Auch diese Kraniche waren über das Wetter wohl kaum erfreut, hinderte es sie doch schon seit Tagen am Weiterflug in die Brutgebiete. Unsere Freude über den Anblick war deswegen aber keineswegs getrübt. Foto: Meo Sauter.
Weil immer dunklere Wolken aufzogen, beschlossen wir, die Exkursion in einem Café in Uznach abzuschliessen. Dort konnten wir uns aufwärmen und die restliche Zeit mit „Gemschen“ und Nussgipfelessen (vielen Dank an Dennis, der sie uns spendierte!) verbringen.

Bericht und Fotos ohne Vermerk des Fotografen: Merlin Hochreutener. 

Samstag, 23. März 2013

Zweite Grundkursexkursion: Hönggerberg

Mit dem typischen  „glük-glük-glük“ des Grünspechts wurden wir gleich zu Beginn unserer zweiten Grundkursexkursion am Waldrand begrüsst. Der Gesang des farbenprächtigen Grünspechts sollte uns noch den ganzen Vormittag auf unserer Waldexkursion durch den Hönggerberg begleiten.

Alle acht Grundkursteilnehmer machten sich dann auf die Suche nach den anderen Waldbewohnern. Eines der ersten Tiere, welches wir im Wald erspäten, war kein Vogel, sondern ein Eichhörnchen, das schnell über den Waldweg huschte und dann eine alte Eiche emporrannte. Kurz darauf konnten wir von einer nahen Baumgruppe den lieblichen Gesang einer Singdrossel vernehmen, die ihre Strophen immer wieder wiederholte. Auch der Zaunkönig und ein wunderschönes Rotkehlchen sangen uns ein Ständchen.

Rotkehlchen.
Nach all den Vogelstimmen und um wieder etwas Wärme in die frierenden Gliedmassen zu bekommen spielten wir ein rasantes Versteckspiel zwischen Asthaufen, dicken Bäumen und verdutzten Ornihtologen, die ebenfalls durch den Wald streiften.

Doch nach 4 (!) Runden ging auch dieses rasante Intermezzo wieder zu Ende und wir machten uns wieder auf Vogelpirsch: Eine Amsel, die neben dem Weg Würmer suchte und ein farbenfroher Buntspecht zeigten sich schön. Auch der typische Gesang des ZilpZalps war zu hören.

Um die Tarneigenschaften der Vögel zu demonstrieren, versteckten die Leiter Fäden in den Farben Grün, Braun und Rot entlang des Weges, welche alle Jung-Natrixler finden mussten. Das Ergebnis? Es wurden fast nur die roten und ein paar grüne Fäden gefunden, die braunen gingen in den Blättern und trockenen Grasbüscheln völlig unter - genau wie bei den Vögel, die sich gut zu tarnen wissen.

Nach einer aufregenden und spannenden Exkursion machte sich die illustre Truppe wieder auf zur Busstation, von wo aus uns der Trolleybus wieder zurück ins Stadtzentrum brachte.

Bericht und Foto: Dominic Martin.