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Sonntag, 1. Dezember 2013

Wasservögel auf der Werdinsel - kantonale Exkursion des Zürcher Vogelschutzes unter der Regie der Natrix

Alljährlich führen Sektionen des ZVS/Birdlife Zürich (Zürcher Vogelschutz) für die Bevölkerung im Kanton öffentliche Exkursionen durch, auf denen Wissen über die Natur vermittelt und Beobachtungen der heimischen Flora und Fauna ermöglicht werden sollen. Die letzte Exkursion des Jahres zum Thema Wasservögel durften die Leiter der Jugendgruppe Natrix auf der Werdinsel in der Limmat organisieren. 

Nach den Vorbereitungen (Tisch holen und aufstellen, Bereitstellen von Getränken & Verpflegung für das gesellige Beisammensein nach der Exkursion, Koordination der Leiter und Hilfsleiter, etc. PP) ging es um 13 Uhr los. Jonas, der im Hintergrund für die Planung zuständig war und dem heutigen Anlass in Form von Begrüssung und Verabschiedung einen Rahmen gab, hiess die etwas mehr als 30 Teilnehmer - ein etwa durchschnittliches Besucheraufkommen - herzlich willkommen und informierte die Anwesenden über den Ablauf der Exkursion. Diese war in Form von Posten modular aufgebaut, wobei die Teilnehmer an jedem Posten über einen anderen Aspekt aus dem Leben unserer befiederten Wintergäste etwas erfahren sollten. Damit auf der teils etwas unübersichtlichen Werdinsel zwischen den Posten niemand verloren ging und der zeitliche Ablauf eingehalten wurde, wurden die Teilnehmer auf fünf Hilfleiterteams verteilt. Diese bestanden aus unseren Mitgliedern Andrea, Benjamin, Gian-Luis, Merlin, Nicolas, Noah, Selina I (die Jüngere - Besuch bekamen wir zudem von Selina II, der (ein klein wenig) Älteren ;-)) und Sontje, die die Teilnehmer im Viertelstundentakt von einem Posten zum anderen begleiten sollten.

Jonas stellt die Beteiligten vor und gibt Infos zum Ablauf der Exkursion.
Wer am Wehr startete, bekam die Gelegenheit, die häufigsten Wintergäste an der Limmat auf meist kurze Distanz kennenzulernen. Jakob zeigte den interessierten Teilnehmern die in Erwartung von Weissbrot hündisch emporblickenden Reiher- und Tafelenten, die laut schreienden Lachmöwen und den schwarzen Kormoran. Mit etwas Glück gelangen zudem Beobachtungen von Teichhühnern und Zwergtauchern. Dass das Beobachten von Vögeln Freude macht, beweist dieses Bild:

Jakob mit sichtlich begeisterten Teilnehmern am Wehr.
Weiter ging es auf der eigentlichen Insel am Posten von Dominic, der spannende Fakten der Anpassung von Wasservögeln an ihren aquatischen Lebensraum nicht nur in trockener Theorieform, sondern zum Anfassen und Anfühlen vermittelte:

Dank einer Fettschicht perlt das Wasser ab - bei Wasservögeln, aber auch Kindern mit Vaseline auf den Händen.
Die Teilnehmer erfuhren u.a., weshalb Vögeln die Füsse nie abfrieren und warum das Gefieder (fast) aller Wasservogelarten nie richtig nass wird.

Am dritten Posten bei Eric gab es verschiedene Körperteile von Wasservögeln zu bestaunen. Während der Kopf einer Schwimmente noch einigermassen hübsch anzusehen war, musste der Muskelmagen einer Tauchente doch eher unter "eklige Kuriosa" laufen:

Der Muskelmagen einer Tauchente.
Den Nutzen dieses Organs verstanden die Teilnehmer spätestens, als sie die harte Nahrung der Tauchenten zu sehen bekamen: Die kleinen Wandermuscheln werden nach der "Ernte" von den Enten nicht etwa geknackt, sondern mitsamt der Schale verschluckt. Der Magen hat bei so harter Nahrung folglich einiges zu leisten, damit der Vogel an das proteinreiche Muschelfleisch gelangen kann.

Weiter ging es bei Dennis, der über die Herkunft unserer Wintergäste referierte und dabei mit der Vogelberingung auch auf eine wichtige Methode in der Erforschung des Vogelzuges zu sprechen kam. Dank Ringfunden wissen wir nämlich ziemlich genau, woher unsere Wintergäste kommen (v.a. Nord- und Osteuropa und Russland). Wird ein Vogel innert kurzer Zeit zweimal abgelesen, erfahren wir zudem, mit welch hohen Geschwindigkeit diese Vögel mitunter unterwegs sind. Leider steht bei solchen Ablesungen oft nur hinter der ersten Ablesung ein Ornithologe, hinter der zweiten oft ein Jäger... Weiter gab es Wissenswertes über die Zunahme der überwinternden Wasservögel in der Schweiz seit den 1970er-Jahren zu hören, die im direkten Zusammenhang mit der Einschleppung der Wandermuschel aus Osteuropa steht.

Am letzten und fünften Posten bei Patrick ging es um die Veränderungen in der Nahrungskette um und an der Limmat im Laufe der letzten 150 Jahre. Um dieses theoretische Thema etwas zugänglicher zu machen, erhielten die Teilnehmer je ein Kärtchen, das ihnen eine Art der Nahrungskette in diesem Lebensraum zuwies. Einige durften Vögel wie Graureiher, Kormoran, Reiherente oder Kolbenente sein, andere mussten sich mit der Existenz als Fischart, Wühlmaus oder Regenwurm begnügen. Zuerst galt es, den Wasservögeln mit Schnüren die richtige Nahrung zuzuweisen. Wer frisst Armleuchteralgen, wer Weissfisch? So entstand schnell ein kompliziertes Nahrungsnetz:

Schon mit wenigen Arten ergibt sich ein komplexes Nahrungsnetz, das
durch menschliche Eingriffe in den Lebensraum zerstört werden kann.
Danach wurden verschiedene Szenarien durchgespielt, die allesamt durch Menschenhand verursachte Veränderungen darstellten. Welche Arten verschwinden aus dem Nahrungsnetz, wenn die Limmat begradigt wird? Welche Arten verlassen die Limmat, wenn die Nahrungsquelle ausstirbt? Welchen Einfluss hat die Wasserqualität auf das Nahrungsangebot der Kolbenente? Mit solchen und ähnlichen Fragen konnten die Teilnehmer das an den anderen Posten vermittelte Wissen festigen und ein Verständnis für die Ursachen von Zu- und Abnahmen im Bestand unserer Wintergäste gewinnen.

Nach mehr als eineinhalb Stunden hatten alle Gruppen jeden Posten besucht und konnten an diesem sonnigen, aber eiskalten Adventssonntag nun etwas Wärmendes und Stärkendes gut vertragen. Zurück am Startpunkt schenkten die Leiter Punsch und Tee aus, die wie die von Selina II gebackenen Guetzli auf viel Anklang stiessen.
 
Beim Teetrinken und Guetzliessen gab es auch Flügel zu bestaunen.
Die Exkursion fand mit den Dankesworten von Matthias Griesser und den Abschiedsworten von Jonas nach 15 Uhr ihren Abschluss. Uns Leitern hat diese etwas ungewohnte Art der Exkursionsleitung Spass gemacht und wir hoffen, dass die Teilnehmer einiges von diesem Sonntagnachmittag haben mitnehmen können. Unseren Hilfsleitern Andrea, Benjamin, Gian-Luis, Merlin, Nicolas, Noah, Selina I und Sontje danken wir für ihren Einsatz, der einen reibungslosen Ablauf der Exkursion möglich gemacht hat.

Bericht: Patrick Mächler
Fotos: Matthias Griesser (Regionalkommission ZVS).

Sonntag, 10. November 2013

Dritter und letzter Arbeitseinsatz des Jahres auf den Hegmatten

Nachdem wir am Arbeitseinsatz im Juni die Goldruten gezupft und im November das Mähgut zusammengetragen hatten, machte sich an diesem Sonntag eine mittelgrosse Gruppe Natrixler bestehend aus Andrea, Dennis, Eric, Eva, Noah, Patrick, Selina sowie den "schnuppernden" Schwestern Katla und Noah und ihrem Vater Peter auf zum dritten Streich auf den Hegmatten. Dieses Mal standen die Sträucher und die kleinen Bäume im Fokus, die wir zurückschneiden mussten. Wie jedes Mal in diesem Jahr zeigte sich das Wetter nicht von seiner guten Seite, denn es regnete und stürmte wie wild, was uns die Arbeit nicht gerade erleichterte. Glücklicherweise hatten wir im Vorjahr gut gearbeitet, so dass es heuer nicht mehr so viel zu tun gab.

Eva, Patrick und Noah (m.) waren damit beschäftigt, dem Zaun und der oberen Gebietsgrenze entlang die jungen Sträucher auszuzupfen. Die übrigen Teilnehmer nahmen sich in zwei Gruppen je einer Weide an, die auf Stock gesetzt wurden, damit sich die Bekassinen, die hier überwintern, weiterhin an den Ufern der Teiche sonnen können.
Dennis kämpfte sich durch die grossen, durcheinander gewachsenen Rosen, die er auslichtete und die so länger bestehen bleiben.

Nachdem eine Gruppe mit einer Weide fertig geworden war und Dennis eine sehr dicke Traubenkirsche mit einer Handsäge durchgesägt hatte (uns stand dieses Jahr leider keine Motorsäge zur Verfügung), traf Familie Hochuli samt Jakob mit heissem Punsch, Semmeli und Schokolade ein. Natrix-Leiter Jakob hatte im Sommer für seine Maturarbeit die Libellen- und Heuschreckenarten des Gebietes kartiert und konnte heute seiner Familie zeigen, wo er seine Daten erhoben hatte. Um die wärmenden und nährenden Mitbringsel waren wir mit unseren klammen Händen sehr froh und so richten wir an dieser Stelle ein grosses Dankeschön an Familie Hochuli für die Bewirtung in der Kälte! 

Nach dieser Zwischenverpflegung absolvierten wir noch den Schlussspurt und legten die abgesägten Äste auf einen Haufen. Solche Asthaufen haben sich dieses Jahr übrigens für verschiedene Durchzügler wie Dorngrasmücke, Trauerschnäpper und Neuntöter super bewährt.

Wegen des unwirtlichen Wetters und da die Arbeit schnell erledigt war, beschlossen wir uns nach zweieinhalb Stunden Einsatz wieder auf den Weg Richtung Bahnhof Oberwinterthur zu machen. Ornithologisch war es nicht so ergiebig, wir konnten lediglich einen Sperber und ein paar wenige Wiesenpieper feststellen. Bei Regen und hohen Windgeschwindigkeiten war leider nicht an ein Gruppenfoto zu denken, so dass dieser Eintrag unbebildert enden muss.

Für das kommende Jahr wünschen wir uns angenehmeres Arbeitswetter und freuen uns auf die nächsten Einsätze!

Bericht: Dennis Riederer.