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Sonntag, 22. Juli 2018

Goldrutenzupfen auf Hegmatten

Auch dieses Jahr trommelte Dennis die Natrixleiter zusammen, um im von uns betreuten Naturschutzgebiet auf den Hegmatten Goldruten zu zupfen. Inzwischen ist dies ja nur noch eine kleine Arbeit und man muss die Pflanzen fast schon suchen. Man möge sich an frühere Arbeitseinsätze erinnern, wo der Goldrutenhaufen am Schluss mehr als ein Meter hoch war, so z.B. im Jahr 2012...

Mehr als ein Häufchen kommt kaum mehr zusammen.
Trotzdem sind alljährliche Einsätze nötig, um der invasiven
Art Herr zu werden.

Angeführt von Dennis zupften Ruben, Eric mit Freundin Nastja und Merlin die wenigen verbleibenden Goldruten im Gebiet. Meterhohe Exemplare gab es zwar fast keine mehr, aber auch die vielen Miniexemplare hatten es in sich und einige Male kam nicht wie gewünscht die gesamte Wurzel mit. Wegen der Hitze (und wir hatten eigentlich noch einen kühleren und bedeckten Tag erwischt!) machten wir nach ca. eineinhalb Stunden eine Pause. Dabei entdeckten wir einen Mirabellenbaum mit feinen reifen Früchten. Schön lokal bio und in unserem eigenen Naturschutzgebiet - was will man mehr? Wir naschten natürlich sofort davon. Leider waren wir wohl genau ein paar Tage zu früh. Beim fröhlichen Biss in die schönen goldgelbroten Früchte zog es uns nicht selten den Mund zusammen. Die sonnenexponierte Hälfte war reif, die andere leider oft noch ein bisschen sauer... Nur ein paar wenige exklusive Exemplare, die man zuerst auch noch erkennen musste, waren süss. Von Brot, Käse, Magenbrot, Chips und Waffeln gestärkt (der Schreiberling dankt dem Spendenden ;-)) machten wir uns auf und zupften die letzten noch verbliebenen Goldruten. Dies ging sehr schnell und nach etwa einer Viertelstunde waren auch die letzten Exemplare aus unserem Gebiet verbannt.

Anschliessend suchten wir noch ein bisschen nach Vögeln und Heuschrecken. Ornithologische Highlights waren eine sehr frühe Schafstelze, mind. 2 singende Feldlerchen (einer der letzten Orte im Kanton Zürich), je ein Waldwasser- und Flussuferläufer sowie eine Stockentenfamilie. Heuschreckentechnisch war vor allem die Sandschrecke eine Zielart Wir fanden dieses hübsche Insekt mit blauen Flügeln (die man nur im Flug sieht) dann auch und machten ausführliche Fotosessions. 

Ein beharrlicher Eric...
... und eine geduldig-kooperative Sandschrecke.

Danach ging es auch schon wieder nach Hause. Ein Besuch der Hegmatten ist doch immer wieder schön und gemütlich!

Bericht und Fotos: Merlin Hochreutener.

Samstag, 16. Juni 2018

Arbeitseinsatz in Schönthal BL

BirdLife Schweiz hat uns angefragt, ob wir in einem ihrer Projektgebiet einen Arbeitseinsatz leisten könnten. Im Kontext eines grösseren Projekts, bei dem insgesamt über 100 Hektaren ökologisch aufgewertet werden, wurde ein Wald stark ausgelichtet. Dies, um einen strukturreichen Lebensraum für Waldlaubsänger, Baumpieper, Haselhuhn, Gartenrotschwanz, Trauerschnäpper, Neuntöter und Grau-, Grün- sowie Schwarzspecht zu schaffen. Unsere Aufgabe sollte darin bestehen, die Äste zusammenzutragen und auf Haufen zu stapeln, damit dazwischen eine Wiese angesät werden kann und ein lichter Wald entsteht.

Nicht weniger als 17 Natrixlerinnen und Natrixler wollten etwas Gutes tun für die Natur und kamen am Treffpunkt in Zürich zusammen. Die Anreise ins Projektgebiet dauerte etwa eineinhalb Stunden und führte uns via Oensingen und Balsthal zur Passhöhe Langenbruck. Von dort aus wanderten wir nochmals 30 Minuten, bis wir im Einsatzgebiet ankamen. Eine idyllische Region, die bestimmt die wenigsten von uns vorher schon gekannt geschweige denn besucht hatten... 

Idyllischer Ausblick aus dem Projektgebiet.
Foto: Martin Schuck.

Andi Ducry und Martin Schuck von BirdLife Schweiz versorgten uns mit Instruktionen und dem notwendigen Werkzeug – und dann konnten wir auch schon mit der Arbeit beginnen. Viele Äste, Baumstrünke und sonstiges Kleinzeug trugen wir zu Haufen zusammen.

Natrixler im Einsatz. Sieht doch schon ganz schön aufgeräumt aus… :-)
Foto: Martin Schuck.

Schnell zeigte sich, was 17 Personen zu leisten imstand sin. Der obere Teil des Waldes sah schon sehr schön aufgeräumt aus, als plötzlich Selina und Elias einen Feuersalamander entdeckten. Schnell versammelten sich alle um sie herum und bewunderten das schöne Tier, das man nicht jeden Tag zu Gesicht bekommt. Für einige von uns war es sogar die erste Sichtung eines Feuersalamanders. 

Alle bestaunen den hübschen Feuersalamander.
Foto: Martin Schuck.

Nach einer Pause, in der wir uns an Nussstängeli und Getränken labten, ging es weiter mit der Arbeit. Die einen begannen damit, eine Feuerstelle für den Zmittag einzurichten, die anderen trugen weiter Äste und Co. zusammen.


An Flurin gibt’s kein Durchkommen. Wir sind zwar ein
gewaltfreier Verein, aber manchmal hilft einfach nichts anderes ;-)

Nach einer weiteren Stunde begann uns langsam aber sicher der Magen zu knurren. Inzwischen glühte beim Feuer auch eine schöne orange Glut und der Grill war installiert. Ein ganzes Sammelsurium aus verschiedensten Grilladen von Gemüsespiesschen über Maiskolben, Schlangenbrot, Frühlingsrollen und Schokobananen sorgten dafür, dass  niemand hungrig blieb – man lief eher Gefahr, sich zu überessen... ;-)
 
Grillmeister Fabian stellte sicher, dass auch ja nichts schwarz wird.
Foto: Ruben.

Nach dem feinen Zmittag schufteten wir nochmals für eine Stunde. Danach machten wir noch ein Gruppenfoto und staunten ab unserer eigenen Arbeit – ist schon noch erstaunlich, was 17 Nasen in so kurzer Zeit alles erreichen können. Fast die Hälfte des gesamten Gebietes konnten wir bearbeiten und aufräumen. Sogar die beiden BirdLife-Vertreter hätten nicht damit gerechnet, dass wir derart gut vorwärtskommen. Ein Vorher-Nachher-Bild wäre interessant gewesen.

Gruppenfoto. Die Natrixler im Einsatz für die Natur!
Foto: Martin Schuck.
Eine der vielen interessanten und zugleich auch speziellen
Kunstinstallationen (die anderen, etwas obszönen, ersparen wir euch).
Konstantin fand diese hier perfekt geeignet für einen
Slalomparcour und absolvierte diesen in Rekordzeit. ;-)
Foto: Ruben.

Danach machten wir uns auf den Rückweg. Auf diesem konnten wir noch ein paar kleine Feuersalamanderlarven, Schmetterlinge und nicht allzu spektakuläre Vögel ausmachen. Zufrieden fuhren wir mit Postauto und Zug nach Hause. Dabei versammelten sich fast alle in einem resp. um ein Abteil, nämlich dort, wo es auf dem iPad das WM-Spiel Deutschland – Mexiko zu sehen gab. Es sollte der Anfang einer deutschen Misere werden... Als Dankeschön für den Einsatz bekamen alle Teilnehmer ein Natrix-T-Shirt geschenkt, gesponsert von BirdLife.


Hat Deutschland das Gegentor schon kassiert oder nicht?

Zu Ende ging ein erfolgreicher und toller Einsatz für die Natur.


Bericht und Fotos ohne Vermerk des Fotografen: Merlin Hochreutener.

Sonntag, 1. Oktober 2017

Euro-Birdwatch & Pflegeeinsatz auf den Hegmatten

12 Jugendliche kamen mit, um am 24. Euro-Birdwatch teilzunehmen. Wie jedes Jahr betreuten wir einen Vogelzählstand beim Naturschutzgebiet Hegmatten, das wir seit mehreren Jahren betreuen. Auf dem Weg zum Naturschutzgebiet beobachteten wir einen Bruchwasserläufer an einem der neu angelegten Teiche beim Schloss. Kaum angekommen sahen wir zwei Höckerschwäne über unsere Köpfe ziehen - für dieses Gebiet schon eine erste Rarität! Während die einen weiter Vögel beobachteten, machten sich die anderen an die Arbeit im Naturschutzgebiet, die darin bestand, geschnittenes Schilf zusammenzurechen. 

Rechen voraus! Jakob und Levi packen an (und was macht eigentlich Leon?! ;-)).

Auch dieses Jahr hatten wir wieder einige Plakate über den Vogelzug, die Besucher anlocken sollten. Bezüglich der Frage, ob der Stand ein Publikumsmagnet war oder nicht, lässt sich streiten auf jeden Fall beehrte uns in Form der Präsidentin von Birdlife Schweiz ein ganz spezieller Gast!

Auch relativ speziell war der Zmittag von Merlin - er hatte ein riesiges Brot, zwei ganze Käse, einen Brotaufstrich und eine Tomate, die fast so gross war wie ein Fussball. Verhungern mussten wir also sicher nicht! Gestärkt vom Zmittag machte sich nun die andere Hälfte an die Arbeit. Sie wurden aber bald wieder zurückgerufen, weil weit weg eine Eule kurz aufgeflogen war. Sie war der Diskussionsstoff der nächsten Minuten für Merlin, Eric und Dennis. Merlin war sich sicher, dass es ein Uhu war, mit Sicherheit konnte es aber niemand sagen. Die Arbeiter waren froh über die kleine Verschnaufpause. 

Entweder lässt man sich von Eulen von der Arbeit ablenken oder aber man begnügt sich damit, wahlweise zu beobachten oder zu dokumentieren, wie Jakob und Alina krampfen...
Zugegeben: Einige von uns hatten auch wirklich sehenswerte Transporttechniken auf Lager! ;-)

Kurz vor vier Uhr zählte Dennis die Arten zusammen. Erstaunlich war unter anderem die Anzahl gesehener Erlenzeisige: 632! Auch wenn wir heute keine Seltenheiten entdeckten, gingen wir zufrieden nach Hause, mit dem guten Gefühl, etwas für die Vögel gemacht zu haben.

Bericht: Levi.
Fotos: Merlin Hochreutener.

Sonntag, 2. Oktober 2016

EuroBirdwatch und Arbeitseinsatz auf den Hegmatten

Auch dieses Jahr stationierten wir uns für den EuroBirdwatch-Anlass wieder auf "unserem Territorium" auf den Hegmatten bei Winterthur. Nebenbei trugen wir auch dies hat schon fast Tradition im Naturschutzgebiet Schnittgut zusammen. Christian (ein Aushilfsnatrixler ;-)) und Dennis fanden sich um sieben Uhr in der Früh am Beobachtungspunkt ein. Leider wurden wir vom strömenden Regen überrascht, was das Notieren der Zugvögel auf dem bald völlig durchnässten Formular sehr erschwerte. Bis Eric und sein Gefolge um 9 Uhr im Gebiet ankamen, konnten wir während der Regenpausen immerhin eine durchziehende Beutelmeise und 11 Hohltauben notieren super Arten fürs Perimeter! ;-P 

Die Jungmannschaft bestehend aus Leon, Lukas und Levi war vom Zugvögelzählen wohl nicht so angetan und marschierte gleich zur Arbeit ins Naturschutzgebiet. Leider war das Schnittgut in diesem Jahr stark durchnässt und das Rechen war dementsprechend sehr anstrengend. Etwas später wurde Christian dann durch unser feldornithologisches Ass namens Simon ersetzt und auch Patrick und Flurin gesellten sich zur Unterstützung zu uns. Wie schon im Vorjahr assistierte Flurin Dennis beim Erfassen der Zugvögel. Da der Regen allmählich nachliess, war dies nicht mehr ganz so ein mühseliges Unterfangen wie noch im Morgengrauen. Neben lokalen Raritäten wie Wanderfalke, Heidelerche und Mittelmeermöwe konnten auch immer wieder kleinere und grössere Trupps von Buchfinken und Staren beobachtet werden. 

Nach der Mittagspause ging es nicht lange, bis die Arbeiten wieder unterbrochen werden mussten, denn Dennis konnte akustisch einen möglichen Spornpieper feststellen! Sekunden später kam der Anruf von Simon, der etwa 100 Meter weiter vorne mit den anderen am Rechen war: "Habt ihr den grossen tschilpenden Pieper auch gesehen, der eben mit einem Wiesenpieper Richtung Süden geflogen ist?!" Wir liessen alles stehen und liegen und begannen mit der Suche nach dieser sibirischen Pieperart. Leider konnten wir ihn trotz ca. einstündiger Suche nicht mehr finden und der Vogel blieb unbestätigt. Mit grosser Wahrscheinlichkeit hatte er sich ins hohe Gras zurückgezogen. So gingen wir zurück ins Naturschutzgebiet bzw. zum Stand und widmeten uns wieder der harten Arbeit ;-) 

Bis 15 Uhr konnten wir zwei verspätete Wespenbussarde, zwei Silberreiher und mehrere Hohltauben ausmachen. Bald darauf addierten Flurin und Dennis die Zahlen und meldeten das Gesamttotal dem SVS. Insgesamt konnten wir 2'113 Vögel in 56 verschiedenen Arten beobachten. Häufigste Art war der Star mit 1'225 Ind., gefolgt vom Buchfink mit 182 Ind. (letztes Jahr 2'602 Ind.!) und von der Ringeltaube mit 105 Ind. Resultate von anderen Zählposten in der Schweiz findet ihr hier.

Wir freuen uns schon auf die Neuauflage im kommenden Jahr!

Bericht: Dennis Riederer.

Samstag, 3. Oktober 2015

EuroBirdWatch und Arbeitseinsatz auf den Hegmatten

Da wir als traditionell und patriotisch eingestellte Natrixler Traditionen nicht einfach so aufgeben und natürlich an keinem anderen Ort als auf „unserem“ Territorium einen EuroBirdWatch-Stand aufstellen würden, wählten wir auch dieses Jahr wieder das "vereinseigene" Naturschutzgebiet Hegmatten als Beobachtungspunkt für den internationalen Zugvogelzähltag aus. Netter Nebeneffekt dabei war, dass wir nebst dem Zählen sämtlicher durchziehender Vögel auch gleich einige Unterhaltsarbeiten verrichten konnten, damit das kleine biodiversitätsreiche Juwel inmitten intensivst genutzter Landwirtschaftsfläche bereit für den Winterschlaf war. Zu den acht Natrixlern gesellten sich nebst den beiden Ornithologen Christian Beerli und Andreas Weiss auch noch eine ganze Schar Waldkäuze dazu. Nein, keine befiederten Gesellen waren dies, sondern neun motivierte Gesichter von der Jugendgruppe Waldkäuze aus Andelfingen, die sich an diesem Tag zu uns gesellten. Bereits auf dem Marsch vom Bahnhof Oberwinterthur zu den Hegmatten konnten wir einige Erlenzeisige und Distelfinken akustisch vernehmen. Dennis war schon seit 7.00 Uhr am Zählen. Bei unserer Ankunft sagte er, dass dies ein rekordträchtiger EuroBirdWatch-Tag würde. Diese These bestätigte sich: So wurden nur bis 10.00 Uhr schon mehr Vögel gezählt als in den Jahren zuvor während des gesamten Tages! Wir verbrachten die Zeit abwechslungsweise mit Vögelzählen und Schnittgutzusammentragen. Die für Oktober ausserordentlich hohen Temperaturen sorgten dafür, dass auch ein kleines Nickerchen in der Sonne nicht zur frostigen Angelegenheit werden sollte. Highlights des Tages waren ein später Wespenbussard, Habicht, 14 Sperber, Wanderfalke, eine Beutelmeise und acht Kernbeisser.

Dennis präsentiert freudig seine Arbeit.
Da nach dem Mittag die Zugaktivität nachliess und die starke Sonne das Zusammenrechen von Schilf zu einer schweisstreibenden Arbeit machte, spielte so mancher Waldkauz und noch so eingesessener Natrixler lieber eine Runde „Schittli-Vertschutte“.
Die Waldkäuze verliessen uns am Nachmittag schon etwas früher und begaben sich auf ihren Heimweg nach Andelfingen. Bald räumten auch wir unseren Stand (leider waren an diesem Tag nur wenig Spaziergänger(innen) dort, die von unserem Infostand hätten profitieren können), zählten die letzten Vögel und nahmen schliesslich den Weg zurück nach Oberwinterthur unter die Füsse – mit dem guten Gewissen im Hinterkopf, dass das Gebiet nun bereit für den Winterschlaf war.

Bereit für kältere Zeiten: Unser hübsches Naturschutzgebiet.
Die Natrixler nach getaner Arbeit.
In Erinnerung bleibt der ertragreichste, wärmste und sonnigste EuroBirdWatch-Tag der Jugendgruppe Natrix.

Bericht und Fotos: Merlin Hochreutener.

Samstag, 13. Juni 2015

Arbeitseinsatz auf den Hegmatten

Im Juni führen wir jedes Jahr einen Arbeitseinsatz in unserem Gebiet in Winterthur durch, um nicht einheimische Pflanzen (Neophyten) aus dem Naturschutzgebiet zu entfernen. Dies machen wir nun schon einige Jahre und der Erfolg lässt sich sehen: An diesem Samstag gab es für uns kaum mehr etwas zu tun: Goldruten liessen sich nur noch vereinzelt im dichten Schilf und direkt am Zaun finden. Das Berufskraut war besonders noch an den kiesigen Stellen in der Mitte des Gebiets in kleiner Zahl vorhanden; dies ist hingegen gar kein Vergleich im Gegensatz zu den Vorjahren.
So konnten wir uns schon bald in den kühlen Schatten legen und nahmen unser Mittagessen ein:

Samuel (verdeckt), Sylvain, Jonas, Flurin, Leon und Noah beim Mittagessen (von links). 

Nach der Mittagspause standen die Tiere im Mittelpunkt: Diverse Libellen, Heuschrecken und Frösche konnten wir unserem Gebiet sehen. Speziell war die Beobachtung von einigen Langfühler-Dornschrecken (Tetrix tenuicornis) auf der kiesigen Fläche in der Mitte des Gebiets. Im Rahmen von Jakobs Untersuchung wurde diese Art noch nicht festgestellt.
Mit der guten Arbeit, die wir in den letzten Jahren und an diesem Samstag bei der Bekämpfung der Neophyten geleistet haben, wird es spannend zu sehen sein, ob nächstes Jahr überhaupt noch Goldruten und Berufskraut zu finden sein werden. Ein grosses Dankeschön geht an dieser Stelle noch an die Bebbi Basler Sylvain und Samuel, die uns tatkräftig unterstützt haben!

Bericht und Foto: Eric Christen.

Sonntag, 5. Oktober 2014

EuroBirdwatch und Arbeitseinsatz auf den Hegmatten

Seit 1993 findet in den meisten Ländern Europas am ersten Oktoberwochenende der sogenannte EuroBirdwatch statt. An verschiedenen für die Zugvogelbeobachtung besonders geeigneten Standorten werden die durchziehenden Arten von lokalen Vereinen gezählt und der Bevölkerung das Phänomen Vogelzug durch Vogelbeobachtung vor Ort und Infomaterial nähergebracht. Diese Öffentlichkeitsarbeit zielt u.a. darauf ab, auch bei Nicht-Ornithologen ein Bewusstsein dafür zu wecken, wie stark Zugvögel auf ihren Wanderungen durch menschenverursachte Umweltveränderungen beeinträchtigt werden. Diese Veränderungen können sowohl globaler (Klimaerwärmung) als auch lokaler (Zerstörung von Rastgebieten) Natur sein.

Wie schon im Vorjahr hatte sich die Natrix angesichts dieser Zielsetzung des EuroBirdwatch vorgenommen, nicht nur Passanten zu informieren und die genaue Anzahl durchziehender Buchfinken und Mäusebussarde zu ermitteln, sondern auch vor den Augen eben dieser Passanten etwas für den Erhalt eines wertvollen Rastgebiets - nämlich "unseres" Naturschutzgebiets auf den Winterthurer Hegmatten - zu tun. Dort galt es nach dem Mähen an den Vortagen mächtig Hand anzulegen: Jede Menge Schnittgut musste aus der Riedfläche, die sich an einen teils sanft abfallenden, teils etwas abschüssigen Abhang schmiegt und daher mit Gefährten kaum zugänglich ist, zum Abtransport durch die Stadtgärtnerei an die Ränder des Gebiets gerecht, getragen und geschleppt werden.

Nach der Ankunft einer ansehnlichen Gruppe Natrixler am Südwestende des Gebiets begutachteten wir zuerst einmal eingehend den Stand mit allerlei Anschauungsmaterial, den Gebietsbetreuer Dennis schon errichtet hatte. Eine erste Rechengruppe machte sich bald darauf auf zum anderen Ende und begann mit der Arbeit. Beim Stand wurden die ersten durchziehenden Vögel registriert und Flurin mit der ehrenvollen Aufgabe der Logführung betraut. Wie man sieht, brachte er dieser Aufgabe den angebrachten Respekt entgegen:

"... und noch zwei Feldlerchen." - Flurin bei der Arbeit.
Lange konnten die Recher aber nicht wirken und auch mit dem geruhsamen Erfassen der Zugvögel war schon bald Schluss - die Kunde von einer möglichen Wachtel auf einem Acker direkt neben dem Weg lockte nämlich alle vom Schnittgut resp. dem Stand weg. Zuerst liess sich sich der Verdacht aber nicht erhärten:

Ratlos-suchende Gesichter in der morgendlichen Oktoberlandschaft.

Aber wir blieben geduldig und warteten:

Foto: Jonas Landolt.
Und siehe da, was kaum jemand für möglich gehalten hätte, wurde Realität: die Sichtbeobachtung einer Wachtel am Rande der zweitgrössten Stadt des Kantons!

Foto: Jonas Landolt.
Nachdem sie sich anfänglich geziert und nur ihren Kopf zum Vorschein hatte kommen lassen, präsentierte sie sich nach einer Weile völlig frei. Meo gelang in der Folge (in gewohnter digiskopierender Manier!) das folgende prächtige Bild des einzigen Langstreckenziehers unter den europäischen Hühnervögeln:

So schön hatte zuvor noch niemand von uns in der Schweiz eine Wachtel gesehen!
Foto: Meo Sauter.
Mit der Vermutung, dass diese Beobachtung an diesem Tag nur schwer zu überbieten sein dürfte, kehrten wir später an den Stand resp. die Rechenstiele zurück. Obschon wir nicht dieselbe Menge an Zugvögeln wie im Vorjahr feststellen konnten, war die Luft unter- und oberhalb der dicken Hochnebeldecke erfüllt mit allerlei Finken, Piepern und Feldlerchen. 

Im Laufe des Mittags tauchte die Sonne auf, was zwar die Vitamin-D-Produktion anregte, unsere teils etwas klammen Hände erfreute und uns mehr Spaziergänger einbrachte, den Kleinvogelzug aber abzustellen schien. Nach dem Zmittag stellte sich daher bei denjenigen, die den Stand betreuten, etwas Langeweile ein. Dem begegneten wir mit einem "Richtig-oder-falsch"-Spiel (auch bekannt als Wanderfalken-Tauben-Spiel) auf dem Feldweg oberhalb des Gebietes, bei dem man sein Wissen über Zugstrategien und vieles mehr unter Beweis stellen konnte. Dazwischen konnten wir als erfreuliche Abwechslung zu Wiesenpieper und Rabenkrähe zwei Sperber auf unserer Liste eintragen.

Währenddessen begannen sich an den Gebietsrändern dank vieler fleissiger Hände die Schilfhaufen zu türmen:

Bereit für den Abtransport durch die Winterthur Stadtgärtnerei.
Um ca. 15 Uhr tat sich zu unserem Erstaunen nochmals etwas an der Zugfront: Mäusebussarde zogen in grösserer Zahl über die Hegmatten, zuerst nur einzeln oder zu zweit, zum Abschluss aber gleich in einem Trupp von mindestens 19 Individuen!

Als wir um 15.30 Uhr mit dem Auf- und Abräumen begannen und uns für den Marsch zurück an den Bahnhof Oberwinterthur bereitmachten, konnte Dennis nach einem Blick auf die Liste eine erste Bilanz ziehen: Über 700 Vögel konnten im Laufe des Tages festgestellt werden, wobei überraschenderweise der Wiesenpieper mit 85 Individuen zuoberst auf der Liste der häufigsten Arten figurierte. Nach der endgültigen Auszählung am Abend konnte Dennis dem SVS 721 registrierte Vögel melden - ein im Vergleich zum Vorjahr zwar mageres Resultat (1724 Vögel, wovon 672 Buchfinken!), das sich aber mit Blick auf die anderen Standorte 2014 sehen lassen kann. Die diesjährigen Resultate aus der ganzen Schweiz findest du übrigens hier: http://www.birdlife.ch/ebw14/index.php/de/resultate-2014

Wir danken allen Kindern (und natürlich auch Vater Thomas) fürs Anpacken im Ried und Dennis für die gesamte Organisation, die nebst dem Herbeischaffen von Werkzeug auch die Planung und den Aufbau des Standes mit viel Bildmaterial beinhaltete und dementsprechend aufwändig war. 

Nächstes Jahr werden wir voraussichtlich wieder am EuroBirdwatch mitmachen - wie viele Vögel wir wohl dann sehen werden?

Bericht und Bilder ohne Vermerk des Fotografen: Patrick Mächler.

Samstag, 14. Juni 2014

Erster Arbeitseinsatz des Jahres auf den Hegmatten

Ein nur sehr bescheidenes Grüppchen bestehend aus den Natrixlern Dennis, Andrea und deren jüngere Schwester Louana, Merlin und Patrick machte sich an diesem sonnigen Samstagmorgen auf in den Osten der Stadt Winterthur, wo eingekeilt zwischen intensiv bewirtschafteten Feldern "unser" Naturschutzgebiet liegt, das wir seit einiger Zeit pflegen. Ergänzt wurde die kleine Runde freundlicherweise von Livia, welche die Jugendgruppe des Natur- und Vogelschutzvereins Andelfingen betreut.

Begleitet vom Gesang von Gartengrasmücke, Goldammer und Sumpfrohrsänger verschafften wir uns zuerst einen Überblick über die Lage im Gebiet. Dabei war der Arbeitsauftrag wie immer im Frühsommer schnell und einfach formuliert: raus mit den verbleibenden Goldruten! Schnell wurde uns beim Rundgang durch das Gebiet aber klar, dass wir den verhassten Neophyten aus Nordamerika richtiggehend suchen mussten, so weit scheinen ihn die Arbeitseinsätze der vergangenen Jahre schon zurückgedrängt zu haben! 

Im Schilfdickicht wurden wir dann aber vereinzelt doch noch fündig:

Arbeiten im manns- und frauhohen Schilfwald.
Auch auf dem Damm, der das Gebiet zum Fussweg hin abgrenzt, gab es noch einiges an Zupfarbeit zu leisten, wobei es gerade auf diesem trockeneren Untergrund mitunter schwierig war, der noch kleinen Pflanzen vollumfänglich - das heisst mitsamt allen Wurzeln - habhaft zu werden. Die botanikversierte Livia wies uns beim Zupfen in der sengenden Nachmittagssonne übrigens darauf hin, dass sich Goldruten auch als Zutat in einem gemischen Salat ganz gut machten. Zum Anbeissen luden die Schösslinge dann zwar doch nicht ein, aber vielleicht gönnen wir uns nach einem der kommenden Goldrutenanlässe ja einen Löwenzahn-Goldruten-Salat an einer leckeren Vinaigrette? ;-)

Aufgelockert wurde das etwas einseitige Zupfen von Begegnungen mit zahlreichen Kleinlibellen (von denen einige in ein Spinnennetz geraten waren, wo sie ein gewisser jemand einfach nicht belassen konnte...) und diesem Grünen Heupferd:

Sonnenbad auf Goldrutenwurzeln.
Etwas früher als geplant hatten wir unsere Arbeit erledigt und machten uns um 16 Uhr zu Fuss resp. mit Hipsterrennvelo auf den Weg Richtung Oberwinterthur, wo wir den Zug zurück nach Zürich bestiegen.

Fleissige Natrixler nach getaner Arbeit.
Gebietsbetreuer Dennis wird im Hochsommer zumindest die Leiter wohl noch zu einem zusätzlichen Zupftag aufbieten, da Mitte Juni noch nicht alle tatsächlich im Gebiet wachsenden Goldruten schon genug gross sind, als dass wir sie hätten erkennen und beseitigen können.
 
Bilder und Bericht: Patrick Mächler.

Sonntag, 10. November 2013

Dritter und letzter Arbeitseinsatz des Jahres auf den Hegmatten

Nachdem wir am Arbeitseinsatz im Juni die Goldruten gezupft und im November das Mähgut zusammengetragen hatten, machte sich an diesem Sonntag eine mittelgrosse Gruppe Natrixler bestehend aus Andrea, Dennis, Eric, Eva, Noah, Patrick, Selina sowie den "schnuppernden" Schwestern Katla und Noah und ihrem Vater Peter auf zum dritten Streich auf den Hegmatten. Dieses Mal standen die Sträucher und die kleinen Bäume im Fokus, die wir zurückschneiden mussten. Wie jedes Mal in diesem Jahr zeigte sich das Wetter nicht von seiner guten Seite, denn es regnete und stürmte wie wild, was uns die Arbeit nicht gerade erleichterte. Glücklicherweise hatten wir im Vorjahr gut gearbeitet, so dass es heuer nicht mehr so viel zu tun gab.

Eva, Patrick und Noah (m.) waren damit beschäftigt, dem Zaun und der oberen Gebietsgrenze entlang die jungen Sträucher auszuzupfen. Die übrigen Teilnehmer nahmen sich in zwei Gruppen je einer Weide an, die auf Stock gesetzt wurden, damit sich die Bekassinen, die hier überwintern, weiterhin an den Ufern der Teiche sonnen können.
Dennis kämpfte sich durch die grossen, durcheinander gewachsenen Rosen, die er auslichtete und die so länger bestehen bleiben.

Nachdem eine Gruppe mit einer Weide fertig geworden war und Dennis eine sehr dicke Traubenkirsche mit einer Handsäge durchgesägt hatte (uns stand dieses Jahr leider keine Motorsäge zur Verfügung), traf Familie Hochuli samt Jakob mit heissem Punsch, Semmeli und Schokolade ein. Natrix-Leiter Jakob hatte im Sommer für seine Maturarbeit die Libellen- und Heuschreckenarten des Gebietes kartiert und konnte heute seiner Familie zeigen, wo er seine Daten erhoben hatte. Um die wärmenden und nährenden Mitbringsel waren wir mit unseren klammen Händen sehr froh und so richten wir an dieser Stelle ein grosses Dankeschön an Familie Hochuli für die Bewirtung in der Kälte! 

Nach dieser Zwischenverpflegung absolvierten wir noch den Schlussspurt und legten die abgesägten Äste auf einen Haufen. Solche Asthaufen haben sich dieses Jahr übrigens für verschiedene Durchzügler wie Dorngrasmücke, Trauerschnäpper und Neuntöter super bewährt.

Wegen des unwirtlichen Wetters und da die Arbeit schnell erledigt war, beschlossen wir uns nach zweieinhalb Stunden Einsatz wieder auf den Weg Richtung Bahnhof Oberwinterthur zu machen. Ornithologisch war es nicht so ergiebig, wir konnten lediglich einen Sperber und ein paar wenige Wiesenpieper feststellen. Bei Regen und hohen Windgeschwindigkeiten war leider nicht an ein Gruppenfoto zu denken, so dass dieser Eintrag unbebildert enden muss.

Für das kommende Jahr wünschen wir uns angenehmeres Arbeitswetter und freuen uns auf die nächsten Einsätze!

Bericht: Dennis Riederer.

Sonntag, 6. Oktober 2013

European Birdwatch & herbstlicher Arbeitseinsatz auf den Hegmatten

Bereits zum zweiten Mal fand dieses Jahr ein Arbeitseinsatz im Naturschutzgebiet Hegmatten statt, das die Natrix betreut. Diesmal jedoch in Verbindung mit dem EuroBirdwatch-Weekend, bei dem während zweier Tage in gesamt Europa Zugvögel beobachtet und gezählt werden. Die letzten Jahre betreuten wir jeweils einen Stand am Katzensee und waren darum sehr gespannt, was uns hier erwarten würde.
Bevor man mit Zählen beginnen konnte, mussten allerdings noch der Stand aufgebaut und alle Plakate aufgehängt werden. Hier machte uns der Regen einen Strich durch die Rechnung, denn die schönen Farbkopien waren schon innert kürzester Zeit durchnässt und damit unbrauchbar. Verbesserungsvorschlag fürs nächste Jahr: Plakate laminieren.
Trotz anfänglich widriger Bedingungen machte sich eine Gruppe ans Zusammenrechen des Schnittguts. Weil dieses sich mit Wasser vollgesogen hatte, brachte es einiges mehr als üblich auf die Waage, was für manches Stöhnen sorgte. Mit mehreren Unterbrüchen für Znüni und Zvieri sowie einer längeren Mittagspause war aber für Erholung und neue Energie gesorgt.

Je jünger, desto grösser der Einsatz.
Foto: Jonas Landolt.

Mit dem Alter kommen die Rückenprobleme...
Foto: Jonas Landolt.

Aber Dominic trägt's mit Fassung ;-)
Foto: Jonas Landolt.

Während die einen arbeiteten, zählten die anderen Zugvögel und informierten Spaziergänger über die Aktion. Leider wurde von unserem Verpflegungsangebot nur wenig Gebrauch gemacht – gerade mal einen Becher Süssmost konnten wir verkaufen (dass dafür umso mehr für uns übrig blieb, war ein schöner Nebeneffekt ;-)).

Interessierte Besucher am Stand und unter endlich halbwegs blauem Himmel.
Foto: Patrick Mächler.
Als es allmählich auf das Ende des Anlasses zuging, konnten wir uns ans Auswerten der Beobachtungen machen. Insgesamt zogen 1577 Vögel über die Hegmatten, häufigster Vertreter war mit 672 Individuen der Buchfink. Highlights waren Feldlerche, Sperber, Weissstorch sowie ein Merlin, der aber leider nicht ganz sicher als solcher angesprochen werden konnte. Erschöpft, aber trotzdem rundum zufrieden, liessen wir uns noch als Gruppe ablichten, um danach die Sachen zu packen und nach Hause zu fahren. Als sich ein Teil schon in Richtung Bahnhof begeben hatte, überraschte uns plötzlich eine männliche Kornweihe, die mit der Hoffnung, eine Maus zu erspähen, tief über einen Acker flog. Auf kurze Distanz liess sie sich prächtig beobachten. Auch wenn sie nicht von allen Teilnehmern gesehen wurde, bildete sie den Höhepunkt dieses abwechslungsreichen Tages.

Zufriedene Gruppe nach Abschluss der Arbeiten.
Foto: Urs Wüst.
Für alle, die nicht dabei sein konnten: Am 10. November findet bereits der dritte Arbeitseinsatz statt. Dabei werden wir Sträucher schneiden und das Gebiet auf den Winter vorbereiten. Für Action und Abwechslung wird gesorgt sein :-).

Bericht: Merlin Hochreutener.