Sonntag, 29. April 2018

Die Natrix an der Raritätensuchaktion im Tessin, 27.–29. April 2018

Freitagabend, 27. April 2018

Wer schon letztes Jahr an der vom CHClub300 organisierten Raritätensuchaktion im Tessin mitmachte, konnte sich diesen Anlass natürlich auch heuer nicht entgehen lassen. Letztes Jahr wurden mehrere Weissbartgrasmücken, Rotkopfwürger, Rötelschwalbe, Halsbandschnäpper und viele weiteren seltenen Arten entdeckt – was sollte uns in diesem Jahr erwarten?
Die meisten Natrixler reisten bereits am Freitagabend ins Tessin, um dann am Samstagmorgen so früh wie möglich ins «Feld» stechen zu können. Die Zelte waren ziemlich schnell auf dem Zeltplatz in Tenero aufgebaut und so ging es dann auch sogleich ins Feld. Highlight waren zwei Brachpieper. Die am Nachmittag noch anwesenden zwei Kurzzehenlerchen waren leider nicht mehr da.
Als es langsam eindunkelte, machten wir uns auf die Suche nach Zwergohreulen – und tatsächlich fanden wir dann wirklich nach einigem Suchen drei simultane Sänger in einem kleinen Wäldchen. Unglaublich! Ein paar von uns konnten eine davon sogar noch im Lichtstrahl der Taschenlampe auf einem Ast sitzend beobachten. Nachdem wir diesen Mittelmeerboten ausgiebig gelauscht hatten, machten wir uns auf den Rückweg. Unterwegs konnten wir an einem weitern Ort nochmals zwei singende Zwergohreulen ausmachen. Das heisst, dass in der gesamten Magadinoeben an diesem Tag mindestens fünf Männchen sangen – eine sehr grosse Zahl! Danach bezogen wir zufrieden unsere Zelte und legten uns schlafen.
 
Samstag, 28. April 2018

Um etwa 5.30 Uhr klingelte schon der erste Wecker. Es war eine kurze Nacht. Wir teilten uns in drei Gruppen auf, die alle ein anderes Gebiet nach Raritäten absuchten. Die ersten Highlights und Lifer für einige Personen waren schon bald gefunden: Je ein singender Wendehals und Feldschwirl.
 
Hält sich bestimmt für besonders gut getarnt:
ein hübscher Wendehals.

Etwas weiter bei Stallone entdeckten wir einen Brachpieper, der auf relativ kurze Distanz gleich bei der Landebahn des Flugfelds nach Nahrung suchte. Ein paar Schritte weiter lenkte ein Rotfussfalkenweibchen die Aufmerksamkeit auf sich. Zuerst flog es ein paar Runden, bevor es sich auf einem Acker niederliess und dort für längere Zeit sitzenblieb, so dass wir es ausgiebig beobachtet konnten.

Ein typischer April-/Mai-Vogel: der Rotfussfalke.
Foto: Elias.

Auch viele Steinschmätzer, Braunkehlchen und Schafstelzen tummelten sich auf den Feldern. Aus den Bäumen entlang den Ufern des Ticinos sangen viele Nachtigallen. Dazu gesellte sich auch ein Pirol sowie mindestens eine Turteltaube, welche wir auch im Fernrohr betrachten konnten.

Die scheue Waldtaube zeigte sich für einmal sehr kooperativ.
Foto: Elias.

Dann ertönte plötzlich ein Sporpieper – aus unseren Smartphones wohlgemerkt. Über SBA wurde eine Weissbartgrasmücke nur wenige hunderte Meter entfernt auf der anderen Flussseite gemeldet. Natürlich rannten wir alle sogleich los. Vor Ort stiessen wir auf einige Ornithologen und es gesellten sich laufend weitere dazu. Es konnte auch die genaue Art bestimmt werden. Es handelte sich um eine Iberiengrasmücke. Bis vor kurzem behandelte man die verschiedenen Weissbartgrasmücken als Vertreter einer einzigen Art. Nun hat man sie alle in den Artstatus erhoben. Die Bestimmung ist aber schwierig und meist nur anhand des Rufs möglich. Man brauchte viel Geduld, da der Vogel sehr heimlich war und sich jeweils immer nur kurz im dichten Buschwerk zeigte. Elias gelang es als einzigem von uns, ein Belegfoto des hübschen Vogels zu machen.
 
Könnte sich in Sachen Kooperation eine Scheibe
bei der Turteltaube abschneiden: die adrette Iberiengrasmücke.
Foto: Elias.

Am Nachmittag nach Abschluss der Raritätensuche gingen wir auch noch in die anderen Sektoren birden. In diesen konnten wir unter anderem mehrere Rotkehlpieper, einen weiteren Brachpieper und zwei Ortolane beobachten.

Ornithologen freuen sich am Kleinvogelreihen in der Ebene – Ortolane, Brachpieper und ...
... hübsche Rotkehlpieper gab es zu sehen.
Beide Fotos: Elias.



Das längere Absuchen eines Uhu-Felsens blieb leider ohne Erfolg. Anscheinend war unser Eulenkontingent mit den 5 Zwergohreulen vom Vorabend schon ausgeschöpft, denn auch der Steinkauz, den wir unbedingt noch zu Gesicht bekommen wollten, liess sich partout nicht blicken. Dafür sollte uns eine andere Megararität beglücken. Direkt nach Erhalt einer Wiesenweihenmeldung in unmittelbarer Nähe konnten wir über den Feldern auch tatsächlich eine weissbürzelige Weihe entdecken. Allerdings machten uns einige nicht ganz zutreffende Merkmale stutzig und nach kurzer Zeit war klar, dass es sich um eine Steppenweihe handelte! Der Vogel war sehr aktiv und flog weit umher, liess sich aber immer wieder blicken und konnte auch fotografiert werden. Diese Beobachtung war wohl eines der grossen Highlights des gesamten Tessinwochenendes.
 
Die junge Steppenweihe durch Elias...
... resp. Merlins Kamera.
Auch Freudenspringen will gelernt sein: Ruben im Lifer-Jubel!

Danach machten wir uns langsam auf den Weg zurück zum Campingplatz, um dann am Abend auch pünktlich zur Pizzeria gehen zu können. In der Pizzeria trafen wir alle anderen Ornithologen, die ebenfalls an der Raritätensuchaktion teilgenommen hatten. In einer gemütlichen Runde liessen wir den Tag ausklingen, machten uns aber schon ziemlich bald wieder auf den Heimweg, da wir doch alle ziemlich müde waren ab diesem langen Tag, den wir fast ohne Pause draussen im Feld zugebracht hatten.

Sonntag, 29. April 2018

Trotz des anstrengenden vorangehenden Tages liessen es sich die unentwegtesten Natrixler nicht entgehen, schon um 6 Uhr in der Früh aufzustehen. Doch wer so früh den warmen Schlafsack verlässt, sollte auch belohnt werden. So konnten die Frühaufsteher in der Bolla Rossa ein Kleines Sumpfhuhn entdecken, das vor dem Hide herumspazierte. Weiter sollte es bei Stallone gehen. Dort stiess auch der später, aber immer noch früh aufgestandene Rest dazu. Dort, wo schon gestern ein Brachpieper war, entdeckten wir heute sogar zwei. Beide liessen sich lange und auf relativ kurze Distanz super beobachten.
 
Il calandro – nein, keine Kalanderlerche,
aber immerhin ein hübscher Brachpieper.

Auf dem grossen Acker, wo am Vortag das Rotfussfalkenweibchen sass, entdeckte Levi noch einen Ortolan. Leider zeigte er sich nur kurz und es konnten ihn nicht alle beobachten. Dennoch war dies ein toller Abschluss und danach ging es zurück zum Zeltplatz, wo wir die Zelte abbauten und die Hartgesottenen noch ein Bad im frischen Lago Maggiore nahmen.
 
Die härteste Jugendgruppe der Schweiz.

Dann fuhren wir zum Bahnhof Locarno, wo wir unsere Fahrräder zurück nach Hause verschickten. Die Zeit, die uns vor der Zugabfahrt noch blieb, wollten wir nutzen, um den Fahlseglern einen Besuch abzustatten. Leider machte uns Petrus hier einen Strich durch die Rechnung, indem er es wie aus dem Nichts aus allen Kübeln regnen liess.
 
Levi lässt sich auch vom Regen nicht davon
abbringen, Locarnos Fahlsegler zu finden.

Statt zur Kirche begaben wir uns jetzt halt zu einer gemütlichen Gelateria, wo wir vorzügliche Gelati geschützt unter Regenschirmen geniessen konnten. Danach ging es auch schon nach Hause. Zu Ende ging ein durchs Band gelungenes Tessinwochenende!

Bericht und Fotos ohne Vermerk des Fotografen: Merlin Hochreutener.

Sonntag, 22. April 2018

Bergvogelwochenende im Pizol-Gebiet, 21.–22. April 2018

Am Samstagmorgen trafen wir uns am Hauptbahnhof Zürich und fuhren vergnügt nach Bad Ragaz. Dort konnten wir freundlicherweise unsere Rucksäcke ins Auto verladen und dann machten wir uns frohen Mutes zu Fuss auf den Weg. 

Zu Fuss vom Tal ins Mittelsäss, belohnt mit Panorama, 
schönen Vögeln und tollen Erlebnissen.

Im unteren Teil der Strecke ging es durch einen schönen Wald, in dem die Blätter frisch ausgetrieben waren. Wir konnten einen Berglaubsänger beobachten und nur wenige Meter später flog ein Waldlaubsänger minutenlang in vollem Singflug über unseren Köpfen! Zusammen mit dem grünen Blätterdach: eine wunderhübsche Kombination!


Grün in Grün: der Waldlaubsänger im Blätterdach.
Foto: Elias.

Bei unserem Gepäck angekommen, stärkten wir uns, um das letzte Stück in Angriff zu nehmen. Bei der Ankunft im Mittelsäss waren wir alle erschöpft und ruhten uns in der Sonne aus oder spielten am Töggelikasten. Unterdessen wurde fleissig Holz gehackt, um den Herd und das Cheminée einfeuern zu können.

Dann hatten wir die coole Idee, die Natrixflagge vor der Hütte zu hissen: Sie machte sich extrem gut! Im Wald neben der Hütte wollten wir einen Weissrückenspecht entdecken. Da wir aber nichts fanden, machten wir eine ausgiebige Schneeballschlacht, bis wir wieder zur Hütte zurück mussten. 

Die Mädchen erklärten sich freundlicherweise bereit, über dem Feuer zu kochen. Unterdessen begaben sich die anderen auf Ringdrossel-Pirsch oder schlittelten am Hang. Der Znacht, Chääshörnli und Salat, war sehr fein und wurde so bis auf den letzten Rest weggeputzt. 

Ringdrossel auf Frühlingswiesland – und goldenem Schnitt!
Foto: Levi.
Talwärts.
Foto: Elias.
Severin und Béla "helfen" bei der Essenszubereitung.

Danach teilten wir uns in drei Gruppen auf und verteilten uns auf der Lichtung rund um das Mittelsäss. Die mittlere Gruppe entdeckte eine überfliegende Waldschnepfe als erste. Die beiden anderen, per Telefon informierten Gruppen, sahen sie wenig später ebenfalls. Die untere Gruppe konnte sogar ganz kurz zwei ausmachen. Einige aus der oberen Gruppe hörten zudem von sehr weit weg einen singenden Raufusskauz. Als es komplett dunkel war, kehrten wir um und gingen ins Bett. Einige verbrachten die sternenklare Nacht draussen mit Sternschnuppen und sogar einem kleinen Feuerwerk auf der anderen Talseite, leider aber ohne Raufusskauz.


Andere Jugendgruppen verteilen Kleberli die Natrix hisst kurzerhand die Flagge! ;-)

Am Sonntagmorgen standen wir um 4.45 Uhr auf und assen Brot mit Schokolade. Dann zogen wir unsere Schneeschuhe an und wanderten im Dunkeln die Skipiste hinauf bis zur Waldgrenze. Unterwegs hörten wir weder Sperlingskauz noch balzende Birkhühner, so dass wir schon Angst hatten, wir würden auf unserer Morgenexkursion leer ausgehen. 

Aufstieg im Morgengrauen.
Bald kommt die Sonne – steil ist es aber immer noch.

Als wir oben ankamen, ging gerade die Sonne auf und wir konnten den ersten Birkhahn auf einer Tanne entdecken. Es folgten weitere, teilweise auch näher und in sehr schönem Licht. Insgesamt konnten wir mindestens acht Birkhühner beobachten, darunter zwei Weibchen und ein balzendes Männchen auf einer Anhöhe. 

Glänzt und leuchtet in der Morgensonne: der Birkhahn.
Foto: Merlin.
Zum Abschluss der Vorstellung gibt es noch die Hinterseite zu bestaunen.
Foto: Levi.

Während wir die Birkhähne und einen umherfliegenden Kuckuck beobachteten, hörten wir plötzlich die Rufe eines vorbeifliegenden Alpenschneehuhns. Wir machten uns in die Richtung auf, wo wir es hatten landen sehen, als wir plötzlich einen auffallend grossen Raufusshuhn bergauf stolzieren sahen. Im Fernrohr konnten wir sehen, dass er keine gebogenen Schwanzfedern, aber gleichzeitig weisse Unterschwanzdecken hatte und kamen daher zum Schluss, dass es sich um einen Rackelhahn handeln musste. Rackelhähne sind Hybriden zwischen Birk- und Auerhuhn, die vor allem in Gebieten mit abnehmendem Auerhuhnbestand auftreten. Wir freuten uns noch über die Entdeckung dieses seltenen Hybriden, als wir das Alpenschneehuhn erneut hörten. Kurz darauf streckte es den Kopf hinter ein paar Steinen hervor. 


Das Alpenschneehuhn – eine unverhoffte Zugabe.
Foto: Levi.

Überglücklich über die erfolgreiche Morgenexkursion machten wir uns auf Plastiksäcken schlittelnd auf den Rückweg. Merlin, Levi und Béla machten einen Umweg und wurden mit zwei nahe kreisenden Steinadlern belohnt.

Foto: Merlin.

Zurück im Mittelsäss trockneten wir unsere Kleider an der Sonne, assen ein zweites Zmorgen und begannen unsere Sachen zu packen. Nach der Schlüsselübergabe machten wir uns zu Fuss mit unseren Rucksäcken auf nach Bad Ragaz. 

Die Natrix vor Heidiland-Kitschkulisse.
Foto: Andrea.

Unterwegs fanden wir einen toten Eichelhäher, den Merlin mitnahm, um ihn zu präparieren. Am Bahnhof wurde uns wegen des warmen Wetters netterweise von der Natrix ein Glacé spendiert und dann ging es schon wieder heimwärts. Im Zug hingen wir alle den grossartigen Beobachtungen von diesem zwar strengen, aber definitiv sehr gelungenen Wochenende nach.

Frühlingshafte Kontraste im Rheintal.

Bericht und Fotos ohne Vermerk des Fotografen: Ruben Lippuner.

Sonntag, 18. März 2018

Spechtexkursion in Frauenfeld

Am Morgen trafen wir uns am Zürich HB und fuhren mit dem Zug nach Frauenfeld, von wo aus wir mit dem Bus zur Rohrerbrücke fuhren. Dort ausgestiegen packten wir unsere Feldstecher aus und liefen auf dem Damm der Thur entlang. 

Wir waren noch nicht weit gegangen, als wir kurz einen Kleinspecht rufen hörten. Wenig später flogen ein Buntspecht und überraschenderweise einige Bekassinen über unsere Köpfe hinweg. 

Da ist was im Busch – Marsch, halt!

Als plötzlich ein weiterer Specht vorbeiflog, sagten einige, es sei ein Mittelspecht, was mit dem Fernrohr bestätigt werden konnte. Der Vogel zeigte sich sehr schön und lange und sein farbiges Gefieder konnte von allen bewundert werden. 

Dann gingen wir weiter durch den Wald, als Merlin plötzlich rief, dass ein Trupp Goldregenpfeifer durchgeflogen sei. Einige konnten sie sehen, aber leider nicht alle, da das Sichtfeld durch die Baumwipfel ziemlich eingeschränkt war. Als wir weitergingen, hörten wir noch von weit weg einen Grünspecht rufen. 

Die Gruppe im Winter-Frühlingswald...

Auf den Feldern hielten wir leider vergeblich Ausschau nach den überwinternden Raubwürgern. Parallel dazu machten wir ein Storchen-Fangis auf einem Bein hüpfend, da die Kreuzung nicht so gross war. Auf dem Weiterweg konnten wir singende Goldammern, einen Rotmilan auf der Strasse und erneut eine Bekassine beobachten. 

Nach dem Zmittag gingen wir weiter zu den Feldern, auf denen die Goldregenpfeifer hätten gelandet sein können. Leider fanden wir sie nicht mehr, dafür einige Kiebitze und eine Rotdrossel. Als wir uns auf den Rückweg machen wollten, hörten wir noch einen Schwarzspecht, der unsere Mittelland-Spechtliste des Tages bis auf den selteneren Grauspecht komplettierte. 

Bei der Bushaltestelle machte Merlins Selbstauslöser noch ein Gruppenfoto von uns und dann kam auch schon der Bus und wir fuhren wieder zurück zum Treffpunkt. Mit dem fehlenden Grauspecht haben wir den Flachland-Spechte-Slam zwar knapp verpasst. Mit Goldregenpfeifern und Rotdrossel haben wir aber auch zwei überraschende Arten entdecken können!

Zufriedene Gesichter trotz Eiseskälte. :-)

Bericht: Ruben Lippuner.
Fotos: Merlin Hochreutener.

Sonntag, 4. März 2018

Generalversammlung im Dynamo, Zürich

Fast 20 NatrixlerInnen liessen es sich an diesem Sonntag trotz wunderschönem Frühlingswetter nicht nehmen, unserer GV beizuwohnen. Sie wurden mit einem kurzweiligen Nachmittag belohnt.

Vereinstechnisch stand dieses Jahr einiges auf dem Programm: So konnten wir ganze fünf neue Vorstandsmitglieder aus dem eigenen Nachwuchs rekrutieren. Herzlich willkommen Andrea, Julia, Leon, Ruben und Selina! Dies war auch dringend nötig, sind in letzter Zeit doch viele Urgesteine wie Patrick, Jonas und Dominic (glücklicherweise noch nicht komplett) abgetreten.
Auf diese GV hin gab auch unser wohlverdientes Vorstandsmitglied und wandelndes Lexikon Dennis seinen Austritt aus dem Vorstand. Zwar wird er sich weiterhin als Verantwortlicher der Hegmatten für die Natrix einsetzen, als Exkursionsleiter wird er jedoch ab jetzt weniger in Erscheinung treten. Um diesen traurigen Moment zumindest etwas aufzulockern, haben wir eine kurze Präsentation zusammengestellt, in denen Dennis' allerbeste Momente aus 16 Jahren Natrix alle nochmals auftauchten: Von der wallenden Mähne bis zum Ungarn-Buddha war alles dabei. Als erstes Dankeschön erhielt Dennis ein T-Shirt mit den Unterschriften aller Anwesenden, das zweite, grosse Dankeschön ist noch unterwegs... 

Eine Ära geht zu Ende...
Dafür scheint Flurins Bösewichtphase gerade begonnen zu haben ;-)

An dieser Stelle möchten wir noch einmal unseren Dank aussprechen: Dennis, im Namen aller, ein grosses Merci für dein unermüdliches Engagement in der Natrix!
Nach einer kurzen Stärkung beim grosszügigen Buffet (vielen Dank an alle, die etwas mitgebracht haben!) erzählte uns Samuel von seiner Reise von Schottland nach Spitzbergen. Viele eindrückliche Fotos brachten uns die wunderschöne Arktis näher; nicht wenigen verschlug es bei den "drei grossen arktischen Es" die Sprache: Eisbär, Eismöwe und Elfenbeinmöwe!

Nachdem alle je fünf weitere Laugenbrötchen verdrückt hatten, ging es zum mit Spannung erwarteten Vogelquiz. Es wurde der Natrix-Meister in drei Kategorien erkoren: gesamt, U16 und U14. Wird Dennis seiner Favoritenrolle gerecht und kann den Titel anlässlich seines Abtritts heimnehmen? Oder gelingt einem Underdog die Sensation? Zwar begann das Quiz sehr machbar mit einer fliegenden Ringeltaube, wurde aber je länger, desto schwieriger: Spätestens ab der Mitte, dem 15. Vogel, wurden die Gesichter länger und länger. Am meisten Mühe bereiteten sicher die letzten Fotos: ein junger Neuntöter von hinten, ein wegfliegender Krabbentaucher, der Flügel einer Schwalbenmöwe und der hinterlistig am Anfang versteckte Schopfwespenbussard. Es zeichnete sich ein überraschendes Kopf-an-Kopf-Rennen um den Gesamtsieg ab: Youngster Elias schien tatsächlich Dennis zu übertrumpfen! Letztendlich siegte mit Dennis jedoch die Erfahrung mit 24 von 33 Punkten, ex aequo mit
Merlin, der die gleiche Punktzahl erreichte, und trotz seines jungen Alters aufgrund seiner langjährigen Natrix-Vergangenheit ebenfalls bereits zum alten Eisen gezählt wird.;) Den U16-Sieg holte sich Leon mit 22 Punkten, den für U14 Elias und Levi mit je 21 Punkten. Herzliche Gratulation!

Zuletzt nahmen wir mit der gütigen Hilfe eines Passanten ein Gruppenfoto auf, was zumindest beim zweiten Mal glückte.

Zufriedene Natrixler im Sonnenschein.





Bericht und Bild: Eric Christen.

Samstag, 17. Februar 2018

Regnerische Bodenseeexkursion

Heute Morgen trafen wir uns pünktlich um 8:25 Uhr beim Treffpunkt in Zürich. Eineinhalb Stunden später, nach ausführlichen Gesprächen über vergangene ornithologische Erlebnisse, kamen wir in Staad an und traten aus dem Turbo in einen trüben und nassen Tag hinaus. Unsere Erwartungen, die eine oder andere seltene Art zu sehen, waren daher nicht zu hoch angesetzt. Nichtsdestotrotz begrüßte uns eine Gruppe Schellenten und Jakob entdeckte eine Heringsmöwe in großer Entfernung. Außer einer zu bemitleidenswerten Lachmöwe mit gebrochenem Flügel war aber nichts Ungewöhnliches mehr zu sehen. 

Nach einem Standortwechsel nach Rorschach kamen die Möwencracks auf ihre Rechnung. Nebst einer adulten Silbermöwe und einer Steppenmöwe im 3. Winter gab vor allem eine vermeintliche junge Heringsmöwe zu reden. Auch nach langem Studium und ausführlichen Fotosessions konnte noch keine Einstimmigkeit über die Bestimmung erreicht werden. Es sollte aber eine junge etwas dunkle Mittelmeermöwe sein. Der Regen war bei der Bestimmung nicht gerade hilfreich. Wir versuchten dem Problem mit unterschiedlichen Ansätzen Herr zu werden:

Die Mützen-/Kapuzen-/Schirmlösung.
Die Baumlösung (blöd nur, dass wir unter einem Laubbaum stehen und Winter ist...).

Kurz bevor wir uns wieder mit dem Zug nach Arbon verschoben, entdeckte Merlin noch auf grosse Distanz zwei Mittelsägermännchen.

In Arbon ließen sich insgesamt am meisten Wasservögel beobachten: Besonders Enten waren
zahlreich vertreten. Neben Löffel-, Kolben-, Krick-, Tafel- und Reiherenten konnten wir auch Berg- und zwei Moorenten entdecken.

Moorenten – bei dem trüben Wetter etwas weniger
hübsch kastanienbraun leuchtend als sonst...
Versucht das Männchen rechts, die Weibchen zu beeindrucken?

Auch die Möwenversierten sollten wieder auf ihre Rechnung kommen. Diesmal gabs eine sichere junge Heringsmöwe. Im Vergleich zum Individuum in Rorschach war der Fall klar:

Heringsmöwe im ersten Winter.
Foto: Merlin Hochreutener.

Außerdem gab es sehr viele Steppenmöwen (mehr als Mittelmeermöwen!) und eine Silbermöwe. 

Dominierten die Möwenszen(eri)e in Arbon: adulte Steppenmöwen.
Foto: Merlin Hochreutener.

Da wir doch alle ziemlich ausgekühlt waren, gingen wir noch in ein Restaurant, um eine heisse Schoggi zu trinken. Leider wurde dort geraucht (trotz schweizweitem Verbot!), weshalb es ziemlich stank und ungemütlich war. So tranken wir unsere Schokolade etwas schneller aus und gingen einen Zug früher als geplant zurück nach Zürich. Weißstorch, Silberreiher und viele große Brachvögel sahen wir noch vom Zug aus. Alles in allem eine schöne Exkursion, obschon wir und auch die Billette des einen oder anderen Teilnehmers vom Regen etwas in Mitleidenschaft gezogen wurden...

Die Kontrolleurin zeigte sich zum Glück kulant...

Bericht und Fotos ohne Vermerk des Fotografen: Gabriel Maurer.

Sonntag, 4. Februar 2018

OCHA 2018 – Team Natrix

Nachdem es letztes Jahr leider nur knapp nicht geklappt hatte, war dieses Jahr Zeit für die erste Teilnahme einer Natrixdelegation am sogenannten OCHA. Mit von der Partie waren Julia, Benjamin und Merlin. Der Name OCHA kommt von L'Oiseau-Course d'Hiver d'Altitude und es handelt sich um ein Birdrace mit modifizierten Regeln. Es wird von unseren welschen Freunden der Groupe des Jeunes de Nos Oiseaux organisiert und findet im Winter statt. Man darf nur Arten auf einer Höhe von mehr als 1'000 Metern über Meer zählen, die man sich mit eigener Muskelkraft erarbeitet hat – ÖV ist also nicht erlaubt! Des Weiteren steht im Reglement, dass man am Abend vor dem Rennen ein Fondue essen muss, damit am nächsten Tag auch allen Teams das Essen gleich schwer aufliegt und somit gleiche Voraussetzungen herrschen. :-)

Wir trafen uns am Abend des 3. Februars in Madulain im Oberengadin, wo unser erstes OCHA stattfinden sollten. Kaum waren wir aus dem Zug gestiegen, machte ein Bartgeier klar, dass wir auch wirklich in den Bergen sind. Er drehte einige Runden über uns und flog dann das Tal aufwärts davon – dies alles, ohne einmal mit den Flügeln zu schlagen… Eine majestätische und beeindruckende Erscheinung.

Danach stand das obligate Fondue auf dem Programm. Hier müssen wir aber noch etwas üben. Wir haben nämlich das Maizena vergessen und deshalb gab es ein etwas komisches Käse-Flüssigkeitsgemisch, das extrem lange Fäden zog. Dies sorgte aber für Belustigung.
 
 
Auch wenn es kein Vorzeigefondue war, schmeckte es uns dennoch hervorragend und wir gingen gut gesättigt und relativ früh zu Bett, natürlich nicht, ohne zuvor noch Glace zum Dessert gegessen zu haben.

Am nächsten Tag ging es früh los. Im Tal sahen respektive hörten wir schon die ersten Meisen, Buntspecht und Finken. Danach wanderten wir mit Schneeschuhen die Hänge hoch. Leider sahen wir keine der von uns erhofften Arten wie Hühner oder Schneesperling, dafür aber Steinböcke und Gämsen. Und auch der Pulverschnee glitzerte prächtig bei strahlendem Sonnenschein. So wurden wir immerhin in dieser Hinsicht belohnt.
 
Wetter top, Vögel... nun ja! ;-)
Foto: Julia Zahnd.

Nach einigen Stunden Schneeschuhwandern ohne neue Arten stiegen wir wieder ins Tal herab. Plötzlich über- bzw. unterflogen uns zwei Bartgeier und wir konnten von oben auf die Rücken dieser riesigen Vögel gucken. Im Tal versuchten wir noch die letzten Arten herauszuschütteln, bevor wir auf den Bus mussten. Kurz vor Schluss konnten wir mit der Amsel noch unsere letzte und 18. Art feststellen. Wir haben uns wohl selten so sehr über eine Amsel gefreut… ;-)

Wie das Gruppenfoto unten zeigt, hatten wir viel Spass am OCHA und wir werden auch nächstes Jahr wieder mit dabei sein!
 
Zufriedene OCHA-isten im Wintermärchenland.
Foto: Julia Zahnd.

Bericht und Fotos ohne Vermerk des Fotografen: Merlin Hochreutener.

Samstag, 20. Januar 2018

Jungorni-Treffen in der Vogelwarte Sempach

Auch dieses Jahr stand wieder das Jungornitreffen auf dem Programm, inzwischen schon in seiner sechsten Durchführung.

Früh am Morgen trafen wir uns in Zürich und fuhren via Olten nach Sempach, wo schon viele andere junge Ornis eingetrudelt waren. Als erstes durften alle Teilnehmenden ihre eigenen Projekte und Fotos präsentieren. Sehr vielfältig, was alles zusammenkam! Von der Begleitung einer Sperlingskauzenbrut über Reisen in ferne Länder bis hin zu einer Maturaarbeit über die Nestlingsnahrung von Mauerläufern.


Danach hielt Christoph Meyer, ein Mitarbeiter der Vogelwarte, einen spannenden Vortrag über die Erforschung des Vogelzugs. Während heute spätestens nach dem Kinofilm «Nomaden der Lüfte – Das Geheimnis der Zugvögel» ein grosser Teil der Bevölkerung weiss, dass Zugvögel im Winter in den Süden ziehen, war dies früher nicht der Fall. Vor wenigen Jahrhunderten, im späten Mittelalter, hatten die Menschen noch kuriose Einfälle, was das Fernbleiben einiger Vogelarten im Winter erklärte. So dachte man, dass sich die Zugvögel im Winter in Fische verwandelten und man sie deshalb nicht zu Gesicht bekam. Erst Jahrhunderte später, im 19. Jahrhundert, löste sich der Nebel allmählich und man stellte die Theorie auf, dass einige Vögel im Winter in den wärmeren Süden flogen. Das Wissen aus 150 Jahren Beringung wird heute dank winzigen Geodatenloggern, die die Zugwege aufzeichnen, nach und nach vervollständigt und zum Teil sogar auf den Kopf gestellt. So dachte man früher, dass z.B. Thorshühnchen irgendwo an der westafrikanischen Küste überwinterten. Heute weiss man aber, dass sie oft den gesamten Atlantik überqueren und in Zentralamerika überwintern – unglaublich!

Nach diesem Vortrag und nach einer Znünipause stand das Mystery-Bird-Quiz an. Dabei erwarteten uns einige knifflige Fälle. Anders als bei vielen herkömmlichen Quizen musste man hier Vögel nicht nur nach Bildern, sondern auch nach Federn, Stimmen, Flügeln, Beinen, Schädel oder Verbreitungskarten bestimmen. Die Natrix schnitt sehr gut ab. So holte Eric den Gesamtsieg und die vier ersten Plätze der Jugendkategorie gehörten ebenfalls den Natrixlern. Top – Gratulation!
Wenig später ging das diesjährige Jungornitreffen auch schon wieder zu Ende. Gemeinsam assen wir noch Zmittag. Dabei ging es nicht lange, bis einige von uns den Pingpongtisch entdeckten. Dort durften wir uns beim Rundlauf messen. Erinnerungen an das Auffahrtslager 2015 wurden wach, als Eric niemandem eine Chance liess. Seither scheinen aber diverse andere Natrixler trainiert zu haben… Auf jeden Fall konnte Eric mehrmals besiegt werden.

Pingpong-Rundlauf à la Natrix.

Danach war es Zeit, mit dem Zug zurück nach Zürich zu fahren. Einmal mehr ging ein tolles Jungornitreffen zu Ende.

Bericht und Fotos: Merlin Hochreutener.