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Montag, 14. Mai 2018

Auffahrtslager in Leuk, 10.–14. Mai 2018

Erster Tag – 10. Mai
Mit viel Vorfreude trafen wir uns um 8.40 am Zürcher HB und fuhren nach Visp. Dort holten wir unsere Velos ab und nahmen in zwei Gruppen den Zug nach Leuk. Auf dem Campingplatz wurden wir  von zwei Bienenfressern, einem Gartenrotschwanz und später auch noch von einem Wiedehopf herzlich begrüsst. Nachdem wir unsere Zelte aufgestellt hatten, fuhren wir direkt zur Bienenfresser-Kolonie. Auf dem Weg dorthin begegneten wir vielen, wunderschönen Smaragdeidechsen:
 
Egal vor welchem Hintergrund, die Smaragdeidechsen beeindrucken auf dem Boden...
Foto: Andrea Wüst.
... und im Astwerk.
Foto: Elias.

Als wir bei der Kolonie angekommen waren und den Bienenfressern eine Weile zugeschaut hatten, hörten wir noch einen Wendehals, leider sahen wir ihn nicht. Nach ungefähr 10 Schlangenadlern, die sich als Schwarzmilane entpuppten, machten wir eine Runde um die Felder. Wir sahen verschiedene Schafstelzen, Bluthänflinge, Steinschmätzer und eine Feldlerche im Singflug. 

Auch ohne Rot hübsch anzusehen: der Bluthänfling.
Foto: Levi.

Ab und an kamen auch Entomologen auf ihre Rechnung:

Eine kecke Feldgrille.
Foto: Elias.

Ruben, Konstantin und Merlin, die vorhin zu Alice gefahren waren, um unseren Znacht vorzubereiten, riefen uns an und sagten, dass wir um 17.50 Uhr beim Zeltplatz sein sollten. 

Kohldampfend: Die Natrixler warten auf halbvegane Spaghetti cinque pi.
Foto: Ruben Lippuner.

Zum Znacht gab es Spaghetti Cinque Pi, doch da der Rahm den beschwerlichen Weg ins Wallis nicht geschafft hatte, war die Hälfte der Sauce mit Reismilch gemacht worden. Merlin hat diese Herausforderung aber bravourös gemeistert und so war die leckere Reismilch-Cinque-Pi-Sauce zuerst weg. Nach ausgiebigem Ping-Pong-Spielen fuhren wir um circa 21 Uhr los, um den Ziegenmelker zu suchen.
 
Hört jemand ein "Trrrrrrrrrrrrrrrrrr....?
Foto: Ruben Lippuner.

Leider konnten wir ihn weder hören noch sehen. Zurück auf dem Zeltplatz schliefen alle friedlich ein.

Tagesbericht: Noémie & Alina.

Zweiter Tag – 11. Mai

Den zweiten Tag starteten wir um 4.45 Uhr. Bevor wir in die Waldbrandfläche gingen, assen wir etwas Brot. Mit dem Velo und dem Bus fuhren wir in die Waldbrandfläche. 

Wie fast immer gilt: "Im Frühtau zu Berge" ist ein Garant für einmalige Stimmungen.
Foto: Ruben Lippuner.
Blick in die Waldbrandfläche –
15 Jahre nach dem grossen Brand.
Foto: Levi.

Dort suchten wir sofort typische Vögel für dieses Gebiet. Schon nach kurzer Zeit konnten wir Neuntöter, Zippammer und einen Steinrötel beobachten. 

Zipp!
Ein männlicher Steinrötel in seiner ganzen Pracht.
Beide Fotos: Elias.

Erstaunt waren wir auch über die grosse Dichte an Berglaubsängern. Nach dem wir ein Stück hochgelaufen waren, assen wir noch einmal Zmorgen, dieses Mal richtig. Wir beschlossen, dass wir früh zurückgehen wollen, um vom Zeltplatz ziehende Greifvögel zu beobachten. Auf dem Rückweg kamen noch Arten wie Steinhuhn (rufend), Wiedehopf, Heidelerche und Wendehals dazu. Nach dieser gelungenen Morgenexkursion spielten wir auf dem Campingplatz einige Runden Tischtennis. 

Seit jeher die bevorzugte Sportart der Natrixler: Pinp-Pong!
Foto: Ruben Lippuner.

Plötzlich hiess es, dass ein Schlangenadler weit weg vor der Waldbrandfläche fliege. Als er landete, konnten alle den seltenen Greifvogel beobachten. Während einige nun ebenfalls Greifvögel suchten, spielten die anderen nochmals Tischtennis. Die nächsten Greifvögel, die etwas Aufregung auslösten, waren zwei adulte Bartgeier. Sie liessen sich relativ lange beobachten. Kaum wollten einige wieder Tischtennis spielen (wir wurden regelrecht vom Rundlauf-Fieber gepackt!), kam der nächste Alarm: Eine Weihe kreiste über unseren Köpfen! Zuerst wussten wir nicht sicher, welche Art es war. Nachdem wir aber die Bilder nochmals angeschaut hatten, erwies sich der Vogel als Wiesenweihe:
 
Foto: Elias.

Am späteren Nachmittag stiegen wir nochmals aufs Velo, um zu einer Brätelstelle zu radeln. Es gab Vegi-Plätzli, Gemüsespiesse und Kartoffeln. Einige hatten noch nicht genug vom Tischtennisspiel, deshalb wurde ein Tisch kurzerhand zum Tischtennistisch umfunktioniert. Andere vertrieben sich die Wartezeit mit dem «cup song». 

In Form von Schoko-Bananen-Schiffchen gab es sogar einen Dessert!
Foto: Merlin Hochreutener.

Nach dem leckeren Abschluss gingen wir zurück auf den Campingplatz. Dort packten wir unsere Sachen, um ein letztes mal in die Waldbrandfläche zu gehen. Als es eindunkelte, hörten wir den ersehnten Ziegenmelker! Auch er ist eine typische Art für Leuk. Ungefähr zehn Prozent des Schweizer Bestandes lebt in dieser Region. Zusammen mit einer anderen Beobachtergruppe lauschten wir seinem Gesang. Danach gingen wir auf den letzten Bus und kamen spät auf dem Zeltplatz an. Alle gingen nach dem Duschen zufrieden und müde ins Bett. 

Tagesbericht: Levi.

Dritter Tag – 12. Mai

Einige Frühaufsteher machten sich um 5.15 Uhr auf den Weg ins Leukerfeld. Dort konnten sie die Bienenfresser an der Brutwand beobachten, die Morgenstimmung geniessen und einen Nachtreiher beim Sonnenbad entdecken:
 
An den Teichen im Leukerfeld.
Foto: Ruben Lippuner.
Auf der Suche nach Ruhe und innerem Frieden
war wohl auch dieser Nachtreiher. Er konnte ja nicht ahnen,
dass die Natrixler schon so früh auf den Beinen sind!
Foto: Elias.

Auf dem Rückweg wurden sie dann mit der seit einiger Zeit im Gebiet anwesenden Sumpfohreule belohnt:

Spitzt die Öhrchen – eine Sumpfohreule im schönsten Licht!
So schön sieht man sie in der Schweiz selten.
Foto: Andrea Wüst.

Für den Rest der Gruppe begann der Tag ungefähr um 7.00 Uhr. Wir fuhren mit dem Velo an den Bahnhof. Mit dem Zug gelangten wir nach Sion/Sitten, von wo aus es mit dem Bus weiterging. Wir stiegen aus, als wir in der Nähe der Felswand bei Chamoson waren. Nachdem wir durch die Rebberge gelaufen waren, standen wir unterhalb der Felswand, an der die einzige Blaumerle im Wallis brütet. Wir beobachteten die schroffe Steilwand und hielten Ausschau, bis wir plötzlich eine Blaumerle sahen! Einige konnten sie beobachten, ehe sie wieder verschwand. Wir suchten und suchten, doch der Vogel blieb verschollen. Und so sah nur knapp die Hälfte diesen wunderhübschen Vogel, den Elias weit oben in der Felswand entdeckt hatte. 

Steil, steiler, Chamoson. Die Natrix beim einzigen
(bekannten) Brutstandort der Blaumerle im Wallis.
Foto: Ruben Lippuner.

Als wir dann einen Wanderfalken mit einer Taube, die tot in seinen Krallen war, sahen, beobachteten wir, wie sich ein Mäusebussard auf den Wanderfalken stürzte. Zum Glück kam ein männlicher Wanderfalke dem Weibchen zu Hilfe und verjagte den Mäusebussard. Nach diesen Beobachtungen stiegen wir wieder in den Bus und fuhren danach mit dem Zug nach Montreux am Genfersee. 

Einige nutzten die Fahrt für ein wohlverdientes Mittagsschläfchen.
Foto: Ruben Lippuner.

Am See teilten wir uns in zwei Gruppen auf: Eine Gruppe wollte in Préverenges die gemeldeten Sumpfseeschwalben und den Steinwälzer twitchen, die andere in die Grangettes, um selber etwas entdecken. Als meine Gruppe ankam, fuhren wir ein Stück mit dem Bus und den Rest liefen wir bis zum Genfersee. Wir beobachteten viele Vögel, darunter auch seltene (Sumpfohreule und Steinwälzer!). 

Arenia interpres wälzte sich im Prachtkleid durch die Landschaft
und lief Merlin direkt vor die Kamera.

Nach einer Weile wollten wir gehen, doch unser Leiter Merlin machte noch 200 Fotos von einem Buchfinken. Wenigstens eines davon war auch scharf ;-):

Ein patenter Papa: Buchfink auf Nahrungssuche für die Jungmannschaft.
Foto: Merlin Hochreutener.

Nach einer weiteren Bus- und Zugreise trafen wir bald die andere Hälfte der Gruppe, die die seit langem in den Grangettes anwesende Eisente neben drei Eiderenten und hübschen Schwarzhalstauchern gesehen hatten. Von letzteren hatten sie uns auch ein paar Belege mitgebracht:

Verbreitert das immense Artenspektrum dieses Lagers noch weiter:
ein Schwarzhalstaucher in Schwarz-Rot-Gold.
Foto: Elias.

Zurück in Leuk fuhren wir mit unseren Velos, die wir am Morgen abgestellt hatten, zurück auf den Campingplatz. Dort spielten wir zur Abwechslung mal Frisbee, da der Wind so stark blies. Bald assen wir leckeren Risotto mit Salat und nach dem Abendessen spielten wir wieder Ping-Pong, bis ein SBA eintrudelte, dass 6 Individuen der sehr seltenen Lachseeschwalbe soeben in den Grangettes (wo eine Gruppe heute war!) beobachtet worden sei. Von dieser Neuigkeit etwas aufgewühlt putzten wir unsere Zähne und gingen in unsere Zelte.
 
Tagesbericht: Lara. 

Vierter Tag – 13. Mai 

Die Mehrheit der Gruppe hatte sich gestern entschieden, heute Morgen um 03.45 aufzustehen, um die Lachseeschwalben zu twitchen. Das mitgebrachte Frühstück assen wir im Zug Richtung Villeneuve, wo wir kurz vor Sonnenaufgang ankamen. Wir hetzten schnell in Richtung Turm, wo wir einen Kolben- x Stockenten-Hybrid entdeckten. Da wir die Lachseeschwalben vom Turm aus nicht sahen, versuchten wir unser Glück von Chez Bonnet aus. Doch auch von dort konnten wir sie trotz intensiver Suche nicht finden. Die einzigen beiden nennenswerten Arten waren Habicht und die Eisente. Darum liefen wir weiter zum Damm. Dort verteidigte ein Schwan sein Nest, indem er nach uns schnappte, als wir vorbeigingen.

AnSel 1, Höckerschwan 0!
Foto: Elias.

Da es viel zu fest stürmte, um den See einigermassen deckend abzusuchen, hielten wir es nicht länger vorne auf dem Damm aus und machten uns auf den Rückweg. Als wir nochmals im Chez Bonnet vorbeischauten, konnten wir unter den vielen Lachmöwen mindestens zwei Schwarzkopfmöwen entdecken. Beim Spaziergang zurück an den Bahnhof sahen wir einen männlichen Rotfussfalken wegfliegen. Auf der Rückreise nach Leuk mussten sich einige dem Schlaf ergeben (kein Wunder, wenn man so früh in den Tag startet :-)):
 
Foto: Ruben Lippuner.

In Leuk trafen wir die übrigen Natrixler, die unterdessen die Felder abgesucht und die Bienenfresserkolonie besucht hatten. Dann hiess es Zelteabbauen, Packen und noch eine letzte Runde Tischtennisspielen, währenddessen nochmals einige Bienenfresser durchflogen.
 
Wehmut kommt hoch: Wir müssen an die Heimkehr denken...
Foto: Ruben.

Schon war der Moment gekommen, in dem wir uns von dem schönen Ort verabschieden mussten. Mit dem Zug brachten wir unsere Velos nach Visp, wo wir sie verschickten. Wir assen wir noch ein Glacé und durften dann im für uns reservierten Erstklasswagen zurück nach Zürich fahren. 

Ein erstklassiger Abschluss eines genialen Lagers!
Foto: Merlin Hochreutener.

Uns fiel es sehr schwer, uns von der grossartigen Gruppe zu trennen, mit der wir so viele schöne Momente erlebt hatten.

Tagesbericht: Leon, Andrea & Selina.

Samstag, 30. Juli 2016

BirdLife-Sommerlager im Fanel, 25. bis 30. Juli 2016

Ende Juli fand am Nordostufer des Neuenburgersees in der Region der bekannten Naturschutzgebiete Fanel und Chablais de Cudrefin unter der Regie der Jugendgruppe Natrix das Sommerlager von BirdLife Schweiz statt. 12 Teilnehmer lernten während sechs Tagen allerlei Spannendes über Vögel und andere Tiere, machten draussen wie drinnen unterschiedliche Spiele und genehmigten sich bei Temperaturen um 30 Grad immer mal wieder ein kühlendes Bad im Neuenburgersee. Im Folgenden berichten die Teilnehmenden in Form eines Lagertagebuches von ihren Erlebnissen und Eindrücken - wir wünschen viel Lesespass! 

Erster Tag - Montag, 25. Juli

Wir trafen uns um 11 Uhr in Ins und fuhren mit dem Velo zum Fanelhaus, wo wir zu Mittag assen. Entgegen allen Erwartungen machten wir dann nicht dasselbe Kennenlernspiel wie die letzten zwei Jahre, sondern ein ganz neues. Dabei unterbrachen uns zwei Regenbrachvögel, die über unsere Köpfe flogen und mit ihren trillernden Rufen lautstark auf sich aufmerksam machten. Danach führte uns ein erster Beobachtungstrip zum Gemshoger, wo wir unter anderem zwei Alpenstrandläufer, viele Grosse Brachvögel, Nilgans, Nachtreiher und ein junges Teichhuhn beobachten konnten.

Einer von zwei Wespenbussarden, die wir auf dem Weg vom Gemshoger zum Damm beobachten konnten.
Foto: Elias.

Danach fuhren wir zum La Sauge, wo wir unsere Velos abstellten. Abgesehen von einem spektakulären und Stuntmen-mässigen Velosturz verlief die Velofahrt eher ruhig. Zum Glück gab es "nur" Schürfwunden, die im Verlauf des Lagers wieder einigermassen verheilen sollten. Auf dem Damm konnten wir Seidenreiher, zwei Flussuferläufer sowie eine Ringelnatter - die Namensgeberin der Jugendgruppe Natrix (die Ringelnatter heisst auf lateinisch Natrix natrix) - beobachten.

Konzentriertes Beobachten: Wer sucht, der findet!
Foto: Elias.
Der bis auf Schnabel und Beine schneeweisse Seidenreiher.
Foto: Elias.

Nebst diesen lebendigen Tieren konnten wir auch einige Relikte von Tieren entdecken, die schon bessere Zeiten gesehen hatten. Am toten Höckerschwan ohne Kopf, den wir bereits im Frühling im Fanel gesehen hatten, war inzwischen kein Fleisch mehr dran und was übrig geblieben war, war ein Skelett. Auch von den Fischen waren nur noch Gräten übrig. Zwei toten jungen Mittelmeermöwen hat die enorme Hitze wohl etwas mehr zugesetzt als uns. Vögel können allerdings auch nicht schwitzen wie wir Menschen. Da es wirklich sehr heiss war, entschieden wir, zurück zum Fanelhaus zu fahren, wo wir uns im wohltemperierten Fanelhaus abkühlen konnten. Als alle wieder mit Wasser versorgt waren, trafen sich einige hinter dem Fanelhaus zum Fussballspiel. Die Erkenntnis dieses Fussballspiels war, dass die drei Leiter den neun Youngsters definitiv nicht das Wasser reichen können. Danach gab es Znacht und anschliessend einen Spielabend mit Ligretto, Jass, Montagsmaler und vielem mehr...

Nachdem wir als Dreierteam nun eine Stunde neben diesem Blatt sassen, schrieb Merlin den Bericht. Frei nach dem Motto "Team = toll, ein anderer machts" ;-). 

Text: Andrea, Levi, Hermes & Merlin

Zweiter Tag - Dienstag, 26. Juli

Heute gab es eine Morgenexkursion, die uns auf den Damm führte. Wir standen kurz vor 5 Uhr auf.

Idyllischer Sonnenaufgang.
Foto: Elias.

Auf dem Damm bemerkten wir, dass wir nicht die einzigen waren, die schon in dieser Früh aktiv waren. Auch Flussuferläufer und Seidenreiher waren anzutreffen. Nach dem Frühstück ging es direkt auf den Bernerturm. Mehrere Zwergdommeln flogen über das Schilf. Auch Bartmeisen entdeckten wir. Als wir vom Bernerturm zurückkamen, hatte Carla das Spiel "Stratego" vorbereitet. Nach ausführlicher Erklärung starteten wir das Spiel. Weil das Spiel so lustig war, spielten wir es gleich zweimal. Nach dem Zmittag gingen wir in die Badi. Bevor wir den Sprung ins erfrischende Wasser wagten, spielten wir noch einige Partien Fussball, um uns die Erfrischung zu verdienen. Nach langem Baden und Spielen wie "Schweinchen in der Mitte" mit dem Wasserball, fuhren wir zurück zum Fanelhaus - allerdings nicht bevor wir noch alle eine Glace bekamen. Die Glückspilze - oder die Verfressensten (ist Ansichtssache ;-)) - bekamen sogar zwei.

Schnell nach Hause, bevor es zu regnen beginnt...

Kaum zu Hause angekommen, fielen schon die ersten Regentropfen nieder. Gerade noch Glück gehabt!  

Text: Selina, Elias & Samuel
 

Dritter Tag - Mittwoch, 27. Juli 

Die heutige Morgenexkursion führte auf den Gemshoger, wo Sichelstrandläufer und Biber beobachtet werden konnten. Nach dem tollen Frühstück machten wir uns auf den Weg in Richtung La Sauge. Wir teilten uns in die Stratego-Gruppen auf. Unsere Gruppe machte sich zuerst auf den Weg zum grossen Teich, wo einige Zwergtaucher beim Brüten beobachtet werden konnten.

Der winzige Zwergtaucher auf seinem Nest. Noch winziger war das eintägige Küken, das zwischendurch immer mal wieder den Kopf aus dem Gefieder des brütenden Elternteils streckte.

Auf dem Weg zum Eisvogelteich sahen wir auch einige Ringelnattern.

Hammmmmm! Eine der vielen schönen Ringelnattern.
Foto: Andrea.
Der bildhübsche Eisvogel mit Beute.
Foto: Andrea.
Auch den leuchtend orangen Bauch zeigte er uns.
Foto: Andrea.
Untermieter im Eisvogelhide... Ein Bachstelzennest mit Jungen. Die Eltern schienen die vielen Menschen nicht zu stören.
Foto: Samuel.

Nach eindrücklichen Beobachtungen von Eisvögeln im Eisvogel-Hide machten wir uns auf den Weg, um mitzuerleben, wie Vögel beringt werden. Carl'Antonio Balzari zeigte uns allerlei spannende Dinge an den Vögeln wie z. B. die Mauser.

Kohlmeise, ...
Foto: Elias.
... junge Blaumeise mit dem Beringer François...
Foto: Elias.
... und ein junger Haussperling. Wer hat die Vögel jemals so nah zu Gesicht bekommen?
Foto: Elias.

Danach fuhren wir zum Fanelhaus zurück, um uns unser Mittagsessen einzuverleiben. Gestärkt fuhren wir in die Badi nach Cudrefin. Dort spielten wir Fussball und badeten. Nach Kartoffelstock, Vegischnitzel und Gemüse zum Znacht ging es zum Bernerturm für eine freiwillige Fledermausexkursion. Da die Morgenexkursionen so ihre Spuren hinterliessen, konnte gerade mal eine Seele für diesen Programmpunkt motiviert werden. Dafür lohnte es sich umso mehr. Auf dem Scherbenweg in Richtung Berner Turm konnten Samuel und Merlin unzählige Fledermäuse (es dürften um die 50 Individuen gewesen sein) beobachten. Dank eines Bat-Detektors, der Ultraschall verstärkt und in tiefere Frequenzen übersetzt, konnten die Fledermäuse, die sich dank Echoortung in der Dunkelheit zurechtfinden, auch gehört werden.

Text: Lukas K. & Linus


Vierter Tag - Donnerstag, 28. Juli

Heute fand die dritte Morgenexkursion um 5 Uhr statt, die auf den Gemshoger führte. Die Sonne liess auf sich warten, doch als sie endlich zu sehen war, konnten wir Sichelstrandläufer, mehrere Nachtreiher und weitere Wasservögel wie Grünschenkel beobachten. Auch Fuchs und Biber sahen wir.

Konzentriertes Beobachten auf dem Gemshoger...

Erst danach konnten wir mit den im Fanelhaus gebliebenen Teilnehmern zmörgelen. Danach tobten wir uns bei einigen Runden "Stratego" aus. Kurz darauf assen wir zu Mittag. Am frühen Nachmittag führte uns Eric in die Welt der Heuschrecken ein und liess uns noch welche suchen und bestimmen, so weit wie möglich.

Welche Heugümper wir wohl finden?
Foto: Elias.
Nicht nur Heugümper wurden gefunden, sondern auch diese Wespenspinne (Argiope bruennichi). Die kleine Spinne ist das Männchen und die grosse das Weibchen.

Es war sehr heiss und wir kamen schnell ins Schwitzen.

Die Hitze scheint Spuren zu hinterlassen... Merlin auf der Suche nach Schatten. ;-)
Foto: Lukas K.

So ging ein Teil der Gruppe auch heute wieder im Neuenburgersee baden. Nachdem wir eine Weile dort verbracht hatten, fuhren wir zurück und um 21 Uhr ging es nach dem Abendessen auf den Berner Turm, wo wir Biber beobachten wollten. Leider bekamen wir diesen nicht zu Gesicht, als Trost aber dafür drei Purpurreiher und eine Zwergdommel. Es war ein anstrengender Tag und wir werden bestimmt gut schlafen.
 

Text: Leon & Lukas H.

Fünfter Tag - Freitag, 29. Juli

Heute fand die Morgenexkursion bei der Fruchtschüür statt. Sie begann wie gewöhnlich um 5 Uhr. Als wir bei der Fruchtschüür ankamen, sahen wir schon die erste Schleiereule. Allerdings war dieser Anblick nur einem Teil der Gruppe vergöntt. Zusammen rannten wir um die nächste Ecke. Dieses Mal hatten wir Glück und alle konnten jetzt sogar zwei Schleiereulen beobachten. Auch andere Tiere sahen wir, wie zum Beispiel Turmfalken und Grauammern. Nach dem Morgenessen fing um neun Uhr das kleine Birdrace an. Während drei Stunden versuchten drei Teams, so viele Vogelarten wie möglich zu entdecken und zu bestimmen. Das Siegerteam konnte sage und schreibe 61 Vogelarten innert drei Stunden notieren.

Nicht nur Vögel wurden während des Birdraces entdeckt... Ein Team konnte dieses Paarungsrad der Libelle beobachten.
Foto: Lukas H.

Danach ging es ein letztes Mal zum Strandbad Cudrefin. Dort tobten wir uns, da es das letzte Mal war, umso mehr beim Fussballspiel und Baden aus. Schliesslich ging es zurück zum Fanelhaus, wo wir Gschwellti mit einer Auswahl an verschiedensten Käsesorten assen. Lukas und Linus machten noch mit kulinarischen Exkursen - sprich einer Gewürzchallenge - von sich reden. Löffelweise assen sie Pfeffer, Curry, Chili und Muskatnuss. Glücklicherweise schienen ihre Mägen davon keinen Schaden zu nehmen und sie konnten alles in sich behalten...

Text: Alina & Maximilian

Sechster Tag - Samstag, 30. Juli

Bei der heutigen Frühexkursion waren alle für das Aufstehen zu müde, was aber nach 5 Tagen Lager auch verständlich ist... So zottelte Merlin alleine zum Gemshoger, wo er abgesehen von einem Rotschenkel keine neue Art, dafür aber altbekannte wie Zwergdommel, Nachtreiher und Sichelstrandläufer beobachten konnte.

Prächtige Morgenstimmung am letzten Tag.

Nach dem Zmorgen mit feinem frischen Zopf hiess es dann "Aufräumen und Putzen". Dank gutem Einsatz von allen konnte auch dieser Teil speditiv erledigt werden. Danach radelten wir zum Bahnhof Ins, wo das Lager endete. Auf dem Weg zum Bahnhof assen wir bei der Fruchtschüür Zmittag, wobei zwei Glückspilze eine Dorngrasmücke beobachten konnten.

Wir erlebten eine tolle Woche miteinander und freuen uns aufs nächste Jahr!

Text: Merlin

Zufriedene Gesichter nach dem Lager.
Man könnte sogar sagen, sehr zufriedene... ;-)

Bericht und Fotos ohne Vermerk des Fotografen: Merlin Hochreutener.

Sonntag, 19. Juni 2016

Aller guten Dinge sind drei: (wieder mal) am Neuenburgersee (anstatt in Andermatt oder Boltigen)

Eigentlich hätte uns die letzte Exkursion vor den Sommerferien ins Freiburgerland zu Gänsegeier, Ringdrossel und Zippammer führen sollen. Weil der dafür eingeplante Merlin aber einen Preis bei "Schweizer Jugend forscht" gewann und im Juni nach Amerika reisen durfte, mussten wir umdisponieren. Die geringen Geierzahlen ließen es aber wenig attraktiv erscheinen, an unserem ursprünglichen Reiseziel Boltigen festzuhalten. Stattdessen sollte es ins Urserental bei Andermatt gehen, wo neben den typischen Bergvögeln auch immer wieder Karmingimpel anzutreffen sind. Leider machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung: Die ganze Woche schon regnete es im ganzen Land in Strömen und in den Zentralschweizer Bergen war für Sonntag noch keine Besserung in Sicht. Deswegen entschieden wir kurzfristig, zum dritten Mal in diesem Jahr an den Neuenburgersee in die Gebiete Chablais de Cudrefin und Fanel zu reisen.

Für einmal ging es ohne Velos in den Westen - wer früh aus den Federn kommt, kann sich von einem (nur drei Mal pro Tag zwischen Ins und Cudrefin verkehrenden) Bus nach La Sauge kutschieren lassen. Von dort aus marschierten wir zuerst auf den Chablaisdamm. Leider hatte der erwähnte Starkregen den Pegel des Neuenburgersees stark ansteigen lassen, und von den wertvollen Schlickflächen war daher nichts mehr zu sehen. Ganz recht war das wohl einem Pärchen Mittelsäger, das seine Nahrung tauchend sucht und daher nicht auf tiefen Wasserstand angewiesen sind. Vielleicht handelt es sich bei den zweien um Übersommerer, vielleicht aber auch um (erfolglose) Brutvögel: Wie so häufig wurden auch heuer wieder Mittelsäger mit Pulli, also Dunenjungen, im Gebiet beobachtet. Zumindest einige der Jungen sind aber wieder einmal den gefräßigen Mittelmeermöwen, die zu hunderten im Fanel brüten, zum Opfer gefallen... (vgl. Meldung M. Ehrengruber, 10. Mai, ornitho.ch).

Keine Eltern mehr? Ein Pärchen Mittelsäger im Chablais de Cudrefin.
Foto: Alina.

Ansonsten war es ruhig im Gebiet. Auch das Absuchen der auf den Pfosten ruhenden Seeschwalben und Möwen förderte keine Überraschung zu Tage. So erfreuten wir uns der Beobachtungen lokaler Brutvogelarten, die bei der Aufzucht ihres Nachwuchses wohl etwas mehr Glück gehabt haben, als wir es für die Mittelsäger annehmen müssen...

Eine junge Rohrammer.
Foto: Elias.

Bald kehrten wir Richtung La Sauge zurück, wo wir zuerst einmal ausführlich zu Mittag aßen. Im Zentrum führten wir uns die Ausstellung über Biodiversität im Stadtraum zu Gemüte und nahmen an einem Wettbewerb teil, bei dem ein Swarovski-Feldstecher der Topklasse lockte... Danach entdeckten wir von den verschlungenen Pfaden und von den Beobachtungshütten im Gebiet aus allerlei Spannendes:

Dicke Brummer wie den Seefrosch...
Foto: Elias.
... blau-orange Juwelen wie diesen (männlichen) Eisvogel...
Foto: Alina.
... trillernde Federbällchen wie den Zwergtaucher...
Foto: Elias.
... und last, but definitely not least: einen wunderhübschen Rallenreiher!
Foto: Alina.

Der Rallenreiher hielt sich meistens im hohen Gras versteckt, wo er Wasserinsekten und Fröschen nachstellte. Ab und an ließ er sich aber doch blicken und versetzte damit einige (wenn auch nicht jeden...) in Begeisterungsstürme. Nach einer Weile machten wir uns auf Richtung Fanel, wo wir uns noch den einen oder anderen Brutvogel erhofften. Begrüßt wurden wir natürlich wie immer von den Rufen der Kormorane und Mittelmeermöwen, die im Fanel die größten Kolonien im ganzen Land haben. Eine Mittelmeermöwe erkundete, wer weiß, vielleicht auch schon mal einen möglichen neuen Brutplatz, nämlich den von Menschen selten besuchten Neuenburger Turm:

Schließlich gibt es auf den Inseln kaum mehr Platz...
Foto: Elias.

Beim Kanal entdeckten wir drei immature Nachtreiher, die stoisch auf Bülten und Ästen ruhten und somit zur genauen Altersbestimmung einluden. Während wir ein Exemplar sicher als diesjähriges und ein anderes als letztjähriges Individuum ansprechen konnten, zeigte das dritte uneindeutige Merkmale. So oder so stellt sich die Frage, woher so früh (Mitte Juni) ein diesjähriges Individuum kommen mag. Da der Nachtreiher ein sehr heimlicher Brutvogel ist, kann nicht ganz ausgeschlossen werden, dass dieser junge Kerl vielleicht hier in der Nähe erbrütet und großgezogen wurde. Er kann aber natürlich auch aus südlicheren oder östlicheren Gefilden stammen, wo die Art zu den regelmäßigen Brutvögeln zählt.

Vom Pavillon aus sahen wir drei Silberreiher (wovon einer im Prachtkleid war, ein nicht alltäglicher Anblick!) und einen an uns vorbeizielenden Baumfalken auf Fluginsektenjagd. Aus dem Schilf hörten wir Rohrschwirl und Bartmeise. Etwas Geduld zahlt sich auf dem Pavillon meistens auf, denn früher oder später offenbaren viele heimliche Schilfbewohner durch Rufe ihre Anwesenheit. Mehrfach vernahmen wir dann auch eine Wasserralle, die energisch aus dem Dickicht quietschte. Alles Andere als energisch-vital war hingegen dieser Höckerschwan gleich unterhalb des Pavillons:

La mort du cygne - für einmal außerhalb des Opernhauses...
Foto: Elias.

Bald machte sich etwas Sommerlochlangeweile breit: Die Durchzugsaison ist definitiv vorbei, die Brutvögel markierten ihre Reviere auch schon mit mehr Elan und wenn dann zu allem Überdruss auch noch der Wasserstand so hoch ist, dass nur noch der begraste Teil der Neuenburger- und der Bernerinsel sichtbar ist, dürstet es den verwöhnten Hobbyornithologen bald mal nach etwas mehr Abwechslung. Die sollten wir aber bald bekommen: Plötzlich rief Ruben laut "Zwergdommel!" und zeigte mit der Hand an, wo der seltene Reiher zu sehen war. Alle konnten den hübschen Vogel dabei beobachten, wie er tief über dem Schilf eine Runde flog und anschließend im Röhricht verschwand. Wenig später ließ sich die Art, womöglich sogar dasselbe Individuum, nochmals blicken, wenn auch - wie so oft im Fanel - wieder nur für einige Sekunden im Flug.

Nach dieser Beobachtung und einer Grobschätzung der anwesenden Kormorane und Mittelmeermöwen machten wir uns allmählich auf den Rückweg zur La Sauge, wo wir die Exkursion mit Glacés in der Auberge ausklingen ließen. Auf der eineinhalbstündigen Rückreise nach Bern verkürzte sich ein Teil der Gruppe die Fahrt, indem sie Nicolas einen spanischen Namen verpasste, der - so der allgemeine Konsens - besser zu seinem südländischen Äußeren passt ;-) Um 19 Uhr ging am Treffpunkt ein (wenn auch nicht übermäßig aufregender, so doch wenigstens) kurzweiliger Ausflug zu Ende. 

Wer hier bald neue Geschichten aus dem Großen Moos lesen möchte, kann sich freuen: In ca. einem Monat zieht es einige Natrixler im Rahmen des SVS-Sommerlagers schon wieder in die Grande Cariçae...

Bericht: Patrick Mächler.