Samstag, 20. April 2013

Dritte Grundkursexkursion: Zürcher Innenstadt

Dem Grundkurs 2013 ist das Wetterglück einfach nicht hold: Hätte die Grundkursexkursion zum Lebensraum Siedlung an diesem 20. April zwei Stunden früher begonnen, hätten sich die fünf Teilnehmer und die drei Leiter Jakob, Merlin und Patrick im Schneegestöber auf die Suche nach Wanderfalke & Co. machen müssen. Da es aber zu Tagesbeginn etwas wärmer geworden war, begleitete uns auf der Exkursion glücklicherweise "nur" Nieselregen und keine Schneeflocken...

Nach der Begrüssung beim Kiosk Bürkliplatz erfuhren die Teilnehmer, dass sie der Stadtpolizei Zürich bei der Suche nach schwarz-grauen Räubern helfen müssen. Ein Phantombild und ein noch unvollständiges Signalement wurde den Teilnehmern ausgehändigt, damit sie mehr Informationen über den Namen, das Aussehen und den Aufenthaltsort der Räuber in Erfahrung bringen und schriftlich festhalten können. Mit diesem Auftrag machten wir uns auf, die Zürcher Innenstadt etwas näher auf ihre befiederten Bewohner zu untersuchen. Als wir uns dem Grossmünster näherten, hörten wir plötzlich seltsam metallische Rufe und zwischen den Giebeln der Altstadt sahen wir schwarze Gestalten vorbeifliegen... Wer das wohl sein könnte? Einige Meter näher beim Münster und nach einem Blick durch Merlins und Jakobs Fernrohre herrschte Gewissheit: Die gesuchten Räuber sind schon aufgestöbert! Wie uns Merlin verriet, heissen die klugen Kerle, die gerne mal beim McDonalds ein paar Pommes frites und andere Essensabfälle stibitzen, Dohlen. Er erzählte uns nicht nur, wie wir sie erkennen und bestimmen können, sondern auch, wie ihre Kinderstube aussieht. Dohlen sind Gebäudebrüter, die unter anderem unter dem Dach des Grossmünsters und anderer Gebäude ihre Jungen grossziehen. Wie andere Arten profitieren sie also direkt und indirekt vom Menschen und seinen Siedlungen. Allerdings finden die Zürcher Dohlen in der ausgeräumten Stadt oft zu wenig Futter für ihre Kleinen.

Merlin und Gian-Luis referieren über die Bestimmung der Dohle.
Nach dieser erfolgreichen Räubersuche konnten wir das Signalement auf dem Blatt vervollständigen. Weiter ging es auf dem Platz vor dem Grossmünster, wo Jakob über die Stadttaube berichtete, die einst ein Bewohner von Felsschluchten war und dann irgendwann bemerkte, dass Menschen jede Menge künstlicher Felsschluchten erschaffen, worauf sie  unsere Städte zu besiedeln begann. Hier vermischte sie sich mit freifliegenden Brieftauben, weshalb die Stadttaube heute in unendlichen Farbvariationen auftritt. An Anschauungsexemplaren mangelte es nicht, vor einer Tür mit schwarzen Silhouetten etwa lief ein bunter Haufen Strassentauben laut gurrend durcheinander.

Die Silhouetten an der Tür interessierten uns natürlich und wir wollten sie etwas näher unter die Lupe nehmen. Schnell fanden die Teilnehmer heraus, dass es sich um die Silhouette einer Schwalbe, eines Falken und eines Seglers handeln musste. Gemeinsam beschrieben wir, wie sich die Flugbilder dieser drei Luftakrobaten unterscheiden, damit wir die Arten auch bestimmen können, wenn die Lichtverhältnisse mal nicht so gut sind und wir einen Vogel im Gegenlicht bestimmen wollen.

Rauchschwalbe, Turmfalke und Mauersegler -
die Grundkürsler wissen, wer hier wer ist!


Bei dieser Trockenübung musste es aber nicht bleiben: Nachdem Patrick und Jakob einiges über Alpen- und Mauersegler erzählt hatten, wie etwa, dass sie die ersten zwei Jahre ihres Lebens nach dem Ausfliegen nur in der Luft verbringen, und zum Schlafen in höhere Luftschichten fliegen und dabei eine Hirnhälfte schlafen und die andere den Vogel im Autopilotenmodus weiterfliegen lassen, entdeckten wir am Himmel pfeilschnelle Vögel, die die Teilnehmer sofort als Mauer- und Alpensegler bestimmten. Besonders die Alpensegler flogen auch ihre Brutplätze am Münster an und zeigten beim An- und Abflug nicht nur ihre schneeweissen Bäuche und Kehlen, die sie vom Mauersegler unterscheiden, sondern liessen auch ihren typischen Triller hören. 

Langsam wurde uns kalt - zwar war es wie eingangs erwähnt etwas milder geworden, aber frühlingshaft waren die Temperaturen deswegen noch lange nicht. Um wieder etwas wärmer zu bekommen, spielten wir ein "Falkenfangis", bei dem sich sowohl Jäger wie auch Gejagte ordentlich ins Zeug mussten, wie das Foto unten zeigt:

Ein Doppelfalke macht im spätwinterlichen Zürich Jagd auf Beute.
Trotz mehrerer Durchgänge froren wir immer noch ein wenig - es war aber auch schweinekalt! Gut, hatten wir Aerobictrainer Merlin Hochreutener dabei, der kurzerhand eine ornithologisch inspirierte Aufwärmübung aus dem Ärmel schüttelte. 

Wenigstens ein klein bisschen aufgewärmt begaben wir uns nun zum Gymnasium Hohe Promenade ob dem Bahnhof Stadelhofen. Hier arbeitete ein Vogel für einmal sehr schön mit uns zusammen: Während Jakob die Bestimmung der Mönchsgrasmücke erläuterte, begann ein Männchen dieser Art gleich neben ihm aus voller Kehle singen. An dieser Zusammenarbeit hätten sich Hausrotschwanz, Wanderfalke und Gartenbaumläufer gerne ein Beispiel nehmen können, denn weder vor noch nach der Präsentation dieser Vögel durch Merlin und Patrick wollten sich uns diese Kulturfolger zeigen... 
Während dem Hausrotschwanz wie schon der Stadttaube die Schluchten der Stadt wie die Felsen seines ursprünglichen Verbreitungsgebietes vorkamen, und er deshalb sein Vorkommen so weit ausdehnen konnte, dass er heute der am weitesten verbreitete (nicht aber der häufigste!) Brutvogel der Schweiz ist, lockten den Wanderfalken nicht nur die Aussicht auf Brutplätze an Kehrichtverbrennungsanlagen oder auf Türmen, sondern auch ein reich gedeckter Tisch in die Städte: Die hier häufigen Strassentauben sind für den Wanderfalken ein gefundenes Fressen, das er in einer Kombination von List und Schnelligkeit erbeutet. Wanderfalken kreisen nämlich gerne in grosser Höhe und stürzen sich in grosser Geschwindigkeit hinunter, wenn sie unter sich einen Schwarm leckerer Strassentauben entdecken. Sein nichtsahnendes Opfer tötet er meist schon durch die blosse Wucht des Aufpralls. 
Als unauffälligen Bewohner von Gärten und Parks lernten wir den weiss-braunen Gartenbaumläufer kennen, der zwar wie der Kleiber gerne senkrecht die Bäume emporklettert, anders als dieser aber nicht wieder kopfüber hinuntermarschiert.

Nach diesen Ausführungen galt es im Spiel "wahr oder falsch", das auf der Exkursion erlernte Wissen unter Beweis zu stellen. Die Teilnehmer sowie Merlin standen sich drei und drei gegenüber und mussten in Sekundenschnelle entscheiden, ob die Aussagen, die Patrick vorlas, wahr oder falsch waren. Waren sie richtig, also real, jagten die Wanderfalken auf der einen Seite ihre Gegenüber, die Strassentauben. Waren sie hingegen falsch, stand die Welt Kopf, und so mussten die Strassentauben wie in einer verkehrten Welt die Wanderfalken jagen. Die Teilnehmer wussten die schwierigen Fragen (fast) immer richtig zu beantworten, und so kam es nie vor, dass der Gejagte dem Jäger direkt in die Fänge flog.

Nach dieser actionreichen Schluss"prüfung" mussten wir schon wieder den Rückmarsch zum Bürkliplatz antreten, wo die Teilnehmer von ihren Eltern in Empfang genommen wurden. Trotz schlechten Wetters machte uns Leitern die Exkursion Spass, wir hoffen aber dennoch inständig, dass das Wetter auf der nächsten Exkursion, auf welcher wir die Vogelwelt am und um den Katzensee erkunden, etwas besser sein wird...

Bilder: Jakob Hochuli
Bericht: Patrick Mächler.

Freitag, 29. März 2013

Anstatt eines Schneewochenendes: Exkursion nach Jona und ins Kaltbrunner Ried

Weil es Petrus nicht gut gemeint hat mit uns, musste das Schneeschuhlager in Amden abgesagt werden. Schneefall, starker Wind und stockdichter Nebel lautete die Prognose – katastrophale Bedingungen, um Eulen hören und Raufusshühner erspähen zu können. Aber für Ersatz war gesorgt: Kurzfristig organisierte Dennis eine Exkursion ins Kaltbrunnerriet mit einem Abstecher nach Jona.
In Jona konnten wir gleich zu Beginn ein wunderschönes Blaukehlchenmännchen beobachten, welches auf der Kiesbank nach Nahrung suchte. Kurz darauf liess sich auch das Weibchen beobachten, allerdings ist dessen Kehle nicht so schön blau wie beim Männchen.

Trotzten der Kälte: die aparten Blaukehlchen, hier ein farbenprächtiges Männchen. Der aufmerksame Blogleser wird gemerkt haben, dass dieses Bild nicht von der heutigen Exkursion stammt - von solchem Licht konnten wir nur träumen...
Weitere seltenere Arten waren sechzehn Bergenten, drei Knäkenten, zwei Waldwasserläufer und ein Flussregenpfeifer. Als wir aufbrechen wollten, wurden wir von insgesamt fast hundert Grossen Brachvögeln, die über uns hinwegflogen, aufgehalten. Es waren vermutlich jene Individuen, welche normalerweise im Nuolener Ried logieren.

Blaukehlchen, Flussregenpfeifer, Grosse Brachvögel - viel zu sehen gibt es für die Natrixler am Obersee bei Jona. Foto: Eric Christen.







Nach der kurzen Zugfahrt von Blumenau nach Uznach konnten wir im Kaltbrunnerriet auch schon wieder die ersten Arten erspähen: Ein Weissstorch, der genüsslich einen Regenwurm verspeiste und ein Schwarzkehlchen. Das Kaltbrunnerriet ist eines der letzten übrig gebliebenen Flachmoore in der Linthebene - kein Wunder, dass hier viele Zugvögel rasten, die momentan auf der Rückreise in den Norden sind. 

Überblick über das Kaltbrunner Ried. Foto: Meo Sauter.
Vom Beobachtungsturm aus erhofften wir weitere Vögel entdecken zu können – ein Irrtum, wie sich herausstellte: Der Turm bot bereits mindestens zehn Personen Schutz vor dem garstigen Wetter… Nur wer Glück hatte, konnte mit freier Sicht das Ried überblicken. So hatten Patrick, Eric und Jakob gar keinen Platz mehr auf dem Turm und mussten ihren Zmittag am Boden verspeisen.
 
Patrick und Eric aus der Vogelperspektive. Foto: Meo Sauter.
Nach und nach, als es zu regnen begann, leerte sich der Turm allerdings wieder und er konnte von den Natrixlern in Beschlag genommen werden. Hundert Kiebitze, neunzehn Kraniche, zehn Silberreiher, fünf Blaukehlchen und viele weitere Arten konnten wir schön beobachten. Auf dem zweiten Turm im Ried, dem kleineren beim Entensee, konnten wir noch drei Löffelenten und eine Pfeifente betrachten.

Auch diese Kraniche waren über das Wetter wohl kaum erfreut, hinderte es sie doch schon seit Tagen am Weiterflug in die Brutgebiete. Unsere Freude über den Anblick war deswegen aber keineswegs getrübt. Foto: Meo Sauter.
Weil immer dunklere Wolken aufzogen, beschlossen wir, die Exkursion in einem Café in Uznach abzuschliessen. Dort konnten wir uns aufwärmen und die restliche Zeit mit „Gemschen“ und Nussgipfelessen (vielen Dank an Dennis, der sie uns spendierte!) verbringen.

Bericht und Fotos ohne Vermerk des Fotografen: Merlin Hochreutener. 

Samstag, 23. März 2013

Zweite Grundkursexkursion: Hönggerberg

Mit dem typischen  „glük-glük-glük“ des Grünspechts wurden wir gleich zu Beginn unserer zweiten Grundkursexkursion am Waldrand begrüsst. Der Gesang des farbenprächtigen Grünspechts sollte uns noch den ganzen Vormittag auf unserer Waldexkursion durch den Hönggerberg begleiten.

Alle acht Grundkursteilnehmer machten sich dann auf die Suche nach den anderen Waldbewohnern. Eines der ersten Tiere, welches wir im Wald erspäten, war kein Vogel, sondern ein Eichhörnchen, das schnell über den Waldweg huschte und dann eine alte Eiche emporrannte. Kurz darauf konnten wir von einer nahen Baumgruppe den lieblichen Gesang einer Singdrossel vernehmen, die ihre Strophen immer wieder wiederholte. Auch der Zaunkönig und ein wunderschönes Rotkehlchen sangen uns ein Ständchen.

Rotkehlchen.
Nach all den Vogelstimmen und um wieder etwas Wärme in die frierenden Gliedmassen zu bekommen spielten wir ein rasantes Versteckspiel zwischen Asthaufen, dicken Bäumen und verdutzten Ornihtologen, die ebenfalls durch den Wald streiften.

Doch nach 4 (!) Runden ging auch dieses rasante Intermezzo wieder zu Ende und wir machten uns wieder auf Vogelpirsch: Eine Amsel, die neben dem Weg Würmer suchte und ein farbenfroher Buntspecht zeigten sich schön. Auch der typische Gesang des ZilpZalps war zu hören.

Um die Tarneigenschaften der Vögel zu demonstrieren, versteckten die Leiter Fäden in den Farben Grün, Braun und Rot entlang des Weges, welche alle Jung-Natrixler finden mussten. Das Ergebnis? Es wurden fast nur die roten und ein paar grüne Fäden gefunden, die braunen gingen in den Blättern und trockenen Grasbüscheln völlig unter - genau wie bei den Vögel, die sich gut zu tarnen wissen.

Nach einer aufregenden und spannenden Exkursion machte sich die illustre Truppe wieder auf zur Busstation, von wo aus uns der Trolleybus wieder zurück ins Stadtzentrum brachte.

Bericht und Foto: Dominic Martin.

Samstag, 9. März 2013

Erste Grundkursexkursion: Zürcher Seebecken

Wie in den letzten Jahren führte auch dieses Jahr die erste Grundkursexkursion zum Bürkliplatz am Zürisee. Nachdem alle Teilnehmer eingetrudelt waren, ging es auch sogleich los. Um sich genauer kennen zu lernen, machten wir ein Spiel, bei welchem man einen Ball einer Person zuwerfen und danach deren Namen sagen musste. Sobald die Namen im Gedächtnis gespeichert waren, beobachteten wir die ersten Vögel. Drei Tafelenten – ein Männchen und zwei Weibchen – waren auf einem Steg am Ruhen. Das Männchen erkennt man am braunroten dreieckigen Kopf. Das Weibchen ist weniger bunt gefärbt. Wieso das denn so sei, war gleich eine Frage. Weil die Weibchen bei fast allen Vögeln das Brutgeschäft übernehmen, müssen sie besonders gut getarnt sein, damit sie nicht von Feinden entdeckt werden, lautete die Antwort. Die Männchen sind bei allen Vogelarten bis auf einige Ausnahmen bunter. Gleich daneben schwammen einige Reiherenten: Die Männchen sind schwarz mit weissen Flanken und haben einen langen Schopf, genau wie die Reiher, deshalb auch der Name. Auffallend sind zudem die leuchtend gelben Augen. Auch bei ihnen sind die Weibchen eintönig braun.

Auch bei dieser Art ist das Weibchen dezenter gefärbt: 
ein Kolbenentenpaar am frühlingshaften Seebecken.
Etwas später konnten wir ausgiebig ein badendes Teichhuhn beobachten. Teichhühner und Blässhühner (= Taucherli) gehören zur selben Familie, den Rallen. Ihre Füsse haben keine Schwimmhäute, weshalb sie nicht so gut schwimmen können wie andere Wasservögel. Das Blässhuhn hat eine Kompromisslösung: An den Zehen sind sogenannte Lappen ausgebildet, mit diesen kann es gut schwimmen und zugleich auch an Land besser gehen. 

Voller Körpereinsatz für den perfeken Beobachtungswinkel: Mara auf Wasservogelpirsch.
 Nach dem Haubentaucher-Fisch-Fangis gingen wir der Frage nach, wieso die Enten im Wasser nicht kalt haben. Fast alle Wasservögel haben nämlich eine Drüse, mit der sie ihre Federn einfetten können. Das heisst, das Wasser kann den Fettfilm nicht durchdringen und die Federn und die Haut bleiben folglich trocken. Um dies zu beweisen, fetteten wir den Handrücken unserer einen Hand mit Vaseline ein, den der anderen jedoch nicht. Als Dominic Wasser darüber goss, wurde die eine Hand nass, bei der eingefetteten Hand aber perlte das Wasser ab und sie fühlte sich danach wieder wie vorher an. Der Kormoran hat diese Fettdrüse nicht. Bei seinen Tauchgängen werden die Federn daher nass. Das ist der Grund, weshalb wir ihn oft mit geöffneten Flügeln sehen, denn damit er wieder gut fliegen kann, muss er seine Flügel trocknen lassen.

Ob diese Kormorane wohl schon alle trocken sind?
Doch das Highlight kam erst noch: Als wir die Lachmöwe etwas genauer unter die Lupe nahmen, konnten wir drei echte Lachmöwenflügel anfassen. Man spürte, dass die Brustfedern schön weich waren (sie müssen warm geben) und die Armschwingen etwas borstig (sie dienen zum Fliegen). 

Wissenswertes über und Kuschliges von der Lachmöwe.
Schon bald war es wieder Zeit zurückzukehren, warteten doch schon die Mütter und Väter gespannt auf ihre Sprösslinge. Zuerst machten wir aber nochmals ein Spiel: Kettenfangis, von uns jedoch in Haubentaucher-Fisch-Fangis umbenannt ;-). Zum Schluss gab es noch ein kleines Quiz. Jedem Teilnehmer wurde ein Vogel auf den Rücken geklebt; dieser musste dann mit ja/nein-Fragen herausgefunden werden.

Die Exkursion war mit sieben sehr interessierten Teilnehmern ein guter Startschuss für den Grundkurs 2013. Wir freuen uns auf die folgenden Exkursionen.

Bericht & Fotos: Merlin Hochreutener.  

Sonntag, 3. Februar 2013

Wasservogelexkursion am Obersee

Am Nachmittag des dritten Februars widmeten wir uns den Wasservögeln, die sich im Winter im Gebiet zwischen Rapperswil und Pfäffikon (SZ) tummeln. Erfreulich war die Anzahl der Teilnehmer – es waren deren 12, darunter mit Andrea und Selina zwei neue Gesichter.

Bei bedecktem Wetter klapperten wir zuerst den Rapperswiler Hafen ab und erhielten hier die Gelegenheit, verschiedene Möwen- und Entenarten aus nächster Nähe anzuschauen, wobei ein Teichhuhn, das eifrig der Mole entlang schwamm, am meisten Aufmerksamkeit auf sich zog. Danach folgte ein kurzer Abstecher in die Kempratner Bucht, wo wir eine Gruppe Kormorane beobachteten, die auf dem Floss standen und stoisch des Zeitpunktes harrten, da ihr Gefieder vollständig trocken sei. Komorane sind im Gegensatz zu den übrigen Wasservögeln nicht mit der Fettdrüse ausgestattet, die erlaubt, das Gefieder zu imprägnieren. Wir marschierten retour und begingen den Holzsteg. 

Leiter Jakob und die Gruppe am Rapperswilemer Ende des Holzsteges.
Neben Beobachtungen von Silber-, Steppenmöwen und Silberreiher gefielen hier besonders die zahlreichen Zwergtaucher, deren Fixieren eine Herausforderung darstellte: war ein Individuum einmal aufgetaucht, vergingen nur Sekunden und einzig Luftbläschen blieben zurück, der Vogel war wieder abgetaucht. 

Die junge Natrix am Beobachten -
schnell muss ein, wer die flinken Zwergtaucher im Fernrohr erwischen will!

Bevor wir den Holzsteg verliessen, sahen wir einige Eiderenten, eine Art, die in Rapperswil brütet. Am späten Nachmittag erreichten wir den Frauenwinkel. Hier entdecken wir durch die Luken der Beobachtungswand drei grosse Brachvögel, die in der Natrix bekanntlich „GBs“ genannt werden. Mit ihren langen, gebogenen Schnäbeln suchten sie im Boden nach Kleintieren. Neben den GBs waren des Weiteren einige Löffelenten und Graugänse anwesend. Letztere waren mit einer Streifengans vergesellschaftet, welche die achtjährige Sontje beinahe routinemässig von Auge entdeckt und bestimmt hatte. Nur schade, dass die Streifengans im Frauenwinkel ein Gefangenschaftsflüchtling ist.

Als die Dämmerung im Anzug war, bestiegen wir in Pfäffikon den Zug und blickten auf eine erlebnisreiche Exkursion zurück.

Bericht: Jakob Hochuli
Fotos: Dominic Martin.

Sonntag, 2. Dezember 2012

Exkursion ins Wollmatinger Ried

Am 1. Advent machte sich eine sehr heterogene Natrix-Gruppe auf den Weg ins Wollmatinger Ried  - das grösste Naturschutzgebiet am Bodensee auf deutscher Seite. Passend zum Dezember schneite es schon morgens beim Treffpunkt am Zürcher Hauptbahnhof in dichten Flocken. Nach 2 Stunden und den ersten Schneeballschlachten kamen wir im ehemaligen Naturschutzzentrum des NABU an. Passend zum Start hörte es dann auf zu schneien und zeitweise kam sogar die Sonne raus.
Eva, die ein Jahr in diesem Gebiet gearbeitet hatte, konnte die Gruppe durch das ansonsten für Besucher gesperrte Gebiet führen und erzählte in Etappen spannende Dinge über die Geschichte, die Bewirtschaftung und die Tiere & Pflanzen, die dort leben. Zudem begleitete uns noch Max, der momentan ein Praktikum dort macht.

 Eva beim Erläutern der Riedwiesen.
Foto: Cédric Sonderegger.

Neben Rehen und weidenden schottischen Hochlandrindern konnten vor allem Vögel beobachtet werden. Raubwürger, Dompfaffen, Sperber und Kornweihe sowie zahlreiche Wasservögel liessen sich unter anderem an diesem Tag blicken.

Natrixler beim Birden im Wollmatinger Ried.
Foto: Cédric Sonderegger.

Nach ca. 3,5 Stunden kamen wir wieder im Zentrum an und machten uns nach einer kleinen Pause wieder auf den Weg zum Zug. Allerdings war der Tag damit noch nicht zu Ende: Wir gingen noch vom Konstanzer Hafen am Wasser entlang nach Kreuzlingen in die Schweiz zurück, um noch ein paar Wasservögel aus der Nähe zu betrachten. Domi zeigte allen ein paar Lachmöwenpräparate und erklärte den Aufbau der Flügel und Federn. Vor allem im Kreuzlinger Hafenbecken tummelten sich eine grosse Anzahl von Wasservögeln, von Blässhühnern über Tafel- und Reiherenten bis hin zur Sturmmöwe, und sogar eine Moorente soll gesichtet worden sein. 

Gian Luis mit dem grossen Spektiv am Bestaunen der Schellenten.
Foto: Meo Sauter.

Nach einer Weile trieb der kalte Wind und das schwindende Tageslicht doch wieder alle zurück zum Bahnhof und noch auf der Heimfahrt wurde rege über die gewonnen Eindrücke diskutiert.

Bericht: Eva Baier.

Samstag, 10. November 2012

Arbeitseinsatz Hegmatten

Schon das dritte Mal traf sich die Jugendgruppe Natrix, um das vereinseigene Naturschutzgebiet – die Hegmatten – zu pflegen. Während bei den ersten beiden Einsätzen das Ausreissen von Goldruten im Zentrum gestanden hatte, sollten wir diesmal Gebüsche und Bäume schneiden.

Das Schutzgebiet im Herbstkleid.
Während des Fussmarsches zum Naturschutzgebiet konnten wir einen Turmfalken sowie einen Trupp von 36 ziehenden Kiebitzen beobachten, eine schöne und nicht alltägliche Beobachtung. Endlich angekommen ging es nach einigen Anweisungen sofort an die Arbeit. Mit Säge und Baumschere brachten wir wieder etwas mehr Licht in die Hegmatten. Dabei erwies sich das Fällen eines grossen Busches als ziemlich schwierig, denn seine Äste waren kunstvoll ineinander verflochten und man konnte kaum einen herausziehen, ohne dass gleich alles andere mitkam… Aber mittels Teamwork (Dennis‘ Motorsäge hatte den Geist aufgegeben) konnten wir dann doch Ast um Ast (siehe Foto) hinausziehen und auf unser Zwischenlager legen.
Zusammen geht es besser - Fabian im Quadrat in Aktion ;-)
Der Asthaufen entpuppte sich noch als Überraschungstüte, denn plötzlich floh eine Wasserralle aus dem Haufen und erschreckte einen Teil der Teilnehmer. Sie hatte dort vermutlich Unterschlupf gesucht, weil es wärmer als unter freiem Himmel ist (wie Igel, die unter Laub und Ästen ihren Winterschlaf halten).

Nach dem Mittagessen bekamen wir von einigen Modellflugzeugen Gesellschaft, welche so nahe an uns vorbeiflogen, dass es einen fast schon reizte, sie mit einem Holzapfel abzuschiessen. Wir sahen aber davon ab und machten uns wieder an die Arbeit. 

Beim Flieger Beobachten...
Nun musste das gesamte geschnittene Holz von den zahlreichen Zwischenlagern zu einem grossen Haufen transportiert werden, was sich als sehr anstrengend erwies, da alles etwa 30 Meter weit getragen werden musste. Zusammen ging es aber relativ schnell und wir waren schon fast am Ende. Nach einem letzten Rundgang durchs Gebiet, auf welchem wir noch einen Kernbeisser hören und einen Sperber beobachten konnten, waren wir zufrieden. Weil einige Teilnehmer noch Kräfte hatten, spielten wir Fangis. Zum Glück war das Gras überall schon geschnitten und somit schadete es der Vegetation nicht. Zum Schluss noch das Gruppenfoto, und dann gingen alle Teilnehmer mehr oder weniger erschöpft nach Hause.

Stolze Busch- und Baumbezwinger nach getaner Arbeit.

Bericht & Fotos: Merlin Hochreutener.